Linke Nummer: Söder versucht Maaßen-Kandidatur für Bundestag zu sabotieren

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Söder, Maaßen (Fotos:Imago)

Es war einmal eine Zeit, da galt die CSU als „werktreuere“ Ausgabe der CDU, in der konservative Substanz höher geachtet wurde als das Schwenken aller Fähnchen im Wind des Zeitgeistes. Heute sind beide Schwesterparteien im linken Lager angekommen – und stehen inhaltlich in etwa dort, wo zur Zeit von Merkels Amtsantritt, 2005, der linke Flügel der Sozialdemokratie und der Grünen zu verorten war. Für bürgerliche, wertkonservative Persönlichkeiten mit Rückgrat, die ihren Prinzipien treu geblieben sind, ist da kein Platz mehr.

Und da verwundert es auch gar nicht, dass einer der widerlichsten Opportunisten, Karrieristen und Populisten unserer Tage, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Urgesteinen des eigenen Lagers in den Rücken fällt und ihre Kandidatur zu verhindern sucht: In einem beispiellosen Akt „warnt“ Söder die Thüringer CDU nun vor einer Aufstellung von Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen als Kandidaten für die Bundestagswahl. Im „Spiegel“ äußerte er: „Das wäre ein schwieriges Signal – ich hoffe, dass die Thüringer CDU klug entscheidet.“ Was sie hoffentlich übrigens tun wird – indem sie auf diese allzu durchschaubare Anbiederung Söders bei den Grünen gar nicht reagiert und Maaßen erstrecht nominiert.

Mit seinem hinterhältigen Versuch der Einflussnahme auf eine Listenentscheidung der CDU Südthüringen begibt sich Söder auf ein Niveau von TV-Pöblern und Dreckschleudern wie ZDF-Hetzer Jan Böhmermann, der in der Vergangenheit ebenfalls wiederholt und auf mutmaßlich justiziable Weise gegen Maaßen ausgeteilt hatte. In jedem Fall reiht sich der CSU-Chef durch diese „linke Nummer“ in die Liste der innerparteilichen Verräter aus den Reihen der CDU ein, die – um ihrer Kanzlerin zu Willen zu sein – auf Maaßen eingedroschen und ihm die Eignung für politische Ämter abgesprochen hatten; allen voran der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, der eine Kandidatur Maaßens „Irrsinn“ nannte. Mitten im Wahlkampf ist es diesen Parteimitläufern, so wie Söder, bei der Linken „Haltung“ zu zeigen , als für ein geschlossenes Unionsbild zu sorgen und eigene Kandidaten zu unterstützen.

Anbiederung bei den Grünen

Maaßen, ein Top-Jurist und erfahrener Spitzenbeamter, der von von 2012 bis 2018 an der Spitze des Bundesamtes für Verfassungsschutz stand und von Merkel geschasst wurde, nachdem er es gewagt hatte, wahrheitsgemäß darauf hinzuweisen, dass es die von der Kanzlerin behaupteten „Hetzjagden auf Ausländer“ schlichtweg nicht gegeben hatte, gilt als Feindbild des Linksmilieus, weil er für einen harten Kurs in der Migrationspolitik eintritt und in der Werteunion aktiv ist.

Dass Söder seinen Sabotageversuch an Maaßen praktisch in einem Atemzug mit einer Kampfansage an die die AfD tätigte und im selben Interview seine Ablehnung von „Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus“ bekannte sowie sein Eintreten „gegen Rechtsextremismus und antidemokratische Kräfte“ betonte, ist eine bodenlose Verleumdung der bürgerlich-wertkonservativen Reste in der linksgespülten Union. Anstelle auf eine schwarz-grünen Koalition sollte er im Falle seiner Kanzlerkandidatur doch gleich auf die Fusion mit der CSU hinwirken; dies wäre wenigstens ehrlich. (DM)

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