Über sieben Brücken musst Du geh’n – um dann am Abgrund zu stehn…

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Armin Laschet, der Mundschutzexperte; Foto: © jouwatch Collage
Armin Laschet, der Mundschutzexperte; Foto: © jouwatch Collage

Dass es nach der Osterruhe noch mal richtig zur Sache geht, war wohl fast allen Bürgern klar, viele haben sich es auch gewünscht. Mal so ein richtiger Lockdown, wo alles zusammenbricht und lahm gelegt wird – außer das Virus, dass sich während des Lockdowns ebenfalls ausruhen kann, um dann danach wieder richtig zuzuschlagen.

Unklar ist jetzt nur noch, wie und wann die Notbremse gezogen wird, die Gesellschaft und Wirtschaft sich mit noch größerem Tempo gegen die Wand fahren lässt.

Hier wieder die aktuellen Meldungen aus der Coronahölle:

RKI meldet 6885 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz sinkt auf 123

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen vorläufig 6.885 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 28 Prozent oder 2.664 Fälle weniger als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 128,0 auf heute 123 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Wegen der Osterfeiertage sind die Angaben vermutlich nicht vollständig. Manche Gesundheitsämter arbeiten nur reduziert, auch bei der Anzahl der durchgeführten Tests könnte es entscheidende Unterschiede geben. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 226.600 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 18.700 mehr als vor einer Woche.

Außerdem meldete das RKI nun 90 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.010 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 144 Todesfällen pro Tag (Vortag: 157). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 77.103. Insgesamt wurden bislang 2,9 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Grüne kritisieren Laschet-Vorstoß für „Brückenlockdown“

Die Grünen haben die Pläne von CDU-Chef Armin Laschet für einen „Brückenlockdown“ kritisiert. „Es ist besorgniserregend, dass Laschets Nachdenken über Ostern offensichtlich nur dazu geführt hat, einen neuen Namen für einen Lockdown zu erfinden, statt endlich schnell und konsequent durchzugreifen“, sagte der Grünen-Politiker Janosch Dahmen der „Rheinischen Post“. Ein neuer Name bedeute noch lange kein konsequentes Handeln, fügte er hinzu.

„Statt jetzt schon wieder auf das erfolglose und inkonsequente Instrument der MPK zurückzugreifen, sollte die Bundesregierung dem Bundestag lieber sofort ein Gesetz vorlegen, mit dem ein bundesweit einheitlicher, wirkungsvoller Lockdown kurzfristig umgesetzt werden könnte“, sagte der Grünen-Politiker.

Auch Kubicki kritisiert Brücken-Lockdown-Vorstoß von Laschet scharf

Der FDP-Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Forderung von CDU-Chef Armin Laschet nach einem „Brücken-Lockdown“ als Verzweiflungstat kritisiert. Die Menschen sollten noch stärker eingeschränkt werden, „um das Scheitern der Impfstrategie der CDU-geführten Bundesregierung zu überdecken“, sagte der Vizepräsident des Bundestages den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). Außerdem entstehe der Eindruck, Laschet wolle „bei der Unions-Kanzlerfrage wieder Boden gutmachen“.

Kubicki sagte: „Viele Menschen im Land haben genug von neuen, noch härteren Einschränkungsankündigungen und wollen vielmehr, dass die Bundesregierung endlich ihren Job vernünftig macht. Nach einem Lockdown, der im November begann und nur kurz währen sollte, sind solche Parolen eine Zumutung.“

Bouffier offen für frühere Ministerpräsidentenkonferenz

Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) hat sich offen gezeigt für den Vorschlag gezeigt, die nächste Bund-Länder-Konferenz vom kommenden Montag auf diese Woche vorzuziehen. „Ich wäre bereit, die Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen“, sagte Bouffier dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Sie müsste dann aber als Präsenzveranstaltung stattfinden. Ziel muss eine Verständigung der Länder sein.“ Der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hatte eine Verlegung der MPK vorgeschlagen und dies damit begründet, dass vor Ende der Osterferien klar sein müsse, wie es mit den Corona-Maßnahmen weitergehe. Laschet hatte sich für eine Verschärfung des Lockdowns ausgesprochen, unter anderem mit der Möglichkeit zu Ausgangssperren.

Lauterbach: Dritte Welle mit härteren Maßnahmen brechen

Ein härterer Lockdown macht nach den Worten des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach nur Sinn, wenn gleichzeitig ein Moratorium für alle Lockerungen vereinbart wird. Um die dritte Welle zu brechen, seien härtere Maßnahmen notwendig, sagte Lauterbach zu „Bild“. „In den Betrieben müssen Test-Pflicht und Homeoffice-Pflicht kommen und eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr.“

Wenn man das zwei oder drei Wochen durchhalte, könnten die Fallzahlen stabil wieder sinken. Aber: „Das Ganze hat nur Zweck, wenn das gleichzeitig mit einem Moratorium für Lockerungen einhergeht.“ Sonst könne man sich einen solchen Lockdown schenken.

Lauterbach widersprach der Warnung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), der Präsenzunterricht hänge am seidenen Faden. „Wenn man die Kombination macht: Wechselunterricht plus zweimal pro Woche die Kinder testen, dann kann man die Schulen auch in der Zeit einer dritten Welle sicher betreiben. Da müssen wir nicht in den Schul-Lockdown zurück“, sagte Lauterbach.

Michael Müller kritisiert „Brückenlockdown“-Vorstoß von Laschet

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD) hat den Vorstoß von Armin Laschet (CDU) kritisiert, einen sogenannten „Brückenlockdown“ einzuführen, bis möglichst viele Menschen geimpft sind. „Ein Brückenlockdown für eine Übergangszeit und dann mit welchen Maßnahmen? Und das soll so lange gelten, bis viele Menschen geimpft sind. Was heißt das alles? Also, ich glaube, da sind viele Überlegungen auch bei Herrn Laschet noch nicht abgeschlossen“, sagte Müller dem ARD-Hauptstadtbüro.

Insofern glaube er auch nicht, dass eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz Sinn ergeben würde, auf der über weitere Maßnahmen diskutiert wird. Am Montag hatte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet nach einem Besuch in einem Impfzentrum in Berlin dafür ausgesprochen, mit einem härteren Lockdown die Zeit zu überbrücken, bis möglichst viele Menschen geimpft sind.

 

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