Framing und Gedudel statt Unwetterberichterstattung im WDR: Gebühren-Boykott jetzt!

Besser spät als gar nicht? WDR-Reporter heute Mittag an der Wasserfront (Foto:Imago/Seeliger)

Dass der öffentliche-rechtliche Rundfunk für eine einseitige, tendenziöse und volkserzieherische Berichterstattung steht, ist seit Jahren bekannt. Dass er nun auch durch unterlassene Berichterstattung auffällt, die potentiell Menschenleben gekostet haben könnte, ist ein Novum. Dass der WDR kurz vor und während der Unwetterkatastrophe vorgestern Nacht vielerorts so gut keine Alarmmeldungen, Warnungen geschweige denn Sondersendungen brachte, sondern erst dann über die Katastrophe zu berichten begann, als diese schon in vollem Gange war, wirft erneut die Frage nach der Notwendigkeit und Daseinsberechtigung des Staatsfunks auf.

Vor allem beim WDR ist diese Grundsatzfrage ein großes Thema: Ein Sender, der mit 1,63 Milliarden Euro Budget rund über ein Viertel der jährlichen Zwangsgebühren für sich beansprucht und 4.200 Mitarbeiter beschäftigt, darf sich solche Schnitzer beim öffentlichen Informationsauftrag, mit dem der existierende Rundfundstaatsvertrag maßgeblich begründet wird, nicht erlauben. Vor allem in Wuppertal wunderten sich viele WDR2-Hörer, dass in dem reichweitenstärksten Kanal des Senders außer dem Gemeinschaftsprogramm („Popnacht„) nichts zu der Jahrhundertkatastrophe berichtet wurde, während draußen die Sirenen heulten. Im TV lief derweil Archivmaterial – eine Doku über das Olympia-Attentat von 1972.

Den Job, den Gebührenzahler von ihren staatlichen Berieselungssendern mindestens hätten erwarten dürften, übernahmen derweil andere: Private Low-Budget-Lokalsender wie etwa „Radio Wuppertal“, einem lokaler Privatsender mit gerade mal zehn Angestellten, „führte die Öffentlich-Rechtlichen in der Katastrophennacht mit einer Marathonsendung regelrecht vor„, so „Bild„. Wie alle Medien waren die Programmmacher des Senders von einem städtischen Mitarbeiter über die sich zuspitzende Starkregen-Notlage informiert worden; im Gegensatz zum Goliath WDR reagierte man dort jedoch blitzschnell – und stellte das Programm um.

Im kritischen Moment totalversagt

Die heutige Kritik (siehe z.B. hier und hier) am WDR und seinem Spitzenverdiener-Intendanten Tom Buhrow war außerordentlich massiv; selbst der Branchenservice DWDL sprach von „unterlassener Hilfeleistung„. Und tatsächlich könnte die nicht bzw. viel zu spät erfolgte Berichterstattung in den kritischen Momenten vor und während der eigentlichen Flutkatastrophe Menschenleben gekostet haben: In kriegsähnlichen Situationen, wo infolge Strom-, Handynetz- und Internetausfällen vielen nur noch batteriebetriebene Transistorradios zur Nachrichtenverfolgung bleiben, kommt dem Rundfunk eine entscheidende Rolle zu. In vielen betroffenen Dörfern in NRW und auch im angrenzenden nördlichen Rheinland-Pfalz könnte sich die WDR-Panne als fatal erwiesen haben.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass WDR und auch die ARD in stundenlangen Sendungen über die Auswirkungen der Katastrophe berichten, von den Aufräumarbeiten, von verzweifelten Menschen und den Bemühungen der Rettungskräfte. Wichtiger als nachträgliche Sensationsbeiträge wären vorherige Warnungen gewesen. Was aber ist von einem Sender schon groß zu erwarten, der seit Jahren mit oberlehrerhaften, ideologiegefärbten Inhalten ein Framing der Extraklasse betreibt; beispielhaft seien hier der Oma-Umweltsau (bzw. -Nazisau)-Kinderchorskandal oder Georg Restles journalistische „Monitor“-Perlen erwähnt.

Und auch beim Thema Klimawandel und grüne „Klimaschutz“-Politik ist der WDR immer ganz vorne mit dabei. So werden in den Spartenprogrammen für Kinder bereits die Jüngsten ökogerecht indoktriniert – und auf Elektromobilität eingeschworen (siehe etwa hier). Besondere Ironie: Wären die von öffentlich-rechtlichen Aktivisten mitpropagierten Klimaziele bereits umgesetzt worden, dann wären jetzt vermutlich viele hundert Tote mehr zu beklagen gewesen. Denn bei flächendeckenden Stromausfällen, konstruktionsbedingt im Wasser völlig untauglichen Elektrofahrzeugen und einer im Katastrophenfall zwangsläufig unbrauchbaren Lade-Infrastruktur (wenn es eine solche je gäbe) könnte nun kein einziges Rettungsfahrzeug in die Krisengebiete gelangen. In den sozialen Medien wurde dieser Aspekt heute ebenfalls thematisiert:

(Screenshot:Facebook)

Diese Schizophrenie allerdings wird sich den WDR-Programmmachern vermutlich nie erschließen; ebensowenig wie der linksradikalen „taz“, die in einer geschmacklosen Pointe die Überflutungen im Westen zum Anlass für eine kausale Verknüpfung mit der EU-Klimapolitik nahm (so wie dies gestern Abend auf unerträgliche Weise auch bei „Maybritt Illner“ erfolgt war, übrigens unter Beteiligung von Allzweck-Panikpapst Karl Lauterbach, der neuerdings zum Klima-Alarmisten umgeschult hat):

(Screenshot:Facebook)

Und während immer mehr Deutschen der Kamm schwillt – über die Rundfunkgebühren, deren Zweck sie zunehmend in Frage stellen, während einsame GEZ-Rebellen wie Georg Thiel in Erzwingungshaft verhungern: Da schreitet der Niedergang des deutschen Qualitätsjournalismus in den einstmals als seriös, neutral und zumindest leidlich überparteilich geltenden ÖR-Sendeanstalten weiter voran – geprägt von einem Niveau- und Qualitätsverlust, zunehmender weltanschaulicher Orientierung und einer absurden Fehlpriorisierung bei der Programmplanung. Es wird höchste Zeit, dass ein bundesweiter, konsequenter Boykott der Rundfunkgebühr auf den Weg gebracht wird. Das Maß ist voll! (DM)