Neues aus dem Impftheater

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Foto:Von Viacheslav Lopatin/Shutterstock

Hier wieder die neuesten Meldungen aus dem deutschen Impftheater – der Wahnsinn hört einfach nicht auf:

Tourismus-Beauftragter warnt vor Verlängerung des Bundes-Lockdown

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), warnt die Bundesregierung vor einer Verlängerung des Bundes-Lockdowns über den 30. Juni hinaus. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass Urlaubsreisen bei uns ab Juni in immer mehr Regionen möglich werden. Wichtig ist, dass der Bundes-Lockdown nicht über den 30.6. hinaus verlängert wird“, sagte er der „Bild“.

Hotels und Restaurants hätten laut Bareiß gute Sicherheitskonzepte aufgestellt. Außerdem werden „bis Ende Juni so viele Impfdosen ausgeliefert sein, dass es theoretisch jedem Bundesbürger für die Erstimpfung reicht“. Skeptisch äußerte sich Bareiß zu Reisen über Pfingsten: „Das wird in vielen Urlaubsregionen leider wieder ins Wasser fallen.“

Kommunen fordern einheitlichen Öffnungsfahrplan

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) fordert von der Bundesregierung langfristige bundeseinheitliche Öffnungsperspektiven. Das sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). „Die Inzidenzzahlen sinken, die Impfkampagne nimmt Fahrt auf. Wir können hoffen, dass wir die dritte Welle bald überwunden haben.“ Mit immer mehr geimpften Personen werde im Sommer mehr Normalität möglich sein. „Deshalb erwarten wir jetzt von Bund und Ländern einen Fahrplan, wann und unter welchen Voraussetzungen die nächsten bundesweiten Schritte zu mehr Normalität gegangen werden können.“

Nach über einem Jahr Pandemie sei das Motto „Wir fahren auf Sicht“ kaum noch vermittelbar. „Langfristige Perspektiven – wenn auch unter Vorbehalt sinkender Infektionszahlen – sollten jetzt auf den Weg gebracht werden“, so der DStGB-Geschäftsführer weiter. Dabei kritisierte er auch Versäumnisse bei der Ausnahme-Verordnung für Geimpfte.

„Diese langfristige Planung wurde zum Beispiel bei den Regeln für Geimpfte und Genesene versäumt. Die Politik steht deshalb jetzt unter enormen Zeitdruck“, mahnte Landsberg an. Zugleich zog er eine erste positive Bilanz der bundesgesetzlichen Neuregelung.

„Die Bundesnotbremse mit wenigen bundeseinheitlichen Vorgaben, etwa für Schulen und zu Ausgangsbeschränkungen, hat den Flickenteppich verschiedener Regelungen in den Ländern reduziert und für mehr Klarheit bei den Menschen gesorgt.“ Bessere Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Regelungen sorge für mehr Akzeptanz bei den Bürgern und damit auch für konsequentere Einhaltung der Regeln, so Landsberg.

Altenpfleger überdurchschnittlich von Corona-Infektionen betroffen

Corona trifft Altenpflegekräfte besonders. Von Beginn der Pandemie bis Mitte November waren bundesweit 2,5 Prozent der Altenpflegekräfte wegen einer Corona-Infektion arbeitsunfähig, bei allen Berufsgruppen lag der Anteil nur bei 1,6 Prozent. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Pflegereport der Barmer Krankenkasse hervor, über den die „Rheinische Post“ in ihrer Montagausgabe berichtet.

Sie hat dafür die Daten ihrer Versicherten wissenschaftlich auswerten lassen. Ohnehin ist der Krankenstand bei den Altenpflegehilfskräften überdurchschnittlich: Er liegt laut dem Report bei 8,7 Prozent, in anderen Berufen sind es im Schnitt 5,0 Prozent. Schon vor Corona war die Lage in der Pflegebranche angespannt: Nordrhein-Westfalen verlor im Jahr durch krankheitsbedingte Ausfälle und Frühverrentungen in der Altenpflege rund 5.700 Pflegekräfte, wie die Barmer nun in einer Hochrechnung ermittelt hat.

Im Bund waren es etwa 26.000 Pflegekräfte. In der Umfrage der Barmer gaben 52 Prozent der Pflegekräfte an, dass sie sich durch Heben und Tragen schwerer Lasten belastet fühlen. Bei anderen Branchen sind es nur acht Prozent.

40 Prozent der Pflegekräfte fühlen sich durch den regelmäßigen Umgang mit Leid und Tod emotional überlastet. Selbst der Termindruck ist bei Pflegekräften überdurchschnittlich hoch: So gaben 63 Prozent an, durch häufiges Arbeiten unter Zeitdruck überlastet zu sein, in allen anderen Branchen sind es 50 Prozent. „Die Arbeitssituation in der Pflege greift die Gesundheit der Beschäftigten massiv an. Wenn die Beschäftigten ausfallen, werden Kollegen zusätzlich belastet, dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden“, sagte Heiner Beckmann, NRW-Chef der Barmer. „Die Attraktivität der Pflegeberufe muss durch bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter gesteigert werden.“ Daher sei es nötig, dass der Gesetzgeber eine Finanzreform der Pflegeversicherung anpacke. Beckmann fordert, den Beitragssatz zur Pflegeversicherung einmalig anzuheben und den Bundeszuschuss aus Steuermitteln regelmäßig zu zahlen

Kassenärzte warnen vor Stopp der Erstimpfungen mit Biontech

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor einem Stopp der Erstimpfungen mit Biontech in den Praxen. „Die vom Bundesgesundheitsministerium für Mai angekündigten Mengen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer reichen nicht aus, um damit ab Mitte des Monats Erstimpfungen in nennenswertem Umfang in den Praxen durchführen zu können“, erklärte KBV-Chef Andreas Gassen in einer Mitteilung an die Praxen, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Montagausgabe berichtet. „Grund hierfür ist, dass ab diesem Zeitpunkt die erforderlichen Zweitimpfungen mit diesem Impfstoff erfolgen.“

Gassen forderte die Politik auf, „endlich dafür zu sorgen, dass die Praxen genügend Impfstoff erhalten“. „In der Woche nach Ostern konnten die Arztpraxen zum ersten Mal etwa eine Million Biontech-Dosen verimpfen. Ab der zweiten Maiwoche wird dann die zweite Impfung fällig. Da aber jetzt insgesamt nur 1,3 Millionen Biontech-Dosen bereitgestellt werden können, werden nicht mehr so viele Erstimpfungen stattfinden können wie bisher“, sagte der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis. Er forderte zudem, rasch auch Kinderärzte einzubeziehen: „Wir haben bezüglich der Verträglichkeit des Biontech-Impfstoffs nur positive Rückmeldungen. Ich bin mir sicher, dass die Kinderärzte schnell den bald auch für Kinder zugelassen Impfstoff einsetzen werden“, sagte Preis.

Schon jetzt könnten die Kinderärzte Kinder ab 16 Jahren mit dem Biontech-Impfstoff impfen, zurzeit müssten sie aber noch die Priorisierung beachten.

Scholz dringt auf weitreichende Ausnahmen von Corona-Beschränkungen

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) dringt auf weitreichende Ausnahmen von den Corona-Beschränkungen. „Geimpfte müssen die gleichen Möglichkeiten haben wie Genesene und frisch Getestete“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). Ihm sei wichtig, dass sich eine entsprechende Verordnung des Bundes streng an den Grundrechten orientiere.

Einschränkungen der Handlungsfreiheit seien nur gerechtfertigt, wenn sie dem Schutz der eigenen Gesundheit und der anderer Bürger dienten. „Wo das nicht der Fall ist, sehe ich wenig Grundlagen für Beschränkungen.“ Als Beispiel nannte Scholz die Ausgangssperren.

„Das Infektionsschutzgesetz sieht bereits Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen vor: für diejenigen, die Angehörige betreuen, von der Arbeit kommen oder Sport machen zwischen 22 und 24 Uhr“, sagte er. „Um Ausnahmen für Personen, die niemanden gefährden, weil sie vollständig geimpft sind, wird man da nicht herumkommen. Die Argumente, die dagegen ins Feld geführt werden, überzeugen mich nicht.“

Bei der Maskenpflicht wird es allerdings bleiben, wie der Finanzminister deutlich machte. „Wir werden wohl noch länger Abstands- und Hygieneregeln beachten müssen. Das hört nicht von einem Tag auf den anderen auf, auch nicht für die Geimpften, denn ein Restrisiko bleibt bestehen“, sagte er.

„Selbst wenn Geschäfte, Restaurants und Hotels wieder offen sind, wenn Kultur- und Sportveranstaltungen wieder stattfinden können, wird es noch Regeln geben zum Schutz für uns alle, die wir zu beachten haben.“ Skeptisch zeigte sich Scholz mit Blick auf Großveranstaltungen wie das Münchner Oktoberfest. Für das Oktoberfest spreche „noch nicht sehr viel“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Große Menschenmengen auf engstem Raum sollten wir uns erst mal noch verkneifen.“ Es sei wichtig, bei den Öffnungen schrittweise vorzugehen, „sonst würden wir den Weg aus dieser vermaledeiten Pandemie nur verlängern“.

Saar-Regierungschef: Geimpfte von Beschränkungen ausnehmen

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans dringt auf rasche Ausnahmen von den im Infektionsschutzgesetz verankerten Corona-Maßnahmen. „Die weitgehenden Grundrechtseinschränkungen dürfen kein Dauerzustand werden“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Vollständig Geimpfte und von Corona Genesene von privaten Kontakt- und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen auszunehmen, halte ich für vernünftig und rechtlich auch geboten.“

Wenn wissenschaftlich nachgewiesen sei, dass von vollständig Geimpften und Genesenen keine besondere Gefahr mehr für andere ausgehe, „dann müssen wir diesen Menschen ihre im Grundgesetz verbrieften Freiheitsrechte auch wieder zurückgeben“, forderte Hans. Das Saarland hatte Geimpfte und von Corona Genesene bereits am Freitag mit negativ Getesteten gleichgestellt, etwa beim Zugang zum Einzelhandel. Es sei gut, dass „jetzt auch Bundespläne auf dem Tisch liegen“, so Hans.

Diese sollten in dieser Woche in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Hausärzteverband verlangt Impfkonzepte für Jüngere

Der Deutsche Hausärzteverband fordert schnellstmöglich Impfkonzepte für Jüngere. Man beobachte, dass viele jüngere Menschen „nach mehr als einem Jahr im gefühlten Dauer-Lockdown und unter dem Eindruck der Perspektiv- und Aussichtslosigkeit rebellieren“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Darunter seien auch viele jüngere Menschen mit Migrationshintergrund.

Sie seien immer weniger bereit, sich an Quarantäne- oder Hygieneregeln zu halten. „Sie haben, auch weil viele von ihnen in großen Familien unter prekären Wohnverhältnissen leben, ein sehr hohes Risiko, das Virus weiterzugeben, und zugleich hatten und haben sie in der Pandemie extreme Einschränkungen zu erdulden“, sagte Weigeldt dem RND. „Umso wichtiger ist es, sie jetzt zu motivieren und ihnen zu signalisieren, dass sich aus einer Impfung für sie sehr klare Vorteile ergeben, dass sie ihre Grundrechte zurückbekommen und vor allem ihr Leben in Freiheit.“ Er beobachtet aber auch, dass viele sozial Benachteiligte und Migranten Impfangebote dankend annehmen.

„Wer schon vor der Pandemie regelmäßig Kontakt zu einem Hausarzt hatte, wer also bereits gut in die medizinische Versorgung integriert war, der meldet sich auch jetzt eher und ist leichter zu erreichen.“ Doch noch mangele es an Impfstoff. „Das ist wahrlich kein Problem der Hausärzte oder der Migranten, sondern einzig der Politik.“

Scholz will Regeln für vollständig Geimpfte schnell festlegen

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat in der Debatte um einheitliche Erleichterungen für vollständig Geimpfte eine schnelle Klärung angekündigt. Er halte es für realistisch, dass die geplante Verordnung noch in dieser Woche in Kraft treten könne, sagte Scholz dem ARD-Hauptstadtbüro im „Bericht aus Berlin“. Probleme bei der Kontrolle der Verordnung sehe er indes nicht.

Sobald Impfstoffe für Kinder zugelassen seien, müssten diese auch sofort geimpft werden, fordert Scholz. „Wenn wir den Impfstoff haben, der freigegeben ist für Kinder, dann soll er auch genutzt werden – sofort. Und wir haben ja die gute Botschaft gerade gehört, dass der Biontech-Impfstoff jetzt eine Zulassungsbeantragung bekommen könnte“, sagte Scholz.

Der Antrag für den Biontech-Impfstoff sei gestellt. „Es muss jetzt noch entschieden werden. Das spricht also dafür, dass wir das ganz schnell hinkriegen. Und das wäre natürlich eine große Erleichterung“, sagte er. Ein Vorziehen von Impfungen für Eltern schließt Scholz allerdings aus. „Wir haben sehr klare Prioritäten festgelegt und sind bei der Frage – Wer kommt zuerst dran? – erst mal an die gegangen, die besonders schützenswert sind, weil sie mit dem Leben bedroht sind“, so Scholz.

 

 

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