Politik auf der Intensivstation: Patientenstau dank Corona-Lockdowns

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Aus dem Lehrbuch für politische Dilettanten: Was muss ich tun, um als besorgter, tief betroffener und fürsorglicher Berufspolitiker rüberzukommen? In diesen üblen Lockdown-Tagen, welche uns die Regierenden selbst in diesem Land beschert haben?

Von Hans S. Mundi

Viele dürfen nicht mehr arbeiten, ihre Freunde nicht besuchen, deutsche Geisterstädte könnte man jetzt als düstere Kulisse für Zombie-Filme nutzen, ganze Branchen liegen zertrümmert am Boden – da muss Betroffenheit her. So sieht man gerade eben auf allen Nachrichtenkanälen den Bundesfinanzminister Olaf Scholz, mit Klinikhintergrund, vor die Kameras treten. Er bejammert und bewundert das arme, arme Pflegepersonal, welches „seit einem Jahr“ extrem eingespannt sei und blah und blubb und blök. Dann noch ein Satz mit „wir alle“ und der Mann, der hier geguckt hat, als ob gerade sein Lieblingshamster unter einen Tretroller gekommen ist, kann gleich wieder hinter den Kulissen entspannt grinsen und den Lieferservice des Deutschen Bundestags mit den Tagesempfehlungen kommen lassen. Was passt besser zur Krise da draußen (wo die Menschen leben, die man gelegentlich als Politiker irgendwohin mitnehmen will)…? Miesmuscheln á la Provence oder Ragout fin, dazu ein frisches Corona Pilsener…? Wohl bekomm’s, Herr Scholz.

Die Lage ist ernst, sie war mal ernster, ganz ernst ist es dann beim Karneval, wenn Ernst einen ausgibt

Ein Blick auf die Statistik des Intensivbettenregisters zeigt: Die Lage ist ernst, aber sie war bereits ernster. Und in nur wenigen Wochen könnte sie ernster denn je werden. Aktuell werden in Deutschland 4.662 Menschen mit einer Covid-19-Infektion auf Intensivstationen versorgt – der höchste Wert seit Ende Januar. Seit Jahresanfang steigt die Zahl kontinuierlich und liegt heute deutlich höher als noch im ersten Lockdown. Damals erreichte die Belegung der Intensivstationen mit 2.895 Patientinnen und Patienten Ende April ihren Höhepunkt. Von Belegungszahlen wie kurz nach Weihnachten scheinen die Intensivstationen noch etwas entfernt, doch der Trend zeigt in Richtung Überlastung.“

No mercy aus dem Lockdown-Bunker: „Wollt Ihr die totale Ausgangssperre…?“

Und nun kommt der nächste Lockdown samt Merkel-Ermächtigungsgesetz und Länder-Entmachtung sowie Bundestagsdemokratie-Ausschlussgarantie. Die Merkel, die macht was, hat sie alles unter Honecker und in glühender Verehrung von Lenin, den Merkel tatsächlich wohl gern mal in gemütlichen Mitläufer-Runden zitieren soll, gelernt. „Ohne Lockdown droht Triage“ sekundiert die linientreue „ZEIT“ ohne jeglichen Rest eines journalistischen Anstands und echter Recherche-Moral. Es droht also die eiskalte Selektion an deutscher Rampe, die es in der hiesigen Geschichte schon mal gab. Sorry, Sie können mit ihrem Herzinfarkt nächstes Jahr mal wieder kommen, dann dürfte was frei sein….. Fazit: Alles, was diese Krise derzeit in Bezug auf Patientenwohl betrifft, ist hausgemacht, kommt also aus dem Hause Spahn & Merkel. Aber bei glitschigen Gleitmedien, wie der „ZEIT“, wird schon lange nur noch den Mächtigen applaudiert und nicht mehr recherchiert. Das findet die Zonentrutsche in der Kanzlerbastelbude ganz toll.

Am deutschen Gesundheitswesen soll die Welt erkranken

Ein Vergleich der Krankenhauspläne aller Bundesländer zeigt einen eindeutigen Trend: weniger Betten, kürzere Verweildauer, mehr stationär behandelte Patienten. Auch in den kommenden Jahren ist keine Wende in Sicht. Nach § 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) ist eine wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser durch öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen zu bewerkstelligen, um eine bedarfsgerechte Versorgung mit leistungsfähigen, eigenverantwortlich wirtschaftenden Krankenhäusern gewährleisten zu können. Deshalb müssen die Länder, so will es § 6 des KHG, Krankenhausbedarfspläne (KHP) aufstellen. Was juristisch unter „bedarfsgerechter Versorgung“ zu verstehen ist, ist seit der Einführung des Krankenhausfinanzierungsgesetzes 1972 umstritten und nicht operational definiert. Ein Vergleich der aktuellen Krankenhausbedarfspläne zeigt jedoch, dass die Bundesländer bedarfsgerechte Versorgung offenbar nicht (mehr) in Verbindung mit der Anzahl der Betten in Krankenhäusern bringen. Denn diese ist seit Jahren in allen Bundesländern kontinuierlich gesunken. Zugleich zeigen die immer kürzer werdende Verweildauer und die steigende Zahl stationär behandelter Patienten (heute: 16,5 Millionen per annum), welcher Weg, vor allem im Hinblick auf das neue Entgeltsystem, eingeschlagen wird: hin zu mehr Leistungsverdichtung, weg vom bisherig dominierenden Finanzierungsparameter Krankenhausbett.
Wie sich die Bedarfsdeterminanten in den letzten fünf Jahren in den Bundesländern, auch in spezifischen Fachabteilungen, entwickelt haben, welche Länder besonders vom Abbau betroffen sind und wie die Prognosen für die nächsten Jahren aussehen, zeigt folgender Zahlenspiegel: Gab es 1997 noch 580 425 vollstationäre Betten in zugelassenen Krankenhäusern (Plankrankenhäusern, Vertragskrankenhäusern, Hochschulkliniken), waren es vier Jahre später nur noch 550 760. Somit sank auch die Bettenziffer (Bettenzahl pro10 000 Einwohner) von 70,73 (1997) auf 67,0 (2001).“

Bundesregierung: Wir gehen kaputt, geht ihr mit…?!

Worum geht es denn eigentlich wirklich? Erstens geht es also um Betten, die wegen drohender Corona-Fälle alsbald quasi überbelegt sein werden. Aha. Erinnern wir uns. Bereits im letzten Frühjahr 2020 ging die erste große Covid-Corona-Panikbombe hoch. Und dann geschah bald Seltsames: Die politisch herrschende Klasse erinnerte sich in schierer Panik, dass sie seit Jahren (!) das Gesundheitssystem kaputt spart und es in ein plansozialistisches, staatskapitalistisches Kosten-Nutzen-Verwaltungungetüm transformiert. Bettenabbau und Schließung von Kliniken, teils durch radikale Standortschließungen bzw. Zusammenlegungen von Kliniken, waren und sind die Folge. Die Verweildauer in den Krankenbetten nach Behandlungen wurde drastisch verkürzt – mit entsprechender Verlagerung gesundheitlicher Risiken mangels angemessener Betreuung, nach z.B. schweren Operationen, ins Private. Der gute alte Hausarzt, der auch mal vorbei kommt, der wurde inzwischen auch so gut wie abgeschafft.

Über Afrika lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt

Es muss doch möglich sein, aus Deutschland ein Entwicklungsland zu machen, die Afrikaner warten doch auch gerne ein paar Jahre auf eine notwendige OP (Sarkasmus off). Mittendrin in dieser menschenfeindlichen Politik natürlich Die GrünInnen, wie man in Baden-Württemberg deutlich an Skandalen erkennen konnte (Jouwatch berichtete über Grüne Korruption im Gesundheitswesen im Ländle). Aber darüber muss gesondert weiter berichtet werden, die deutsche „Gesundheitspolitik“ ist ein einziger Skandal – auf allen Ebenen. Schon lange.

Zocken mit Zahlen, Spiel auf Leben und Tod

Der Hammer: Seitdem die mit Covid-19 getesteten Patienten zunehmen, sinkt die Gesamtzahl der Intensivpatienten in ähnlicher Größe. Nochmal: Die Anzahl der Intensivpatienten geht seit Mitte September zurück! Was berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten? Es wurde der aktuelle Anstieg der positiv getesteten Intensivpatienten gezeigt und richtigerweise mit 1.470 angegeben. Über die in ähnlichem Umfang gesunkene Gesamtzahl der Intensivpatienten wurde nichts mitgeteilt. Dadurch können sich die Zuschauer kein eigenes realitätsnahes Urteil bilden. Sie werden durch Unterlassung weiter in ihren Ängsten geschürt. Prinzip Lückenpresse? Warum sinken die Zahlen der Intensivpatienten? Eine Nachfrage beim Intensivregister ergab folgende Antwort: Vermutlich werden geplante medizinische Behandlungen wie Operationen aufgeschoben, um die Kapazitäten nicht zu überlasten. Dadurch könnten die Zahlen sinken. Zu einer anderen Erklärung konnte vom Intensivregister keine Antwort gegeben werden: Einige oder Viele der positiv getesteten Intensivpatienten sind nicht eigentlich an Covid-19 erkrankt, sondern wegen anderer Krankheiten in Behandlung.

Vielleicht wirkt alles zusammen auf die Zahlen der Intensivpatienten. Genaues ist anscheinend nicht bekannt.“

Merkels Kabinett der Quacksalber und Scharlatane

Zurück ins letzte Jahr. Als der erste scharfe Lockdown im März 2020 das Land lahmlegte, da beschloss die „Berliner Kompetenz“ (kleiner Witz, haha) auch gleich sämtliche Betten in den Krankenhäusern zu reservieren und für die Opfer der Pandemie freizuhalten. Die Folge waren massenhaft aufgeschobene Operationen und medizinisch meist dringend notwendige Behandlungen. Dieser Zustand löste sich dann zwar sukzessive auf, als die Lockerungen wieder kamen, aber Insider wussten zu berichten, wie sich private Kliniken diebisch freuten, sich leere Covid-Bereitschaftsbetten sündhaft gut bezahlt vom Staat finanzieren zu lassen, statt darin Seelsorge für Kranke zu betreiben, die ja auch noch verpflegt werden müssen und Dreck machen. Der Zynismus ist ein Großmeister aus Deutschland. Hinzu kamen in dieser Gemengelage statistische Schräglagen, die so eine Art Akrobatik mit Zahlen waren und sind. Kamen nun dann wieder die gewöhnlichen Patienten nachgerückt, weil die pandemischen Betten gar nicht mehr im großen Umfang benötigt wurden, war darunter natürlich auch der eine oder andere, der eigentlich nur am Meniskus operiert wurde – aber in einem Routinetest Covid-positiv war. Auch ohne den geringsten Schnupfen oder Husten war diese Person nun ein Covid-Bettenbeleger, der sämtliche „Experten“ warnen ließ, dass man auch den Meniskus nicht unterschätzen, äh, sorry, die kommende Überlastung des deutschen Gesundheitssystems nicht unterschätzen dürfe.

Merkels Politik ist ein einziger Behandlungsfehler

1.500 Operationen pro Woche werden normalerweise an der Charité insgesamt durchgeführt. Im April und Mai sank diese Zahl um die Hälfte. Die Zahl der Belegungstage in Krankenhäusern in Deutschland sank im Frühjahr drastisch um zehn Millionen Tage: Legt man eine durchschnittliche Behandlungsdauer von acht Tagen zugrunde, bedeutet das: 1,25 Millionen weniger Fälle. „Es wurden Behandlungen verschleppt, zum Beispiel von Herzinfarktpatienten oder Schlaganfallpatienten“, kritisierte Astrid Zobel vom medizinischen Dienst neulich auf einer Pressekonferenz. „Krebspatienten wurden nicht rechtzeitig behandelt und das führt zum Schaden bis hin zum Tod von Patienten. Das heißt, wir müssen darauf achten, auch in Pandemiezeiten, dass alle Patientengruppen berücksichtigt werden und dass Behandlungen rechtzeitig stattfinden, weil eine Behandlung, die zu spät erfolgt, ist auch ein Behandlungsfehler.““

Merkel hat den Gesundsheitsektor schwer beschädigt

1,25 Millionen Menschen mit dramatischen Krankheitsbildern wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, aber auch Augenoperationen wegen drohender Erblindung, nicht mehr funktionsfähige Implantate und Katheder, alles wurde einfach weggeschubst. Die Dunkelziffer der seit Corona-Ausbruch nicht Behandelten dürfte sich noch einmal drastisch erhöhen, denn sämtlich Ärzte gehen davon aus, dass viele Patienten bereits in den Arztpraxen abgewimmelt wurden und etliche auch selbst Angst bekamen, in den Kliniken mit Covid infiziert zu werden. Die Folgen waren und sind drastisch. Haben Sie in jüngster Zeit mal probiert, als Kassenpatient einen schnellen Termin bei einem Facharzt zu bekommen?! Wartezeiten bis zu drei Monate sind inzwischen normal, einige Arztpraxen nehmen Neupatienten gar nicht mehr an. Was unter Merkel drastisch im Gesundheitsressort verplant, kaputt bzw. krank gespart, überreguliert und sonstwie gegen die Wand gefahren wurde, ist gewaltig, all das passt in ihre Corona-Totalschließungspolitik wie der Ölkanister zum Lagerfeuer.

Merkels Totalschaden wird bis heute von den Medien ignoriert und schöngeredet

Der gewaltige stationäre Behandlungsstau im deutschen Klinikwesen nach den Lockdowns 2020 ragt natürlich bis heute noch in die Bettenkapazitäten hinein, von dort in die Arztpraxen und wieder zurück – hat auch nur ein deutsches Leitmedium jemals darüber berichtet…?! Dieser gewaltige Stau belastet Arztpraxen und Kliniken gleichermaßen, denn dank Merkels erstem Lockdown 2020 wurden potentiell bei mindestens 1,25 Millionen Menschen gesundheitliche Schäden und Langzeitfolgen verursacht, deren Behandlung nun erst recht noch mehr Zeit in Anspruch nimmt – ob nun im Klinikum oder bei Fachärzten draußen behandelt. Könnte Angela Merkel (und der falsche Doktor Spahn) wenigstens wie ein Milchmädchen rechnen, so würde sie leicht erkennen, dass ihre ständigen Lockdowns nicht helfen, sondern schaden. Und zwar gewaltig.

 

 

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