Impf-Tyrannei statt Selbstbestimmung – Gratis-Burger und Freigetränke statt Aufklärung

Impf-Party bei der gestrigen Drive-In-Eröffnung vor einer Ikea-Filiale in Berlin (Foto:Imago/Zeitz)

Vorbei sind die Zeiten, da eine Impfung die Sache von Vertrauensärzten war – in Praxen oder Gesundheitszentren, in einem kontrollierten, hygienischen und medizinisch-professionellen Umfeld und nach ausführlicher individueller Aufklärung. Mit zunehmendem Druck auf Ungeimpfte und während radikale Zwangsmaßnahmen immer näherrücken, verkommt die Corona-Impfkampagne immer mehr zum bloßen Spaßevent und Jahrmarktsschrei. Das perverse Motto lautet: Fettfressen und Impfen, ob beim Shoppen, Möbeleinkauf oder im Schnellrestaurant. Und passend dazu erzählt der Bundesgesundheitsminister Märchen.

Erst gestern wieder „appellierte“ Jens Spahn wieder mal an die „Eigenverantwortung der Bürger“ –  und zwar „mit Blick auf wieder steigende Corona-Zahlen.“ Sie haben nichts kapiert oder wollen nichts kapieren – und widersprechen sich schamlos selbst in Berlin: War nicht gerade letzte Woche davon die Rede gewesen, dass mit zunehmendem Impffortschritt der Blick auf die Inzidenzwerte immer mehr an Bedeutung verlieren sollte, und es künftig vor allem um die reale Belastungslage im Gesundheitswesen gehen müsse, nicht länger um schiere positive Testergebnisse ohne jede Krankheitslast?

Jetzt zeigt sich: Die Volksverdummer und Angstverhetzer, allen voran Spahn, machen genau dort weiter, wo sie vor drei Monaten ärgerlicherweise unterbrochen wurden – und nehmen „Inzidenzwerte“, die nun angesichts des Impffortschritts sogar noch aussageloser sind als damals, zum Anlass für „Besorgnis“ und „Warnungen“. Hätten sie auch nur einen Funken Ehrlichkeit im Leib, dann würden sie den Bürgern erklären, dass eine „7-Tages-Inzidenz“ selbst von 1.000 oder 10.000 keine Relevanz hat, wenn zur selben Zeit niemand in den Kliniken liegt, die Arztpraxen nicht überrannt werden oder kaum einer Symptome hat.

Unlogische Warnungen und dreiste Lügen

Schon nach eigener Logik der Impfbefürworter dürfte nur dieses Kriterium eine Rolle spielen – und nicht mehr die Inzidenzen; denn genau dies soll es doch sein, was die Impfungen bewirken: Die angebliche Verhinderung schwerer oder gar tödlicher Verläufe. Nur darauf käme es doch an – und nur so lässt sich ja, aus Regierungssicht, auch der Widerspruch auflösen bzw. plausibel machen, dass es auch in durchgeimpften Gesellschaften (Großbritannien, Israel) zwar zu massiven „Ausbrüchen“ kommt, aber ohne jeden Krankheitswert und weitgehend asymptomatisch. Wer für die Impfung überzeugend werben will, müsste eigentlich erst recht so argumentieren: Sorgt Euch nicht um hohe Inzidenzen, denn dass gleichzeitig niemand mehr krank wird, belegt ihre Wirkung.

Doch was tun Spahn und die Corona-Alarmisten? Sie nehmen die Inzidenzen erneut zum Anlass, vor einer „vierten Welle“ und möglichen Restriktionen zu warnen – um ausgerechnet damit die Menschen zur Nadel zu treiben, die bislang noch impfunwillig sind. „Sie entscheiden jetzt darüber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne„, so Spahn gegenüber „n-tv“. „Jeder Einzelne entscheidet das.“ Denn man werde „nur gut durch den Herbst und den Winter kommen, wenn möglichst viele Bürger geimpft sind„. In der Impfkampagne gehe es jetzt vor allem darum, diejenigen zu erreichen, „die sich zwar impfen lassen würden, aber eben auch auf die Gelegenheit warten, die sich ihnen bietet„. Nicht einmal einen neuerlichen Lockdown, den Peter Altmaier gestern ausschloss, will Spahn kategorisch verneinen; nachdem er kurz vor dem zweiten Endlos-Lockdown im letzten September versprochen hatte, es werde nicht noch einmal geschlossene Friseure und Geschäfte geben, will er diesmal wohl nicht wieder dreist lügen. Deshalb tut er es subtiler.

Fettfressen und Freigetränke für den Pieks

Es sei „klar„, dass bei einer höheren Impfquote auch mehr Freiheit und Normalität im Herbst und Winter möglich seien, so Spahn. Mit Blick auf eine mögliche weitere Corona-Welle sagte der Minister: „Das Risiko einer Überlastung des Gesundheitswesens hängt wirklich von der Impfbereitschaft ab und von der Zahl der Impfungen.“ Denkt dieser Bankkaufmann im Ministerrang, dieser skandalöseste Spitzenpolitiker Deutschlands, eigentlich noch darüber nach, was er erzählt? Die Impfung schützt nicht vor Ansteckungen, weder eigener (Re-)Infektion noch Fremdübertragung. Sie mildert lediglich – wenn das stimmt, und damit werden die Impfungen ja beworben – nur problematische Verläufe (einmal ganz außer Acht gelassen, welche Nebenwirkungen und mögliche Langzeitrisiken sie birgt). Es gibt also keine Herdenimmunität; wer sich „schützen“ will, kann dies durch die Impfung individuell tun, aber es ist für ihn völlig irrelevant, ob es andere ihm gleichtun. Wenn Spahn seine eigenen Worte ernst nimmt, müsste er – nach RKI- und eigener Logik – deutlich erklären: Lasst euch nicht von Inzidenzen beirren, solange genügend geimpft sind.

Doch indem Spahn „Inzidenzen“, die ohnehin völlig unrepräsentativ ermittelt werden und bei Geimpften keinen Aussagewert mehr besitzen, erneut zum Maßstab macht, schürt er erst recht Misstrauen in die Impfungen. Zugleich sollen diese mit aller Gewalt übers Volks gebracht werden, und müssten fortan „niedrigschwellig“ durchgeführt werden, so Spahn. Will heißen: bei den unmöglichsten Gelegenheiten. In Kombination mit Sparmenü bei Mc Donald’s, zur Gratisbratwurst und zum Freibier, auf dem Supermarktparkplatz, etwa vor Ikea, per „Drive-In“. Die Impfung als Jahrmarktsschrei, als Quacksalberei für jedermann? Perverser geht es wohl nicht mehr. Was wir erleben, ist das Gegenteil von Gesundheitsmanagement. Hier geht es um reinen Kommerz. (DM)