Ein gesundes Volk testet sich selbst krank: Der Triumph der Krisengewinnler

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Hurra, wir testen uns! (Symbolbild:Imago/photothek)

Seit etwa drei Wochen ist in Deutschland eine besondere Form von praktizierter Schizophrenie zu bestaunen: Dieselben Bürger, die einen noch härteren Mega-Super-„Brücken“-Lockdown unter Berufung auf „steigende Inzidenzen“ befürworten, tragen selbst eifrig dazu bei, diese Inzidenzen Tag für Tag, Stunde für Stunde mit nach oben zu jagen – durch anlasslose, aber vorgeschriebene Massen-Schnelltests kerngesunder Menschen, die sie – Krönung der Irrwitzes – auch noch überwiegend selbst bezahlen. Es ist das Gegenteil dessen, was eigentlich angezeigt wäre: Ein Totalboykott der Tests – zumindest in den Lebensbereichen, wo keine Risikogruppen gefährdet sind.

Dass soviele Deutsche sich – trotz anfangs gegenteiliger Ankündigungen und Bereitschaft zur Renitenz – nun doch willig fügen und mit der Herde traben, mag an der Mentalität, mehr noch jedoch an der erfolgreichen Panikpropaganda liegen. Letzten Sommer, als es „nur“ um die jederzeitige Preisgabe von persönlichen Daten beim Café oder Restaurantbesuch ging, war dies vielleicht gerade noch als Preis für Öffnungen zumutbar. Was jetzt jedoch verlangt wird, sind Erniedrigungs- und Unterwerfungsszenen, die in einem freien Land ein Ding der Unmöglichkeit sein müssten.

Doch dieses Volk lässt wirklich alles mit sich machen. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, dass er beim Szene-Italiener auf der Terrasse nicht nur selbst Abstrichproben auswerten lassen muss, sondern anschließend vor dem ersten Prosecco oder Carpaccio anderen Gästen dabei zusehen darf, wie diese sich mit Wattestäbchen in der Nase herumpulen, bevor sie Platz nehmen dürfen: Der macht alles mit. Und wenn diese Regierung in drei Monaten verkündet, dass nur noch, wer nachweislich einen Flaschenkorken in den Anus gestopft hat, das Haus verlassen darf, dann lässt er vor dem nächstbesten Ordnungsbüttel freiwillig die Hosen runter.

Was es eigentlich bräuchte und unter freien, klar denkenden Menschen mit rationaler Risikoabwägung eigentlich eine Trivialität sein müsste, wäre eine entschlossene Verweigerungshaltung – ein Boykott eben, und zwar nicht der Maßnahmen (dies würde Strafen und Geldbußen nach sich ziehen), sondern dieser Art von Schein-„Lockerungen“. Es gibt zwar solche positiven Beispiele, so wie es auch spürbare Nachfragerückgänge in bestimmten Dienstleistungen gibt (etwa bei Friseuren), wo die Kunden offenbar keine Lust auf die Teststrapazen haben – doch sie sind zu wenig.

Boykott statt Akzeptanz wäre Gebot der Stunde

Konkret wäre es erforderlich, dass sich kein intelligenter und denkender Mensch mehr zum Shoppen oder Einkehren in (derzeit mancherorts noch) teilgeöffneten Außengastronomien bereiterklärt, solange er hierfür einen schikanösen, entwürdigenden, zeitraubenden und stets mit der Aussicht auf mögliche Quarantäne verbundenen Antigentest vorlegen oder vor Ort absolvieren muss (und für diesen auch noch bis zu 5 Euro berappen darf). Und in den verbliebenen Ausnahme- oder „Modell-„Regionen mit derartigen Lockerungen für Einzelhandel und Gaststätten müssten die Geschäftsleute und Wirte freilich mit den Protestbürgern an einem Strang ziehen – und erst gar nicht öffnen.

Der Politik müsste auf diese Weise strikt verdeutlicht werden: An eine solche bizarre, surreale „Normalität“ wollen wir uns nie gewöhnen – und fangen deshalb auch damit gar nicht erst an. Und zwar unabhängig davon, wie jemand zum Lockdown steht: Entweder findet der Alltag einschränkungslos statt, ohne Verbote und allenfalls auf Grundlage von Empfehlungen (Verhaltensregeln wie Abstand oder, wer es mag, gerne auch Maske) – oder gar nicht. Wir müssen der Obrigkeit selbst immer wieder klarmachen, dass das, was sie hier seit einem Jahr auf wackeliger und phantastischer Datenbasis veranstalten, kein Dauerzustand sein darf, und der Ausnahmezustand – wie auch Lockdowns – wenn überhaupt nur absolute temporäre Eingriffe sind, keine Überleitung in eine Gesundheitsdiktatur, in der beschwerdefreie Menschen unter den Generalverdacht des Superspreadings gestellt und wie Herdenvieh gehalten werden.

Tests bedeuten Umkehr der Beweislast

Menschen – solange, bis dann Impfungen diese Funktion übernehmen – nur noch gegen ständige, maximal 24 Stunden „wirksame“ Tests am Leben teilhaben zu lassen, ist nicht nur verfassungswidrig, es verstößt auch gegen den elementaren Rechtsgrundsatz der „Unschuldsvermutung“, die hier analog als „Gesundheitsvermutung“ anzunehmen ist: Dass symptomlose, gesunde, aktive Menschen zum ständigen Nachweis ihrer augenblicklichen coronaviralen Unbedenklichkeit gezwungen werden, bedeutet – um bei diesem Bild zu bleiben – eine unzulässige Umkehr der Beweislast.

Dass nur sich Kranke Rat und Hilfe suchen und sich zum Zwecke der Diagnosestellung testen lassen, war vor Corona der Normalfall; nie jedoch, dass dies auch Gesunde tun – so wie (körperlich und geistig) gesunde Menschen auch bis vor 13 Monaten nie auf die Idee gekommen wären, alleine im Auto, beim Spazierengehen im Wald oder zuhause stundenlang gesundheitssschädliche FFP-Partikelfiltermasken zu tragen.

Doch der Wahnsinn, eine Pandemie mit verschwindend geringem Krankheitswert im Promillebereich zur nationalen Gefahr hochzujazzen, indem symptomlos positiv Getestete zu „Neuinfizierten“ und „Covid-Fällen“ gemacht werden (und damit erstmals in der Medizingeschichte harmlose Gesunde zu gefährlichen Kranken), hat Methode: Nur so lassen sich die Maßnahmen immer weiter durchdrücken, zumindest bis zum Abschluss einer Impfkampagne, die erst der Auftakt für viele weitere ähnliche Pandemien oder Auffrischungs-Folgekampagnen gewesen sein wird – und ein 100-Milliarden-Markt für ihre Profiteure.

Masken, Tests, Impfungen: Ein Coup der Lobbyisten

Diese Profiteure gibt es, so wie bei den Masken, natürlich auch bei den Schnelltests. Die neuen Enthüllungen um den bayerischen Ex-Justizminister Alfred Sauter haben dies erneut verdeutlicht. Wie angesichts dieser zynischen Abzocke, angesichts der Überführung von Politikern als Lobbyisten und Mitverdienen an dieser Krise, der Großteil der Bevölkerung noch immer naiv daran glauben kann, Masken- und Testpflicht (und auch die Impfungen) folgten ernsthaft gesundheitspolitischen Erwägungen oder wissenschaftlich alternativlosen Zwängen und nicht viel eher kaum mehr camouflierten Geschäftsinteressen, ist ein Untersuchungsfall für die Psychologie der Massen.

Nicht einmal die Sorge um das allgemeine Kindeswohl vermag die Test-Mania aufzuhalten: An Kitas und Schulen wird getestet, in Betrieben soll durchgehend getestet werden – und so die „Vortestwahrscheinlichkeit“ für immer mehr (ihrerseits kaum aussagekräftige) PCR-Folgetests erhöht werden. Inzwischen fordern Kommunalvertreter kaltschnäuzig, Schüler menschenverachtend zu diskriminieren, wenn sich diese dem angeblich ja „freiwilligen“ Test nicht unterziehen wollen oder elternseitig dürfen – durch Ausschluss vom Präsenzunterricht; eine mehr als traumatische Ausgrenzungserfahrung. „Wer Testung und Quarantäne nicht einhält, darf nicht hoffen, wie alle anderen behandelt zu werden„, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, ganz unverblümt. Zu Recht fragen Kritiker, etwa die profilierte Publizistin Birgit Kelle, wieso eigentlich nicht auch andere Berufsgruppen – namentlich Politiker – ähnlichen Dauertestpflichten unterworfen werden.

Resultat dieses veritablen Schnelltest-Terrors ist jedenfalls, dass sich seit Mitte Februar die Zahl der durchgeführten regelmäßigen Tests unter Kindern- und Jugendlichen bis 14 Jahren mehr als verdoppelt hat – nur damit mediale Scharfmacher behaupten können, die „dritte Welle“ mit ihren „britischen Mutanten“ führe zu besonders vielen Infektionen bei den Jüngeren.  Das genaue Gegenteil ist wahr: Tatsächlich ist, wie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin am Donnerstag bekanntgab, die Positivitätsrate bei den 0- bis 4-Jährigen im selben Zeitraum von 6,4 Prozent auf 6,15 Prozent und bei den 5- bis 14-Jährigen von 9,6 Prozent auf 8,9 Prozent abgesunken.

Egal, wohin man blickt: Die Faktenbasis, ebenso wie die medizinisch-wissenschaftliche Evidenz, fehlt in dieser Pandemie durchweg – und sie wird nicht besser durch den Giga-Einsatz von Schnelltests, die von Supermärkten wie banale Haushaltsartikel verramscht und mit Sonderangeboten und ganzseitigen Anzeigen beworben werden, damit sich gesunde, nichtinfektiöse Menschen ein paar Stunden „Sicherheit“ erkaufen können. (DM)

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