Liest Liefers tatsächlich die Freien Medien?

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Bekanntlich klebt alles, was auf der Bundespressekonferenz herumwankt, außer vielleicht Boris Reitschuster, am Rockzipfel der Kanzlerin. Die ÖRR mit ihren Talkshows und die Propagandasendungen der Tagesschau und den anderen Nachrichtenformaten aus dem Kanzleramt kann man getrost ebenfalls in der Regime-Pfeife rauchen.

Da tut es gut, einmal zu lesen, dass jemand wie Jan Josef Liefers die Freien Medien verwendet, um sich besser und unabhängiger zu informieren.

Oder wie dürfen wir diese Meldung interpretieren?

In der Debatte um die Kampagne „Allesdichtmachen“ hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Macher der umstrittenen Videos kritisiert. „Ich finde die Kritik in den Clips teilweise geschmacklos und häufig zu undifferenziert“, sagte Spahn der Wochenzeitung „Die Zeit“. Etwas anderes lasse der Kunstansatz wohl aber auch nicht zu.

„Die Videos sind professionell gemacht. Ich verstehe aber, wenn manche sie zynisch finden; dass es zum Beispiel für Angehörige beatmeter Patienten verletzend ist, wenn da ein Schauspieler durch Atmen in die Tüte scheinbar ein Beatmungsgerät imitiert“, so Spahn weiter. Der CDU-Politiker hatte kurz nach Erscheinen der Kampagne beteiligte Künstler zu einem Dialog eingeladen.

Mit einem von ihnen, dem Schauspieler Jan Josef Liefers, führte er nun in der „Zeit“ ein Streitgespräch. „Es ist ja nicht so, dass ich alles, was wir machen, für perfekt halte“, sagte Spahn dabei. „Was mich allerdings wirklich stört, ist die vielfach behauptete These, wir hätten in unserem Land gleichgeschaltete Medien, die nur die Regierung beklatschen.“

Das habe ihn auch in Liefers` Video geärgert. Der Schauspieler erwiderte, dass die Videos in ihrer Verkürzung natürlich „undifferenziert“ seien. „Und damit natürlich auch zum Teil ungerecht. Das ist aber in diesen kurzen Clips und auf der Ebene von Satire gar nicht anders möglich. Natürlich weiß ich, dass sich viele Journalisten in diesem Land um Neutralität bemühen„, so Liefers. Spahn verwahrt sich gegen Forderungen, die Videos hätten nicht erscheinen dürfen: „Hinter jedem Tod steht ein Schicksal, das berührt. Persönlich halte ich aber nichts davon, den Tod als Argument einzuführen, um Diskussionen zu beenden.“ Die Hysterie in vielen Debatten, die häufig durch soziale Medien befeuert werde, schade mehr als sie nutzt, so der Minister: „Seit ich den Twitter-Account von meinem privaten Handy gelöscht habe, geht es mir jedenfalls viel besser. Und wirklich Relevantes verpasse ich auch nicht.“

Das ist gut zu wissen. Aber wann benutzt der Herr Minister schon sein privates Handy? (Mit Material von dts)

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