Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – außer er heißt Lauterbach

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Karl Lauterbach (Foto:Imago/Spicker)

Inzwischen wird Deutschlands verspannteste Paniksirene dieser sogenannten Pandemie, Karl Lauterbach, zum europäischen Sicherheitsrisiko: Mit jüngsten haltlosen Vorwürfen zur Corona-Situation auf Mallorca brachte der sogenannte „SPD-Gesundheitsexperte“, der in Wahrheit seit 25 Jahren Berufspolitiker und seit einem Jahr quasi hauptberuflicher Talkshow-Host ist, spanische Behörden und Wissenschaftler gegen sich auf. Sie verwahren sich gegen seine wahrheitswidrige Unterstellungen, die niedrigen balearischen Fallzahlen seien geschönt.

Wie bei allen Menschen, die unter offensichtlichen Wahnvorstellungen leiden, bestimmt das Bewusstsein das Sein – und was nicht zur eigenen Weltsicht passt, wird entsprechend angezweifelt oder bestritten. Es ist das lupenreine Leitsymptom von Verschwörungstheoretikern. Karl Lauterbach macht da anscheinend keine Ausnahme: Was nicht zu seinen Horrorprognosen passt, muss zwingend gefälscht oder manipuliert sein. Am Donnerstagabend verstieg er sich darum in wilde Spekulationen – und sagte, er halte die niedrigen Inzidenzen auf Mallorca für schöngerechnet. Auch die Aussage der mallorquinischen Behörden, die besonders ansteckende brasilianische Corona-Variante P.1 sei bislang nicht auf der Insel nachgewiesen worden, zweifelte Lauterbach an: „Ich glaube das übrigens nicht, also ich glaube, dass dort P.1 ist„, so Lauterbach ohne jeden Beleg für diese Behauptung.

Und nach dem Motto „Was nicht sein darf, kann auch nicht sein“ legte Lauterbach nach: „Ich glaube denen kein Wort. Und ich glaube auch den Fallzahlen nicht […] Denn das kann ich niemandem erklären, dass auf Mallorca gefeiert wird mit einer möglicherweise nicht zutreffenden Inzidenz, und dort gelten die Regeln nicht. Und hier (in Deutschland) können die Leute nicht weg.“ Die starrsinnige, zwangsobsessive Vorstellungswelt eines Karl Lauterbach mit seinem verengten Tunnelblick lässt die Möglichkeit also nicht zu, dass auch ganz ohne Lockdown ein unauffälliges Infektionsgeschehen mit niedrigen Fallzahlen möglich ist; hier muss aus seiner Sicht automatisch Schwindel am Werk sein, sonst würden die Wahngebäude seiner zusammengetwitterten und talkshowbasierten Fürchtemacherei ja kollabieren. Vermutlich sind dann wohl auch in Texas oder Florida, wo die Corona-Maßnahmen seit drei Wochen Geschichte sind, die niedrigen Inzidenzzahlen und Klinikbelegungen allesamt frisiert?

Lauterbach wird zum Sicherheitsrisiko

Aus Mallorca folgte die Reaktion jedenfalls auf dem Fuße: Wie zahlreiche deutsche Medien heute berichten, wiesen dortige Gesundheitsexperten und Inselpolitiker Lauterbachs Vorwürfe empört zurück. Antoni Oliver, Chefbiologe des Landeskrankenhauses Son Espases, in dem alle Virenproben auf den Balearen analysiert werden, erwiderte auf Lauterbachs Anschuldigungen: „Fakten sind Fakten, das ist schon empörend, wenn sie anders dargestellt werden.“ Und der renommierte spanische Gesundheitsexperte Joan Carles March widerspricht Lauterbach: „Wir sind hier schließlich nicht in einer Bananenrepublik, sondern in einem ernsthaft und professionell geführten Land.

Auch in Deutschland regt sich nun Unmut über Lauterbachs Unverschämtheit, die das Potenzial für diplomatische Verwerfungen hat und einzig dem Zweck dient, die deutschen Mallorca-Urlauber zu stigmatisieren (bei gleichzeitiger Forderung nach hartem Lockdown inklusive Ausgangssperre hierzulande, versteht sich). Juristen und selbst regierungsloyale Medien gehen auf Distanz, wie „RT Deutschland“ dokumentiert – etwa WDR-Journalistin Christina Höwelhans, die Lauterbachs Vorwürfe „wild“ nannte und darauf verwies, dass das RKI die Insel nicht als Risikogebiet führe, weshalb den Urlaubern auch keinerlei Vorwurf zu machen sein. Vor allem von den Grünen hagelte es jedoch Kritik an Lauterbachs Dreistigkeit. Ex-Umweltminister Jürgen Tritten twitterte:

(Screenshot:Twitter)

Trittins Parteifreundin und Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner wurde sogar noch deutlicher:

(Screenshot:Twitter)

Vielleicht dämmert allmählich ja auch den Öffentlich-Rechtlichen, die Lauterbach zum Dauergast ihrer Talkformate erhoben haben, dass dieser Mann das ist, was man im englischen als „lose cannon“ bezeichnet, eine tickende Zeitbombe, der nicht nur sich, sondern Deutschland um Kopf und Kragen redet. Um weitere Skandale und internationale Verstimmungen zu vermeiden, aber auch für die seelische Gesundheit der Gesellschaft wäre es dringend geboten, diesen penetrantesten aller „Corona-Klugscheißer“ und Fürst der Finsternis und Hoffnungslosigkeit, der die Verkrachtheit seiner eigenen Existenz durch Rufe nach immer härteren Kontaktverboten, Lockdowns und jetzt auch Ausgangssperren zu kompensieren versucht, mit einem Auftritts- und Redeverbot zu belegen. (DM)