Ökofaschismus im Tagesspiegel: Die gute Virendiktatur wäre auch eine gute Ökodiktatur

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Im „Tagesspiegel“ macht sich ein gewisser Max Tholl Gedanken zur Nützlichkeit dystopischer Stimmungen. Was in Merkels Virendiktatur schon ganz gut funktioniere, müsste auch ganz formidabel in einer Klimadiktatur hinhauen, meint der Totalitarist – und plädiert für das Schüren einer dystopischen Stimmung angesichts des von ihm als existent identifizerten „Ökozids“. Das Plädoyer für eine Rechnung der ganz anderen Art.

von Max Erdinger

Es gibt bekanntlich Leute, die immer rechthaben wollen. Und dann gibt es welche, die meistens rechthaben, ohne daß sie es wollen. Vor etwa einem Jahr habe ich gesagt, das Schlimmste an der sogenannten Pandemie (nach alleiniger Definition von „Pandemie“ durch die WHO 2009) sei gar nicht das Virus, sondern der Erkenntnisgewinn, den Regierungen anhand des Verhaltens der Masse in westlichen Demokratien haben werden bezüglich der Frage, in welchen Rahmen sich deren Denken hineinpressen läßt. Wer schon vorher den Verdacht hatte, daß es sich bei der mantraartig beschworenen Demokratie in westlichen Ländern um eine reine Showveranstaltung handeln könnte, weil diesen Demokratien die Demokraten fehlen, dem wurden durch die Coronakrise reichlich weitere Indizien dafür geliefert, daß er mit seinem Verdacht richtig liegen könnte. Es ist nämlich so: Damit der Demokrat als Demokrat wirken kann, müsste er informiert sein. Da er sich jedoch aus einer Vielzahl von Gründen lieber aus immer denselben Quellen informieren läßt, anstatt sich aktiv um seine Informiertheit zu kümmern, wird er steuerbar. Zumal dann, wenn die Quellen, aus denen das strömt, was er hernach für seine Informiertheit hält, mehr oder weniger gleichgeschaltet sind.

Außerdem sage ich seit Jahren, daß das, was sich politisch durchsetzen läßt, im Grunde vom Selbstbild abhängt, das der desinformierte Bürger von sich hat. Es reicht durchaus, daß er sich für informiert hält, um ihm durch ständige Bauchpinseleien zu suggerieren, seine Meinung zähle – und daß die Welt ein besserer Ort wäre, dächten alle so wie er. Tatsächlich informiert sein muß er dazu nicht. Das wäre sogar äußerst kontraproduktiv im Sinne derer, die ihn lediglich verwalten wollen. Der Grundtenor, welcher dem Souverän ständig eingehämmert wird, ist zusammengefaßt der folgende: Du bist wichtig, auf dich kommt es an, deine Meinung zählt, die Welt muß wissen, was dir gefällt („gefällt mir“), du bist gleichberechtigt, deine Meinung ist gleichberechtigt, bring dich ein, mach´ mit, du hast Ansprüche, dir gehört dein E-Mail Provider („mein gmx“), eine Möbelhauskette („mein Möbelhaus“), eine Versicherungsgesellschaft („meine Versicherung“) usw.usf. – und die zu Aktivisten mutierten Journalisten sind deine Freunde, weil sie dir niemals sagen, was du zu müssen haben sollst, sondern sich bei dir immer über ein recht durchsichtiges „wir“ einschleimen. („Wir müssen, „wir“ brauchen, „wir“ dürfen nicht). In Wahrheit ist dieses ubiquitäre „Wir“ nichts weiter als ein trojanisches Pferd.

Unzweifelhaft sind „wir“ in der „Pandemie“ inzwischen an dem Punkt angelangt, an dem das trojanische Pferd bereits im Innenhof der demokratischen Festung steht, die Klappen aufgehen – und die „Wir“-Sager aus dem Inneren der hölzernen Monstrosität heraus schwer bewaffnet den Innenhof fluten, um denen „das Maul zu stopfen“, denen jetzt erst auffällt, daß die „Wir“-Sager immer „Ihr“ gemeint hatten, wenn sie „Wir“ sagten.

Das trojanische Pferd aus der griechischen Mythologie ist auch bekannt als Danäergeschenk. Daher der Satz: „Ich fürchte die Danäer, auch wenn sie Geschenke bringen“. Um einen der übelsten Danäer aus dem Bauch des trojanischen Gegenwartspferdes handelt es sich bei Max Tholl, dem Kommentator im „Tagesspiegel„. Er – als Teil des herbeihalluzinierten „Wir“ – erklärt „uns“, warum die Debatte um den „Ökozid“ nützlich sein soll.

Gleichberechtigt: Genozid und Ökozid

Umweltzerstörung auf einer Stufe mit Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Die Forderung bekommt zunehmend politischen Rückhalt. Mehrere europäische Staaten wie Spanien, Schweden oder die Benelux-Länder wollen Ökozid als internationales Verbrechen durchsetzen, auch das EU-Parlament unterstützt ein solches Vorgehen, und selbst der Papst deklarierte Ökozid als eine katholischen Sünde. Im Juni will das Netzwerk „Stop Ecocide“ nun eine konkrete juristische Definition des Begriffes präsentieren, die als Entscheidungsbasis dienen soll.“ – finde den Fehler: „Mehrere europäische Staaten … wollen“. Ganz übler Taschenspielertrick. Staaten haben keinen Willen. Gewisse „die Menschen“ in gewissen Staaten haben einen. Und diese gewissen „die Menschen“ gälte es zu identifizieren. Das hätte Tholl auch fast getan, und zwar in der Zwischenüberschrift über dem hier zitierten Absatz. Aber eben nur fast. „Ein internationales Netzwerk will, dass „Ökozid“ auf eine Stufe mit Völkermord gestellt wird.“ Woraus besteht ein internationales Netzwerk, das etwas will? Ebenfalls aus Personen, die etwas wollen. Wer nicht „stocktotalitäre Neunmalkluge“ schreiben will, der schreibt eben von Staaten und Netzwerken. Tholl ist selbst stocktotalitär, wie sich noch herausstellen wird.

Der stocktotalitäre Besserwisser beim „Tagesspiegel“

Die französische Nationalversammlung habe kürzlich dafür votiert, den Straftatbestand des „Ökozids“ einzuführen. Angestrebt sei, „Umweltzerstörung“ künftig mit Geldstrafen bis zu mehreren Millionen oder Haft bis zu zehn Jahren zu sanktionieren. Die „böse“ französische Opposition jedoch sei quasi ein Verein zurückgebliebener Fortschrittsverhinderer.

Tholl: „Die Opposition nennt das Vorhaben einen „Sprachmissbrauch“, der in eine „normative Hölle“ führe. In Frankreich und auf internationaler Ebene streiten sich nun Jurist:innen über den Begriff Ökozid und dessen juristische Konsequenzen. Auch wenn sich noch keine Umweltsünder in Den Haag verantworten müssen, erzeugt die Diskussion bereits die notwendige Dringlichkeit.“ – Was diesbezüglich eine notwendige Dringlichkeit ist, weiß Max Tholl natürlich, weil: Die Wissenschaft!

Der Totalitarist vom „Tagesspiegel“: „Dazu bedarf es eigentlich keines Justizthrillers, ein Blick auf die wissenschaftliche Evidenz sollte schon reichen„. – Da reicht meinemeinen ein Blick, um zu erkennen, daß Tholl in der Lage ist, mit einem Blick zu erkennen, was ihm persönlich gefällt. Es ist nämlich so, daß ein Blick nicht ausreicht, um wissenschaftlich  irgendetwas zu erkennen, sondern daß es vieler Blicke in die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Publikationen bedarf, um zu erkennen, daß es diese wissenschaftliche Evidenz für einen menschlich verschuldeten „Ökozid“ nicht gibt. Es gibt noch nicht einmal einen „Ökozid“, sondern allenfalls lokal begrenzte Eingriffe des Menschen, die für eine gewisse Zeitspanne das Ökosystem verletzen. Und das auch nur unter der Voraussetzung, daß man den Menschen als natürlichen Bestandteil des gesamten Ökosystems aus demselben herausrechnet. Daß der Mensch mit seinen spezifischen Eigenarten so sehr Teil des Ganzen sein könnte wie alles andere, scheint ein Gedanke zu sein, den einer wie Tholl nicht denken kann oder nicht denken will, womöglich deswegen nicht, weil ihm ein solcher Gedanke nicht gefällt. „Mein gmx“, „meine Gedanken“, „meine Überzeugungen, „mein Willen“ usw.usf. – und: es gibt keine objektive Wahrheit. Auch ein Tholl konstruiert sich seine Realität selbst (1. Axiom der Sozialpsychologie).

Max Tholl: „Es kann nur guttun, dem mangelnden Bewusstsein für die Klimakrise mit etwas dystopischer Stimmung nachzuhelfen.„. – Nein. Es kann nur guttun, dem mangelnden Bewußtsein für die Freiheitskrise in der demokratischen Showveranstaltung ein bißchen nachzuhelfen, indem man ausschließlich solche Typen wie Tholl in eine dystopische Stimmung schickt. Und zwar in eine sehr persönliche. So geht die Rechnung, wenn hernach das Ergebnis stimmen soll.

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