Antirassistischter Säuberungswahn: Sky feuert Dahlmann wegen harmlosem Japan-Spruch

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Gefeuert, weil die "woken" Kulturmarxisten es so wollen: Jörg Dahlmann (Foto:Imago/Hoffmann)

Die Cancel-Culture der political correctness hat ihr nächstes Opfer gefordert: „Sky“ wird ab diesem Sommer nicht mehr mit seinem populären Moderator Jörg Dahlmann zusammenarbeiten – wegen eines erneuten Verstoßes gegen die zunehmend totalitären Sprachregelungen, der ihm als „rassistisch“ ausgelegt wurde. Dabei braucht es eine Mischung aus kruder Bösartigkeit und Hinterlist, in Dahlmanns nunmehr inkriminierter launigen Bemerkung über Japan allen Ernstes „Rassismus“ zu sehen.

Dahlmann war von anonymen Netz-Bullys und womöglich auch persönlichen oder beruflichen Gegnern – er selbst spricht von „Hatern“ – bei Sky angeschwärzt worden, nachdem er bei der Zweitliga-Partie zwischen Hannover 96 und Erzgebirge Aue in einem Satz über die Heimat von Hannover-Profi Sei Muroya Japan als „Land der Sushis“ bezeichnet hatte. Eine liebevolle, keineswegs negativ konnotierte und gerade im Fußball lächerlich harmlose Flapsigkeit, die noch vor 10 Jahren niemanden interessiert hätte. Doch inzwischen sind die illiberale Selbstdisziplinierung, das Grund-„Arousal“ der hypersensiblen Sprachpuritaner so ausgeprägt, dass die Empörungsfalle schon bei solchen launigen Bemerkungen zuschnappt.

Mit „Rassismus“ hat Wahlmanns Spruch sogar noch weniger zu tun als seine „sexistische„, ebenfalls sofort angefeindete Bemerkung von Ende 2020 über Sophia Thomalla. Über die Nichteinwechslung von deren Freund Loris Karius hatte er damals geulkt: „…hat den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen.“ Wenn ein ohnehin auf Pointen und Unterhaltung abonnierter Moderator das ausspricht, was erstens so ziemlich jeder normaltickende Mann genau so denkt, und zudem damit auch niemand verletzt wird (schon gar nicht Thomalla, die sich ihrer Wirkung aufs andere Geschlecht sehr wohl bewusst ist und in dieser keineswegs aufdringlich gemeinten Äußerung eher ein Kompliment als eine Anmache sehen müsste), dann ist dies sicher alles, aber kein Grund für eine Abmahnung.

Soziales Mobbing und Existenzvernichtung als PC-Compliance

Nun jedenfalls – anscheinend, nachdem man nur auf einen solchen Anlass gewartet hatte – wurde Dahlmann dann endgültig gekündigt. Auf Instagram schrieb er: „Es ist ein Sieg ’sozialer Hater‘ über den freien Journalismus. Ich fühle mich nun durch die sofortige Trennung in eine rassistische Ecke gedrängt.“ Wohl wahr; aber so läuft das heute: Statt sich schützend vor ihre Mitarbeiter zu stellen, sie gegen unerträgliches soziales Mobbing und Vorverurteilung in Schutz zu nehmen, kuschen die Konzerne aus Angst vor „Compliance“-Delikten, Shitstorms und Boykotten – und melden Vollzug, um ja keine Nachteile zu erleiden. Was vor 80 Jahren die proaktive Arisierung war, in der Firmen reihenweise die „Judenreinheit“ ihrer Unternehmen verkündeten, ist heute das Bekenntnis zu „Diversität“, „Toleranz“, Weltoffenheit“. Dabei sollte eigentlich gerade ein international operierender Bezahlkanal wie Sky wissen, wie anderswo über Deutsche gesprochen und berichtet wird – ohne dass deswegen Köpfe rollen.

Allmählich gelangen wir in diesem Deutschland an einen Punkt, an dem grundlegende Fragen über unser künftiges Zusammenleben berührt sind: Möchten wir in einer freien Gesellschaft existieren, die auch die Freiheit einschließt, Unbequemes und Missliebiges sagen zu dürfen und Fehltritte zu begehen – oder wollen wir in einer sauertöpfisch-spießigen Denunzianten- und Tugendwächterrepublik leben? Noch können wir diese Entscheidung treffen – indem wir dem Zensur-, Deplatforming- und Säuberungswahn entschieden begegnen. Doch irgendwann wird es zu spät sein; und dann wird dieses Land ernsthaft gefährlich. (DM)

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