Zum Tag der Pressefreiheit: Linke Journalisten wollen kritische Kollegen canceln

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Symbolfoto:Von stockphoto mania/Shutterstock

Wahnwitziger geht es kaum: Ausgerechnet zum Tag der Pressefreiheit haben 58 Mitglieder der Bundespressekonferenz (BPK) einen „offenen Brief“ unterzeichnet. Dieser wendet sich, ohne zunächst direkt Namen zu nennen, gegen Korrespondenten, die angeblich „Verschwörungsmythen und Desinformation“ verbreiten würden.

Wir als unterzeichnende BPK-Mitglieder befürchten eine Instrumentalisierung des Vereins und der Pressekonferenzen durch teilnehmende Korrespondenten„. 58 Mitglieder der Bundespressekonferenz (BPK) haben ausgerechnet zum Tag der Pressefreiheit ihren „offenen Brief“ veröffentlicht, in dem sich die sauberen Journalisten gegen Kollegen wenden, die angeblich „Verschwörungsmythen und Desinformation“ verbreiten.

„Seit einigen Monaten nehmen wir eine veränderte und angespannte Atmosphäre in den vom Verein Bundespressekonferenz e.V. (BPK) organisierten Pressekonferenzen und im Verein selbst wahr. Wir als unterzeichnende BPK-Mitglieder befürchten eine Instrumentalisierung des Vereins und der Pressekonferenzen durch teilnehmende Korrespondenten“, so das einleitende, „offene“ Wehklagen. 

Die unverhohlene Drohung dahinter:

„Wer die Bundespressekonferenz für propagandistische Zwecke und für die Verbreitung von Verschwörungsmythen und Desinformation benutzt, für Polarisierung und Profilierung, hat keinen Platz.“

Vielen Deutschen ist der Umstand gar nicht mehr bekannt, dass die Bundespressekonferenz kein Organ des Staates, sondern eine urdemokratische Einrichtung ist, die aus der Tradition der Weimarer Republik geschaffen wurde, als eingetragener Verein organisiert ist und sich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert. Heute sei es jedoch eine Veranstaltung, wo kritische Nachfrager von Journalist der Altmedien via offener Brief“ ausgeschlossen werden sollen, um die als Audienzen der Bundesregierung inszenierte  Veranstaltungen weiter ungestört bespielen zu können.

Im benannten offenen Brief benennen die Unterzeichner jedoch für ihre Behauptung, es würden „Verschwörungsmythen und Desinformation“ verbreitet, weder Beispiele noch Namen oder Medien.

Wie das Magazin RT bemerkt, sorgen für die Konkretisierung der angesprochenen Korrespondenten jene Journalisten, die den offenen Brief in den sozialen Netzwerken bekannt machen. Dies geschiehe mit höchst manipulativen Mitteln, wie das Beispiel des Medienjournalisten Daniel Bouhs zeigt. Bouhs impliziert in seinem Tweet, dass  RT DE und der freie Journalist Boris Reitschuster den offenen Brief bewusst nicht unterzeichnet hätten:

Auch Boris Reitschuster stellt erschüttert fest: “ Mich hat niemand von dem Brief unterrichtet. Ebenso wenig wie Florian Warweg von RT. Aber so ist mein Name schon einmal im Spiel“. Am „Tag der Pressefreiheit“ Kollegen auf diese Art und Weise anzugreifen, diesen Angriff unter den Titel „Für Pressefreiheit. Gegen Instrumentalisierung“ zu setzen und damit zu begründen, die Kollegen würden andere öffentlich diskreditieren – auf diese Idee muss man erst einmal kommen, so Reitschuster.

Zugespitzt sei der Inhalt des Schreibens durch einen Wink mit Berufsverbot für den Fall, dass weiter kritisch aus und vor allem über die Bundespressekonferenz berichtet wird. Und zwar nicht (direkt) von den Regierenden, sondern von denen, die eigentlich die Regierenden kontrollieren sollten.

Hier zu Dokumentationszwecken der Brief und die Unterzeichner:


 

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