Deutschland 2021: Der Söder, die FAZ und die Corona-Egoisten

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Markus Söder wurde erneut wortbrüchig und in der FAZ räsoniert Johannes Pennekamp über den mangelnden Kooperationwillen intelligenter Coronaskeptiker mit intellektuell herausgeforderten Impfgeilisten. Die exponentiell wuchernde Geldmengenvermehrung der EZB hat derweilen keiner auf dem Schirm. Deutschland 2021 ist nicht wirklich „am Arsch“, sondern es sieht aus wie ein besonders dicker. Der Rundumschlag.

von Max Erdinger

Da steht man auf in der Früh, macht sich einen Kaffee, fährt den Computer hoch und überfliegt erst einmal die neuesten Schlagzeilen, um sich als nächstes ganz weit weg zu wünschen. Nicht schön, aber Realität. Mit Markus Söder geht es los.

Rückblende

Spätsommer 2020. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder versichert, daß er keinerlei Ambitionen auf die Kanzlerschaft habe. Sein Platz sei in Bayern, versichert er treuherzig, und da werde er auch bleiben. Den Bayern stehen Tränen der Rührung in den Augen. „Seht her, unser Markus, so einen Narren hat er an uns gefressen, daß er uns nie mehr verlassen will. Wos a netter Mensch.“ Ein halbes Jahr später ist Markus Söder plötzlich einer von zwei möglichen Kanzlerkandidaten der Union – und niemand hört ihn sagen, daß das überhaupt nicht in Frage komme. Stattdessen: Markus Söder behauptet, daß ein Mann seines Formats sich nicht vor der Verantwortung drücken dürfe, wenn ihm deren Übernahme angetragen wird. Es gelte sozusagen, die Bayernliebe zum Wohle des Ganzen hintanzustellen, weil das besonders edel sei. Um keinesfalls den Eindruck zu erwecken, es könnte gar nicht der Ruf sein, auf den er wartet, gibt er sich demutsvoll und bescheiden. Wenn sich die CDU für ihn als den Kanzlerkandidaten entscheide, werde er nicht kneifen. Wieder sind alle gerührt und voll des Lobes für den „Edelmütigen von Nürnberg“. Nimmt er doch in Kauf, als Wortbrüchiger dazustehen, und nur, weil er erkannt hat, daß Deutschland ihn dringend braucht. Egal, wofür man ihn halten könnte – er würde sogar seine Reputation als Ehrenmann opfern, um dem Lande und den „die Menschen“ zu dienen. Dann läuft´s dumm – und das CDU-Präsidium votiert für den eigenen Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten.

Zu diesem Zeitpunkt denken alle, Markus Söder müsse gottfroh sein, daß der Kelch der Kanzlerschaft an ihm vorübergegangen ist, und daß er voller Freude darüber, nun doch in Bayern bleiben zu dürfen, ein Glückwunschtänzchen für Armin Laschet zum Vortrage bringt. Doch weit gefehlt: Markus Söder denkt gar nicht mehr daran, sich von den CDU-Granden „rufen zu lassen“, um sich eventuell die schwere Bürde des Amtes aufhalsen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Plötzlich kann ihn das CDU-Präsidium einmal gepflegt an jenem Deutschland lecken, das sowieso schon aussieht wie ein besonders dicker Arsch. Mit Pickeln. Die CDU-Basis soll ihn nun rufen, nicht jenes obsolete CDU-Präsidium, das sich bereits gegen ihn entschieden hat. Damit alles gut wird für das Land und seine „die Maskenmenschen“. Was zählt da noch ein CDU-Präsidium? Was zählt da noch die Union von CDU und CSU? Was zählt es, daß der ziemlich frischgebackene CDU-Parteichef Laschet seinen Hut nehmen kann, wenn Söder entgegen dem Votum des CDU-Präsidums doch noch Kanzlerkandidat der Union wird? Was zählt es, daß es den Wahlkampf für die CDU nicht erleichtert, wenn es jetzt – nach dem Votum des CDU-Präsidiums – doch noch Söder werden sollte? In den Umfragen bei der CDU-Basis liegt Söder weit vor Laschet. Die Basis soll nun entscheiden, Söder „zu rufen“. Weil das nämlich sehr demokratisch -, und weil die Demokratie für Markus Söder das Wichtigste überhaupt ist. Ganz bestimmt. Wie Söder wohl reagieren würde, wenn aus der CDU jemand so mit dem CSU-Präsidium umspränge wie er selbst mit dem der CDU? – Egal. Söder hatte früher schon geäußert, daß Moral keine Kategorie von Politik sei.

Düpiert sind nun die Medienfritzen nicht nur bei der „Augsburger Allgemeinen„, die von einem genialen Schachzug Söders geschrieben hatten. Die Genialität hatten sie darin erkannt, daß Söder nur gewinnen könne, selbst wenn ihn das CDU-Präsidium nicht zum Kanzlerkandidaten kürt. Da hatten sie die Rechnung ohne Söder gemacht. Der sucht sich nämlich selber aus, ab wann er von einem Gewinn reden will. Unterhalb von „Kanzlerschaft“ erkennt er keinen mehr. Um das noch einmal klar zu sagen: Der Gewinn, den Söder erkennt, wäre natürlich immer nur zu verstehen als einer für das Land, nie als einer für Söder persönlich. Und doch gibt es Leute, die das partout nicht glauben wollen. Joachim Behnke beim SPIEGEL ist so einer. Schreibt doch der Spiegelant glatt, Söder fehle für das Kanzleramt die charakterliche Eignung. Unerhört.

Womit „wir“ wieder beim Punkt wären: Deutschland sieht aus wie ein richtig dicker Arsch. Mit Pickeln. Weil: wie ausgerechnet jemand, der nach Relotius und pi-pa-po noch für den SPIEGEL schreibt, auf die Idee kommen kann, er sei derjenige, der dazu berufen ist, über die fehlende charakterliche Eignung anderer Leute zu schreiben, bleibt in dem ganzen Ambitioniertengewusel ein völliges Mysterium. Und den wenigsten fällt das auf. Umso entsetzlicher wird das Ganze, wenn man bedenkt, daß sich Behnke im SPIEGEL keinesfalls überlegt haben kann, wem außer Söder noch die charakterliche Eignung für eine Kanzlerschaft fehlen könnte. Um es kurz zu machen: Dem dicken Arsch namens Deutschland fehlt es allmählich an charakterlicher Eignung für irgendwas. Und zwar kollektiv. Wer zwar über die fehlende charakterliche Eignung Söders schreibt, diejenige von Merkel, Laschet, Scholz, Baerbock, Habeck et al aber unter den Tisch fallen läßt, der hätte das Schreiben auch gleich bleiben lassen können. Oder er hätte sich für den ehrlichen und daher auch zielführenden Weg entschieden, indem er besser gefragt hätte, wer aus der politischen Klasse überhaupt noch die charakterliche Eignung für die Übernahme der Kanzlerschaft aufweist. Das ist höchstens noch eine Handvoll- und zu finden wären sie allesamt bei der AfD. Wer meint, auch dort sei niemand zu finden, muß die Suche nach der charakterlichen Eignung ganz bleiben lassen.

Söders Maskenmenschen und der FAZ-Kommentator

In dem ganzen wahnsinnigen Corona-Gewese, welches neben den Kanzlerschaftsfragen die bedeutendste Rolle im aktuellen Medienbetrieb der maximal Verarschten spielt, tat sich ein gewisser Johannes Pennekamp in der „FAZ“ als besonders staatsgläubiger Regierungsloyalist hervor, indem er den Querdenkern, Coronaleugnern und Impfgegnern – alles Euphemismen für „Selberdenker“ – vorwarf, sie verhielten sich „unkooperativ“, was ihm anscheinend vorkommt wie „asozial“. Sein Kommentar ist verziert mit dem Autorenbild von einem, der aussieht, als hätte er bereits die Hebamme um gütige Erlaubis zur eigenen Geburt gefragt.

Pennekamp: „Eltern klagen gegen die Masken in der Schule, Beschäftigte nutzen Tests nicht: Wer so unkooperativ handelt, provoziert härtere Lockdown-Maßnahmen.“ Wer ihm das als seine Überzeugung abnimmt, lebt wirklich im Arsch. Weil es zu seiner Aussage nämlich eine logische Analogie – schönes Wort in diesem Zusammenhang – gibt, die Pennekamp niemals über die Lippen käme: „Wer einen Minirock trägt, provoziert die Vergewaltigung.“ – Und „wir wissen“ alle, daß das niemals nicht stimmt. Es ist bemerkenswert, wie Pennekamp in der FAZ Verantwortung verschiebt. Wer sich nicht freiwillig die Finger amputieren lassen will, provoziert, daß ihm der ganze Arm abgehackt wird. Man fragt sich, ob die FAZ ihre Kommentatoren inzwischen im Pennercamp rekrutiert. Pennekamp: „Der Park ist sauber, solange jeder seinen Müll in die Tonne wirft. Verhält sich ein Einzelner asozial und lässt seinen Abfall liegen, verdirbt er allen anderen den Anblick der grünen Wiese. Er stiftet auch dazu an, es genauso zu machen. Kurzum: Kooperatives Verhalten lohnt sich für alle – schert einer aus, funktioniert es nicht.“ – Das ist nun eindeutig eine noch schlechtere Analogie, als die, die ich selber weiter oben ins Spiel gebracht habe. Aber ich finde schon noch eine, die ausgezeichnet zu „Kooperatives Verhalten lohnt sich für alle – schert einer aus, funktioniert es nicht“ paßt: „Führer befiehl, wir folgen! Einer für alle, alle für einen! Impft den Kruppstahl durchs Leder wie die Windhunde! Hopp-hopp!“.

Die FAZ hatte vor etlichen Jahren eine geradezu genialische Werbekampagne. „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ konnte man als Slogan lesen, während man zunächst nur die aufgefaltete Zeitung vor einem Kopf sehen konnte. Erst in einem zweiten Bild wurde gezeigt, welcher kluge Kopf das jeweils gewesen ist. Heute steckt der kluge Kopf nicht mehr hinter der FAZ, sondern er versteckt sich. Und zwar derartig geschickt, daß ihn niemand mehr entdecken kann. Ich nehme an, die FAZ wird demnächst sogar im Pennercamp gedruckt werden. Heißen würde das halt anders. „Initiative Pennerkollektiv e.V. – deine Druckwerkstatt in der Buchstabenfabrik“ klänge ganz gut. Die Kulturwerkstatt in der Kulturfabrik gibt es ja bereits. Warum sollten da Kommentatoren wie Pennekamp nicht zu Buchstabenmachern werden können? Liedermacher, Weinmacher, Möbelmacher, Frisurenwerkstatt … – waaahhh! Na egal, die ganze Impfungslandschaft ist eine grüne Wiese – und wenn es ordentlich zugehen soll, dann muß der Impftote eben in der Tonne landen. Schon sieht die Impfungslandschaft wieder manierlich aus. Honk-honk-hongkonghonk-vollhonk.

Unterdessen …

Während sich der dicke Arsch namens Deutschland mitsamt seiner Pickel den aufopferungsvollen Ambitionen des „Edelmütigen von Nürnberg“ widmet und den Gehorsamaufforderungen aus dem Pennercamp lauscht, quetscht sich hinterlistig und unbemerkt eine andere Tatsache unter der Wahrnehmungsschwelle durch: Die Bilanzsumme der EZB explodiert förmlich. Hatte sie sich in den Jahren von 1999 bis 2020 bereits fast verfünffacht, liegt sie nur ein Jahr später, also heute, beim 7,5-fachen. Die entsprechende Verlaufskurve steht inzwischen senkrecht. In den „Qualitätsmedien“ liest man allerdings kaum etwas dazu. Und das, obwohl der Sachverhalt ein überaus deutliches Indiz dafür ist, daß sich der Großteil aller Ersparnisse und Versorgungsansprüche per ungehemmter Geldmengenausweitung alsbald in Luft auflösen wird. Das wäre der Sachverhalt, der selbst noch den ängstlichsten und „kooperationsfreudigsten“ Impfgeilisten unter den staatsgläubigen Söderisten auf die Barrikaden bringen würde, anstatt ihn in der Erlaschung verharren zu lassen. „Wir“ sind schließlich ein Volk von Materialisten. Gestern im Radio gehört: Bauunternehmen beklagen eine Explosion der Kosten für Baumaterialien, besonders bei Holz. Kaum jemand weiß noch, wo er den Nachschub herbekommen soll. Angeblich sei zu viel Holz exportiert worden. Und prompt fiel mir eine Schlagzeile ein, die ich vor Wochen bereits überflogen hatte: China kauft in Deutschland ganze Wälder.

So stellt sich also erneut eine Verhärtung jenes Verdachts ein, den meinereiner aufgrund der geradezu göttlichen Koinzidenz eines zeitlich passenden Zusammentreffens von Viren- und damals bereits unlösbarer Wirtschaftskrise vor über einem Jahr geäußert hatte: Die „Pandemie“ ist nicht das Ding ansich, sondern ein medial eingesetztes Instrument zur Neuordnung der Weltwirtschaft auf Kosten der Massen in der westlichen Welt, was extrem ungerecht ist. Weil es aber für Ungerechtigkeiten und vorhergegangene Fehlentscheidungen aller Art immer Verantwortliche gibt, ist das Virus der ideale Verantwortungsnehmer. Dem Virus kann keiner was. Das ist wie mit der chinesischen KP. Der kann in China auch keiner was. Weswegen die „Pandemie“ in den Köpfen auch weiterexistieren wird in tausend Mutationen, so lange, bis die „Neuordnung der Weltwirtschaft“ zu Lasten von individuellem Besitz und Eigentum abgeschlossen ist.

Ach, bevor ich es vergesse: Neben Söder, Laschet und der Impfungslandschaft als grüner Wiese, dem Pennercamp und den Medien fast insgesamt, gäbe es schon noch ein paar andere Themen von heraussragender Wichtigkeit, über welche die Pickel am deutschen und demokratischen Breitarsch in einer repräsentativen Umfrage – Studie ginge auch – von Experten befragt werden sollten: Finden die Pickel, daß Meghan Markle eine falsche Bitch ist, die den armen Prinz Harry unterdrückt? Wird sich Emmanuel Macron scheiden lassen, um der verwitweten Queen Elisabeth einen Heiratsantrag zu machen? Wird Heino in Düsseldorf doch noch seinen nazimäßigen deutschen Liederabend genehmigt bekommen? Ist der April trotz oder wegen der Klimaerwärmung so kalt? Wer ist klüger: Saskia Esken oder Annalena Baerbock? (Richtige Antwort: Katrin Göring-Eckardt). Stimmt es, daß wir uns zu Tode amüsieren? – usw.usf. Deutschland hat fertig. Aber sowas von. Trotzdem: Schönes Wochenende!

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