Großmeister der Projektion: Jüdischer Zentralrats-Chef Schuster auf Anti-AfD-Wahlkampftour

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Jüdischer Zentralratschef Josef Schuster (über dts Nachrichtenagentur)

In Deutschland ist jüdisches Leben so bedroht wie seit 76 Jahren nicht mehr, Islamisten und Araber hetzen und drohen vor Synagogen, täglich strömend hunderte bis tausende Israel- und Judenfeinde ins Land. Und was macht der Zentralrat der Juden? Sein Vorsitzender Josef Schuster warnt kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt vor einem Wahlerfolg der AfD – also der Partei, die sich klarer als irgendeine sonst für Israel positioniert. Doch nicht sein kann, was nicht sein darf.

Im Wahlkampfendspurt wirft Schuster sein gesamtes moralisches Gewicht und das seines Verbands in die Waagschale – und versucht den absehbaren Triumph der AfD im Magdeburger Landtag zu verhindern. Deren Wahlsieg sei „fatal„, so der Funktionär, der außerdem die Unzufriedenheit vieler Bürger in Sachsen-Anhalt als fruchtbaren Nährboden dieser Entwicklung sieht, so Schuster zur „Jüdischen Allgemeine“ (JA). Für ihn ist der Erfolg der AfD – die in jüngsten Umfragen bei über 28 Prozent gesehen wird – das Resultat eines „möglichen verfestigten Rechtsextremismusproblem in den östlichen Bundesländern„, das es gelte, „ernst“ zu nehmen.

30 Prozent der Bevölkerung – vom Wählerreservoire im Gesamtosten Deutschlands wird es bei immerhin knapp 25 Prozent gesehen –  sollen also „rechtsradikal“ sein? Hier besteht ganz offensichtlich ein Begriffsproblem. Die Halluzinationen, denen Schuster hier nachhängt, greifen auch auf die Corona-Pandemie zurück: Hier hätten sich, spekuliert der Zentralratschef in der JA, „...über die ‚Querdenker-Bewegung‘ vermutlich neue Netzwerke gebildet, über die Rechtsextreme bis in die Mitte der Gesellschaft hineinwirken können.

„Rechtsradikale“ nach den Kriterien von vorgestern

Im Klartext also: Wer aus Unzufriedenheit über die Altparteien AfD wählt, wem das Los der Heimat, Grundrechte und die Verfassung wichtig sind, der ist also „rechts“ – und rechts gleich rechtsextrem gleich Nazi gleich antisemitisch gleich Auschwitz sind, ist dann eben jeder, der sein Kreuz an der falschen Stelle macht, eine Gefahr für die Wiederholung der Geschichte. Dies ist die verkürzte, verhängnisvolle Logik der in Mahnstarre verharrenden Mehrheitsgesellschaft.

Mit Feindbildern und Stereotypen von vorgestern auf die Probleme und Herausforderungen von heute reagieren: Es ist das Grunddilemma eines politischen Lagerdenkens, das gerade bei der politischen Linken bestimmte inhaltliche Veränderungen und Brüche seit Jahrzehnten nicht mitgemacht hat; viele Juden haben es ebenfalls nicht – was angesichts oft traumatischer persönlicher Familiengeschichten zwar verständlich ist, aber die Kognitionsverzerrung leider nicht besser macht.

In der alten Bundesrepublik, bis zur Einheit, war offener Judenhass nur bei ewiggestrigen Revisionisten oder Neonazis anzutreffen – also extremistische Randerscheinung der autochtonen Bevölkerung, die damals noch kultur- und identitätsbestimmend war. Und dann  gab es selbstverständlich immer noch den bis heute totgeschwiegenen sozialistischen Salon-Antisemitismus, der zwischen globalistischen Rothschild-Mythen (damals noch ein linker Topos) und „Israelkritik“ oszillierte.

Islamisierung praktisch ausgeblendet

Mit Zunahme des türkisch-arabischen Migrantenanteils und damit einhergehender schleichender Ausbreitung des Islams in Deutschland nahmen auch antijüdische und antizionistische Ressentiments in Deutschland sprunghaft zu – also von den Neubürgern, die als verhätschelte Multikulte-Avantgarde der Progressiven und Postnationalisten gefeiert wurden und die paradoxerweise als exotisches Sinnbild für deutsche Toleranz und Weltoffenheit dienten, wenn es sich bei ihnen mehrheitlich um die intolerante, vorurteilsüberladene und teilweise offen rassistische Traditionalisten ihrer Herkunftskulturen handelte.

Das haben auch viele vor allem ältere Juden leider nicht begriffen, die nicht wahrhaben wollen, dass sich das Antlitz ihrer Feinde gewandelt hat – und dass in Deutschland Judenhass tatsächlich auch von Nichtdeutschen ausgehen kann. Die Prägung auf das Täterprofil von einst macht sie blind für die neuen Gefahren – und so suchen sie weiterhin manisch mit der Lupe nach den „Nazis“ und ihren angeblichen Wiedergängern, so wie all die zivilgesellschaftlichen Aktivisten – und projizieren ihre Ressentiments auf die AfD. Es wäre höchste Zeit, dieses Übertragungs- und Schubladendenken aufzugeben – und die AfD im demokratischen Diskurs zu stellen, statt sie zu verteufeln. (DM)

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