Alles redet von Corona, keiner vom Dritten Weltkrieg

Symbolfoto: Von zef art/Shutterstock

Ein Blick in die Geschichtsbücher lohnt und – siehe da – gleichsam über Nacht brachen Weltkriege aus, kam es zu seltsamen Attentaten auf Potentaten, wurden Grenzzäune aus dem Weg geräumt, waren plötzlich diverse Länder mit im Boot als der Krieg ausbrach. Heutzutage würden alle Politikwissenschaftler und Krisenforscher dieses weit von uns weisen. Kriege gibt es, aber nur lokal, regional, an höchstens zwei Grenzen und nicht wirklich dauerhaft oder expansiv. Stimmt das?

Von Hans S. Mundi

Im Süden Myanmars sind mindestens 20 Mitglieder der Junta-Streitkräfte bei Gefechten mit Gegnern ums Leben gekommen.

Sie seien am Sonntag im Ort Moe Bye nahe der Grenze zwischen den Staaten Shan und Kayah getötet worden, als Widerstandskämpfer eine Polizeistation eingenommen hätten, berichteten mehrere örtliche Medien. Vier Polizisten seien in Gewahrsam genommen worden. Seit dem Putsch der Generäle in dem südostasiatischen Land (ehemals Birma) Anfang Februar geht die neue Führung hart gegen Gegner vor. Nach Angaben des Lehrerverbands wurden seit mehreren Wochen mehr als 125.900 Lehrkräfte an Schulen von der Junta vom Dienst suspendiert. An Universitäten sollen demnach rund 19.500 Mitarbeiter betroffen sein. Sie hätten sich geweigert, unter den Putschisten zu arbeiten. Viele von ihnen haben sich der «Bewegung des zivilen Ungehorsams» (CDM) angeschlossen, die für eine Rückkehr zur Demokratie kämpft.“

Ein wesentlicher Faktor für einen expansiven kriegerischen Verlauf sind martialische oder schwelende Bürgerkriege, die andere Völker und Nationen mit- und hineinreißen. Ein bekanntes Beispiel, gerade dieser Tage, ist der bestialische Bürgerkrieg in Afghanistan mit seinen diversen islamistischen Milizen und fusselbärtigen Satan-Warlords, die aus dem Land am Hindukusch einen stinkenden Blutbrunnen gemacht haben. Der Westen intervenierte, und scheint nun endgültig hier zu scheitern, wie schon die Russen einst vorab. Aber der Brandherd bleibt, wird nun erst recht nicht gelöscht und das dürfte für weitere Unruhe und gefährliche Momente für die Weltinnenpolitk sorgen. Der politische Islam dürfte hierdurch erstarken und seine expansiven, terroristischen Aktivitäten wieder ausweiten. Osama Bin Laden ist tot, die persischen Mullahs leben und exportieren den Terror nach Gaza (man erinnere den jüngsten Bombenhagel dort) in den Libanon, in den Jemen und nach Syrien.

Der Weltenbrand schwelt, die Internationale fanatischer Muslime will das Weltkalifat – wozu hier auch der aufstrebende Sultan Pascha Erdogan mitsamt seiner aussenpolitisch aggressiven neoosmanischen Strategie gehört. Erdogan bekämpft Kurden, Armenier und Griechen mit teils durchaus militärischer Härte und mindestens offensiver Provokation. Islamofaschist Erdogan hat den eigenen Boden längst auch teils verlassen und marschiert kriegerisch durch Syrien und andere Länder einstiger Turkvölker. Ab wann er sich in einen offenen Angriffskrieg auf das bei Muslimen so verhasste Israel einlässt, ist derzeit noch unklar, aber es kann jederzeit passieren.

Kurz vor dem Jahrestag des russisch-georgischen Krieges um Südossetien und Abchasien verstärken sich die Spannungen. Georgien warf den russischen Truppen in der abtrünnigen Region Südossetien am Montag vor, weiter auf georgisches Gebiet vorgedrungen zu sein. Soldaten hätten als absichtliche Provokation in der Ortschaft Kweschi neue Grenzpfähle errichtet, erklärte das Außenministerium. Wenige Stunden später erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, die Pfähle seien wieder entfernt worden.“

Russen, Chinesen, Amerikaner, Türken und NATO-Länder im Bündnis – alle sind in kriegerische Konfrontationen verstrickt. Die Deutschen vom Hindukusch bis Mali dabei. Manchmal reicht ein Funke und schon brennt der ganze Heuhaufen und schließich auch noch der Stall. Die Welt ist und bleibt ein Pulverfass, auch wenn heute Drohnen und HighTech-Cyberkriege vielfach den Aufmarsch der Truppen ersetzen. Dennoch sollte das Betrachten grösserer und internationaler politischer Szenarien zurückkehren und endlich der Blick mal raus dem Corona-Nebel gehen – gibt es ein Leben oder einen Weltkrieg nach dem „Corona-Tod“…?

Knapp 50 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren weltweit befürchten, dass es noch zu ihren Lebzeiten einen Dritten Weltkrieg geben wird. Zudem rechnen mehr als die Hälfte mit einem Atomwaffeneinsatz noch in den kommenden zehn Jahren, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichen Studie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Demnach sehen die „Millennials“ angesichts der weltweiten Spannungen mit Sorge in die Zukunft.“