Wahlkalkül oder Einsicht? SPD-Politiker: Migranten machen Städte unsicher

Florian Post (Bild: Williampost; siehe Link; CC BY-SA 4.0)

Bayern/München – SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post hat genug von randalierenden Jugendgruppen in Großstädten und übt auf Facebook schwere Kritik an den Zuständen in München. Nun stellt sich natürlich die Frage, warum Post, dessen Partei maßgeblich an den kritisierten Zuständen in diesem Land Schuld trägt, urplötzlich aufheult. 

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post fällt seit geraumer Zeit durch „rebellische“ Positionen auf. Reichte er Ende April noch eine eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen die „Bundesnotbremse“ seines Koalitionspartners ein, findet Gendern doof und hackt auf den Grünen herum, die das Wohnen in Großstädten seiner Ansicht nach unbezahlbar machen, so „hetzt“ er aktuell gegen Migranten.

Konkret hat der SPD-Politiker aktuell etwas gegen „randalierende Jugendgruppen“. Auf Facebook zeigte er sich vor einigen Tagen hoch schockiert über „gewisse Zustände“, die er höchstselbst beobachten konnte. Unter Verlinkung eines SZ-Artikels, der über den von Post beobachteten „Vorfall“ berichtet und diesen unter „zwei Gruppen von Feiernden“ einordnet , schreibt der Münchner Sozialdemokrat:

„Mich schockieren immer noch meine Beobachtungen von gestern Abend. Hatte vorhin lange Gespräche mit Polizeibeamten in München. Sie berichteten mir von zunehmender Respektlosigkeit dieses Klientels gegenüber Polizistinnen und Polizisten. Vor weiblichen Einstazkräften haben sie oftmals nicht einmal rudimentäre Anstandsformen und lassen sich auch keine Anweisungen geben. Oft passiert es, dass die Beamten bei Platzverweisen provoziert werden mit der Frage: „Und, willst Du mich schlagen, wenn ich nicht gehe?“ Die Polizei kommt auch mit ihren Einsätzen in München kaum mehr hinterher. Sie braucht deutlich mehr Einsatzkräfte. Und leider bestätigten sie auch meinen Eindruck, dass es sich oftmals um junge Männer mit Migrationshintergrund handelt. Am Odeonsplatz gestern Abend war es ausschließlich so. Habe das ca. 40 Min. beobachtet. Probleme darf man nicht verschweigen, sondern man muss sagen, was ist, um wirksam dagegen vorgehen zu können. Es hat sich eine Parallelgesellschaft entwickelt. Zu späterer Stunde fühlt man sich derzeit auch am Odeonsplatz nicht mehr sicher. Das ist traurig! Aber keinesfalls hinzunehmen. Das Gewaltmonopol hat der Staat und sonst keiner! Die Polizei braucht mehr Unterstützung! Sonst ist es nicht mehr das München, das wir wollen!“

Offensichtlich scheint das Beobachtete für den sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten Neuland zu sein. Die Zustände, die für jene, die schon länger hier leben mittlerweile zum grauenhaften Alltag gehört, hat bei Post mutmaßlich so tiefen Eindruck hinterlassen, dass er nochmals auf Facebook nachlegte:

„Alle nachfolgenden Infos habe ich von der Polizei: Bei dem hier genannten „Münchner“ handelt es sich um einen jungen Mann, der die kosovarische Staatsangehörigkeit besitzt, aber in München gemeldet ist, also „Münchner“, ist ja logisch. Er redete erst einen Polizisten dumm an, dass er bitte weggehen soll, weil er mit seinem aufgemotzten 5er BMW wenden wollte und fuhr dabei den Polizisten an. Noch Fragen? Gehört voll zu der von mir beschriebenen Klientel, die sich am Samstag in den frühen Morgenstunden wie eine wild gewordene Horde am Odeonsplatz aufführte und u.a. mit ihren Autos durch die Stadt raste. Unter anderem neben Polizisten die Reifen rauchen ließen. Der Polizist, der mir jetzt diese Auskunft zu dem 24jährigen gab, bestätigte mir klar, dass ein bestimmtes Klientel null Respekt vor uniformierten Einsatzkräften hat. Man kann sich die Realität nicht schön malen! Leider! Ich verlange nun schnelle Gespräche der Stadtverwaltung mit der Polizei wie man wieder Herr der Lage werden kann! München ist ja angeblich bunt, aber langsam wird’s mir durch eine bestimmte homogene Gruppe zu bunt, vor allem im Benehmen!“

Florian Posts Kritik an Zuständen, die seine Partei maßgeblich mitzuverantworten hat, kommt nicht bei allen gut an. Während einige Kommentatoren Post darauf hinweisen, dass nicht nur Polizisten sich vor solchen „jungen Männern“ fürchten müssen, sondern auch „viele Frauen, sowohl jüngere wie auch ältere fühlen von diesen Typen bedroht werden“, finden andere die Benennung von Realitäten geradezu als unanständig:

So meckert Ben Pulz, seines Zeichens Gewerkschaftssekretär für den Bereich Gesundheit und Soziales bei ver.di München & Region und  – laut seiner Facebook-Präsenz ein ausgemachter Antifa-Fan:

(SB)