Mit Lauterbachs Corona-Panik-Express durchs Jahr – Nächster Halt: Indien

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Wann immer irgendwo auf Gottes Erdboden eine neue Mutante des Sars-CoV2-Virus ihre wissenschaftliche „Seriennummer“ bekommt und fortan nach dem Land ihres Erstauftretens (um nicht zu sagen: ihrer „Markteinführung“ benannt wird), ob Irland, England, Südengland, Südafrika, Brasilien oder nun Indien: Begierig wird sie von den staatlich akzeptierten Experten aufgegriffen und in ihre Warn-Narrative und Alarmismen eingebaut, auch wenn ihre viralen Eigenschaften, insbesondere ihre Gefährlichkeit gegenüber der Ursprungsvariante, noch überhaupt nicht abschließend untersucht ist.

Apropos Ursprungsvariante: Wer erinnert sich noch, wie auf Donald Trump ein weiteres Mal als Rassist und Urheber angeblicher antiasiatischer Pogrome in den USA medial eingedroschen wurde, als er vor knapp einem Jahr – sachlich völlig korrekt – vom „chinesischen Virus“ sprach? Dieselben Journalisten und Multiplikatoren, die darüber an die Decke gingen, haben ironischerweise überhaupt kein Problem, uns seit Monaten mit der „hochansteckenden britischen Mutation“, mit der „tödlichen brasilianischen Mutante“ und vor allem aktuell mit der „indischen Variante“ in die Verzweiflung zu treiben. Über eine Diskriminierung der Herkunftsländer all dieser Viren-Updates hat sich in diesem Fall noch keiner beklagt.

Auch nicht Karl Lauterbach, dem das jeweilige Entstehungsgebiet neuer Mutanten ohnehin völlig Wurscht ist – Hauptsache, diese lassen sich für seine längst zum religiösen Glaubensbekenntnis verfestigte Botschaft nutzen, das tödlichste Virus der Welt, mit dem nicht zu spaßen ist, offenbart sich in vielen Gesichtern, und je harmloser es sich objektiv auswirkt, umso tückischer muss es sein. Fehlen die Toten für den Moment, dann drohen sie in der nahen oder mittelbaren Zukunft, und geben die Statistiken vor Ort in Deutschland nicht die gewünschten Horrorszenarien her, dann schweift der Blick eben in die Ferne.

So kommt es, dass nun weder der Medienmainstream noch Lauterbach (der aufgrund eines augenärztlichen Routineeingriffs aktuell gerade für wenige glückliche Tage Talkshow-Pause einlegt) seit März mehr von der dort so apokalyptisch wütenden Brasilien-Mutante P.1 viel reden, zu deren europäischem Einfallstor der „verrückte Professor“ damals die Balearen erklärte. Die Bilder kollabierender Kliniken in Manaus, brennender Felder eingeäscherter Covid-Leichen und gigantische Inzidenzwerte in den Bundesstaaten des Amazonasgebiets verschwanden um Ostern herum jäh aus der öffentlichen Wahrnehmung. Es folgte die Debatte um Öffnungen und Lockerungen, die bekanntlich in den nochmals verschärften Mega-Lockdown inklusive Ausgangssperre mündete (der Lauterbach selbstverständlich auch noch lange nicht weit genug geht).

Aus Brasilien mach Indien

Und jetzt, da das Notbremsengesetz durchgewunken ist und Deutschland dichtgemacht hat, und da wieder einmal (wie im ersten Lockdown) die Bevölkerung in banger Erwartung bibbert, wann denn die Kliniken nun kollabieren und sich die ausgeschmückten Beatmungspyschosen bewahrheiten: Da passiert, wie von wachen Beobachtern vorhergesagt: NICHTS. Obwohl doch die Zahlen weiter explodieren müssten, ehe die gerade seit fünf Tagen greifende, angebliche so unerlässliche Notbremse zu wirken beginnt, sind sie unverändert oder sogar rückläufig. Doch bevor sich der eine oder andere Coronazi und Regelbefolger vergackeiert und von der Regierung unter Vorspiegelung falscher Darstellungen getäuscht fühlt, weil die Katastrophe wieder einmal ausgeblieben ist: Da taucht plötzlich Indien als rettendes Testimonial der Virusgefahr am Horizont auf.

Und prompt springt die Coronapropaganda mit zwei Füßen darauf, um jedem zweifelnden Deutschen mit Schilderungen der dortigen medizinischen Versorgungslage Angst und Schrecken einzujagen und diese mit Bildern zu garnieren, die sich in Indien seit jeher und völlig unabhängig von Corona einfangen ließen (hätte sich denn dafür irgendjemand bisher interessiert). Kein Wunder, dass an diesem Montag auch Lauterbach  – fast wortgleich mit seinen damaligen Brasilien-Kassandrarufen – die extreme Gefährlichkeit der dortigen Mutante B.1.617 beschwor. Peinlich für den SPD-Corona-Neurotiker (und aufschlussreich für das Niveau der wissenschaftlichen „Begleitmusik“ zur Pandemie insgesamt hierzulande): Ausgerechnet Corona-Superstar Christian Drosten, die virologische graue Eminenz der Republik, kam gestern zu einem völlig anderen Schluss und nannte B.1.617 „nicht groß beunruhigend„; es gäbe keine Belege, dass sich Menschen durch sie schneller ansteckten oder schwerer erkrankten.

(Screenshot:Twitter)

Was kann der gemeine Angstbürger aus dieser erneuten Posse für sich mitnehmen? Vielleicht das: Angebrachtes Mitgefühl und Entsetzen über die schreckliche gesundheitliche Situation in Drittwelt- und Schwellenländern sind grundsätzlich gutzuheißen, aber dazu braucht es nicht diese Pandemie. Es ist dasselbe wie bei der Wahrnehmung der Lage auf Intensivstationen oder den Verstorbenen der Pandemie: Weil sie nur auf öffentliche Propaganda hin getriggert wird, ist diese Betroffenheit zynisch und heuchlerisch. Sie blendet weit mehr aus, als sie ins Bewusstsein rufen will. Und genau über diese Affekte soll hier Politik gemacht werden. In Wirklichkeit geht es nicht um die Lage in Indien, sowenig es um die in Brasilien geht. Sondern stets nur darum, wie sie sich für die deutsche Corona-Notstandspolitik nutzbar machen lässt. (DM)

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