Kann man schon gratulieren? Der bayerische „Erbsenkönig“ Markus Söder liegt im völlig überflüssigen Kanzler-Kandidaten-Kampf weit vorne:

Die Union gewinnt mit seinem Namen sogar leicht wieder in der Wählergunst. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für die „Bild“ (Freitagausgabe) kommt die CDU/CSU auf 28 Prozent und verbessert sich im Vergleich zum INSA-Meinungstrend vom vergangenen Montag um einen halben Punkt. SPD (18 Prozent) und Linke (acht Prozent) gewinnen jeweils einen Punkt hinzu.

Die Grünen (20 Prozent) verlieren einen halben Punkt. AfD (zwölf Prozent) und FDP (zehn Prozent) halten ihre Werte. Sonstige Parteien kommen zusammen auf vier Prozent (-2).

Wenn die Wähler wüssten, dass Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union wäre, dann würde die CDU/CSU einen Punkt verlieren und käme auf 27 Prozent. Wenn die Wähler wüssten, dass Markus Söder Kanzlerkandidat der Union wäre, dann würde die Union zehn Punkte gewinnen und käme auf 38 Prozent. INSA-Chef Hermann Binkert sagte der „Bild“ dazu: „Demoskopisch ist die Kanzlerkandidatenfrage der Union klar beantwortet. Aktuell sind die Chancen von CDU und CSU, nach den Bundestagswahlen den Kanzler zu stellen, mit Markus Söder deutlich höher als mit Armin Laschet. Nur mit einem Kanzlerkandidaten Söder könnte ohne und gegen die Union nicht regiert werden. Der Kanzlerkandidat kann die Wahl entscheiden.“

Für die Erhebung befragte INSA im Auftrag der „Bild“ am 15. April 2021 insgesamt 1.007 Bürger.

Eine weitere Umfrage zeigt, dass Markus Söder weiter den deutlich größeren Zuspruch in der Bevölkerung als Armin Laschet erfährt. Aktuell halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger den bayerischen Ministerpräsidenten für den geeigneteren Kanzlerkandidaten, um die Unionsparteien in die Bundestagswahl zu führen, dies ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“. 15 Prozent der Bundesbürger und 17 Prozent der Unions-Anhänger sehen dagegen in NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den geeigneteren Unions-Kanzlerkandidaten.

Jeder dritte Wahlberechtigte (33 Prozent) hält keinen der beiden Bewerber für geeignet, die CDU/CSU in die Wahl zu führen. Bevor die Grünen am kommenden Montag ihren Spitzenkandidaten für die Kanzlerkandidatur benennen, hat Annalena Baerbock einen kleinen Vorsprung vor Robert Habeck. 24 Prozent halten sie für geeigneter, die Grünen in die Bundestagswahl zu führen, 22 Prozent Habeck.

35 Prozent der Wahlberechtigten halten keinen der beiden für passend. Bei den Anhängern der Grünen ist der Vorsprung für Annalena Baerbock deutlicher: 50 Prozent würden sich für sie, 35 Prozent für Robert Habeck entscheiden. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest befragte vom 13. bis 14. April insgesamt 1.174 Wahlberechtigte in Deutschland.

Und während Deutschland auf Grund der CDU (und natürlich der SPD) vor die Hunde geht, gibt es in der Union nur das eine Thema:

Abgeordnete der Unions-Bundestagsfraktion sammeln Unterschriften, um die Frage der Kanzlerkandidatur notfalls in der Fraktionssitzung am kommenden Dienstag zu klären. Die Liste wird vom Vorsitzenden des Europa-Ausschusses Gunther Krichbaum (CDU) organisiert, berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. „Wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung. Aber wenn die nicht kommt, muss am kommenden Dienstag in der Fraktion entschieden werden“, sagte Krichbaum dem „Spiegel“. Und weiter: „Die Fraktion ist das einzige Gremium, in dem CDU und CSU gemeinsam sitzen.“ Die Aktion, die am Donnerstagabend gestartet wurde, geht laut Bericht auf mehrere Unions-Abgeordnete zurück.

Krichbaum gilt als Unterstützer von CSU-Chef Markus Söder im Kampf um die Kanzlerkandidatur. In der vergangenen Woche war eine ähnliche Liste bereits von 70 CDU-Abgeordneten unterschrieben worden. Ein Votum in der Fraktion gilt als letzte Option im Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und Söder.

Im Jahr 1979 gab es bereits einmal ein Votum über die Kanzlerkandidatur. Damals ging CSU-Chef Franz Josef Strauß als Sieger hervor. (Mit Material von dts)