Pakistans Premier verlangt vom Westen „Blasphemie-Gesetze“ zum Schutz von Muslimen

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Es ist ein weiteres Beispiel unfreundlicher Einmischung eines islamischen Führers in die Innenpolitik europäischer Länder: Der pakistanische Premierminister Imran Khan verlangt von den westlichen Ländern, vor allem Frankreich und Deutschland, spezielle Blasphemiegesetze zum Schutz der religiösen Gefühlen von Muslimen zu erlassen. Außerdem ruft er zu einem Boykott westlicher Waren auf. Vorwand sind wieder einmal die Mohammed-Karikaturen.

Dass diese weiterhin frei gezeigt würden, ist für Khan wie für fast alle Führer des weltweiten politischen Islams eine Dauerprovokation, und auch die – in Pakistan von der breiten Bevölkerungsmehrheit begrüßte – barbarische Enthauptung des Pariser Lehrers Samuel Paty nötigt ihm diplomatische Zurückhaltung bei diesem sensiblen Thema ab. Stattdessen verlangt er dreist, die Verletzung der religiösen Gefühle von 1,5 Milliarden Muslimen auf eine Stufe mit der Leugnung des Holocausts an den Juden zu stellen – die in Frankreich und Deutschland als Straftat geahndet wird.

Dass das Bezweifeln des Nazi-Holocausts an den Juden während des Zweiten Weltkriegs zu Gefängnisstrafen führe, nicht jedoch „obszöne Karikaturen“ religiöser Glaubensführer einschließlich des Propheten Mohammed zu veröffentlichen, sei eine Diskriminierung, so Khan, der mitteilte, die pakistanische Regierung stünde in dieser Frage bereits in Kontakt zu anderen muslimischen Ländern.

Sonderrechte für Muslime im Westen gefordert

Eine angemessene Antwort auf diesen diplomatischen Affront, der auch inhaltlich haarsträubend und hochgradig vermessen ist (im einen Fall geht es um ein Jahrtausendverbrechen an Millionen Unschuldigen, im anderen Fall um religiöse Satire) wird wohl leider weder von der EU-Kommission noch vom verzwergten Außenminister der Bundesrepublik, Heiko Maas, zu erwarten sein. Die EU will und kann es sich nicht mit der muslimischen Fünften Kolonne vor der eigenen Haustür verscherzen.

Hintergrund für Imran Khans Forderung nach Blasphemiegesetzen sind seine Bemühungen, sich als einer der neuen politischen Führer der Muslime zu profilieren, wie das britische Portal „BCFocus“ schreibt. Khan, so das Medium, gehe derzeit vor den Fundamentalisten im eigene Staat in die Knie, um sich deren Zustimmung zu sichern. Erst vor kurzem eröffnete er im südliche Punjab ein neues Islamsekretariat, dessen erklärtes Ziel es ist, die Rechte von Muslimen in allen Staaten zu stärken und vor allem ihre westlichen Gaststaaten zu zwingen, notfalls entsprechende Sonderrechte zu erlassen – etwa gegen Blasphemie. Hierzu will Pakistan ein konzertiertes Vorgehen der islamischen Hemisphäre organisieren. Solange der Westen hier nicht handele, sollten westliche Luxusgüter boykottiert werden, forderte Khan von seinem Volk. (DM)

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