Neu bei „n-tv“: Baseballschläger „Modell Putin“ zum AfD-Bashen

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Moskau, 8. Dezember 2020: AfD-Delegation (Chrupalla, Hampel re. im Bild) im Gespräch mit dem russischen Außenminister - Foto: Imago

Kommentiert bei dir der Huld, bist du leider selber schuld. Schuld ist n-tv. Sebastian Huld kommentiert dort äußerst gehässig das entspannte Verhältnis zwischen der AfD-Spitze und der russischen Regierung. Recht entspannt kommentiert jouwatch hingegen Hulds verkrampften Kommentar. Die lässige Krampfkritik.

von Max Erdinger

Gift und Galle haben sie gespuckt, die deutschen Hofberichterstatter, als vergangenen Dezember Tino Chrupalla und Armin-Paul Hampel, zwei AfD-Granden, in Moskau einliefen wie die Sieger und dort freundlich empfangen wurden vom russischen Außenminister Sergej Lawrow. Überhaupt ist ihnen das gute Verhältnis zwischen der AfD und der russischen Regierung ein Dorn im Auge. Die bösen Russen und die bösen AfD-Deutschen stehen in regelmäßigem Kontakt, und wenn sie sich treffen, dann lassen sie an der GröKaZ kein gutes Haar. Dafür können weder die Russen noch die AfD etwas. Gute Freunde erzählen sich eben immer die Wahrheit.

Bei n-tv, einer Meinungsmanufaktur der RTL-Group, hat jetzt ein Auftragsbeißer den Maulkorb abgenommen bekommen. Aber statt zu beißen, hat er nur ein bißchen herumgekläfft. Viel Lärm um nichts.

„Hofnarren“- wer?

Hofnarren auf Russland-Tour„, bellt es aus der Schlagzeile des Kommentars von Sebastian Huld heraus. Die „Experten“ sprechen von einer Projektion, wenn der Hofnarr selbst glaubt, er würde dadurch ernstgenommen werden, daß er andere Leute als Hofnarren bezeichnet. Vollprojektiv geht es gleich weiter: „Über Ursachen und Ausmaß läßt sich streiten. Aber Fakt ist: Keine ausländische Regierung untergräbt derart Deutschlands Sicherheit und Wohlstand wie die Wladimir Putins. Sich dem Kreml anzudienen, wie die AfD-Spitze mit ihren Moskaureisen, ist selbst dieser Partei unwürdig. – Fakt ist: Über die Ursachen des Wortes „ausländisch“ vor „Regierung“ in Hulds Schuldkommentar läßt sich nicht streiten. Hätte er es weggelassen, wäre ein wahrer Satz möglich geworden, nämlich: Keine Regierung untergräbt derart Deutschlands Sicherheit und Wohlstand wie die Angela Merkels. Aber die Wahrheit ist ihrer Verkündung durch den eigentlichen Hofnarren unwürdig. Wahrscheinlich.

Traurige Witze

Schuldvoll auch das folgende: „Es ist unfassbar bedauerlich“ – weswegen „wir“ Gefühlskorrekten auch „wütend & traurig zugleich“ sind – „dass die anhaltenden politischen Spannungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation auch die Beziehungen zwischen den Völkern vergiften und das Bild verzerren, das Russen und Deutsche voneinander haben„. – wobei der Huldvolle natürlich beabsichtigt, seinen Lesern einzureden, er selbst als der eigentliche Hofnarr habe ein unverzerrtes, klares Bild, weswegen er das „verzerrte Bild der anderen“ auch zuverlässig als verzerrt identifizieren könne, und daß „Völker“ Entitäten seien, die in Merkels vergötterter NWO noch eine Rolle spielen. Da lachen wir einmal recht schallend. Gemeinsam und zusammen. Der Auftragsbeißer von n-tv: „Die Schuld daran trägt in der Hauptsache eine kleine Clique, die Westeuropa sehr wohl feindlich gesinnt ist und deshalb einen immer tieferen Keil zwischen Russland und Deutschland treibt: Präsident Waldimir Putin und seine Gehilfen in Politik und russischer Wirtschaft.“ – Yeah, besser hätten sie das beim Witzradio Eriwan auch nicht hinbekommen. Der Nachteil an der Witzigkeit bei Radio Eriwan ist, daß der Witz immer aus einem Euphemismus für die schreckliche Wahrheit besteht.

Erstens: Der eigentliche Hofnarr weiß wegen seines unverzerrten Bildes natürlich, wer die Schuld trägt: Eine kleine Clique. „Clique“ muß man den Stab des russischen Präsidenten und ihn selbst vermutlich nennen. Die GröKaZ und ihre servilen Ministerpräsidenten in den Buntländerkonferenzen zur „Pandemie“ sind natürlich keine „Clique“, sondern die „Spitzen von Bund und Ländern“. So ein Spitzentreffen ist schon etwas anderes als ein Cliquentreffen. Und daran ist der Huld nicht schuld.

Zweitens: Kann es wirklich sein, daß die Russenclique derartig verpeilt ist, „Westeuropa sehr wohl feindlich gesinnt“ zu sein, oder ist es vielleicht eher so, daß sie sich über die Offenheit der AfD für den russischen Standpunkt freut, weil sowohl die „Russenclique“ als auch die AfD-Spitze ganz bestimmte West-EU-Europäer – nicht „Westeuropa“ – mit berechtigter Kritik überziehen? Bei Sendern wie Radio Eriwan und n-tv muß man schließlich immer erst übersetzen, was sie melden. „Westeuropa“ heißt dort immer „EU ohne Visegrad-Staaten“, wahlweise auch die „Merkel- & Vonderlein-EU“.

Drittens: Stimmt es, daß die „Russenclique“ der Keiletreiber ist? Und daß der Keil zwischen Rußland und Deutschland hineingetrieben wird? Oder ist es doch eher so, daß gutmenschliche Utopisten in „Westeuropa“ (und neuerdings auch wieder in den USA) selbst den Keil zwischen die russischen Realisten und sich treiben, um der „Russenclique“, eines ehernen Gesetzes der Massenpsychologie wegen, die Schuld für eine Entfremdung rüberzuschieben, welches da lautet, daß sich die „eigenen Leute“ besser um den eigenen Schwachsinn scharen lassen, wenn man ihnen einen „gemeinsamen Feind“ präsentiert? Ein imaginärer Feind reicht ja völlig aus! So wird´s wohl sein.

Außerdem: Ob dem schuldkundigen Huld bei „n-tv“ jemals einfallen würde, Altmeier, Söder, Spahn & Konsorten als „Merkels Gehilfen“ zu bezeichnen? Wessen Gehilfe will der eigentliche Hofnarr denn sein? Klar war das eine rein rhetorische Frage, weil die Vasallentreue von „n-tv“ zur GröKaZ und ihren Gehilfen inzwischen legendär ist. So legendär, daß sie schwer an das Loyalitätsverhältnis zwischen der „Prawda“ und dem Obersten Sowjet erinnert. Nur ist halt Rußland nicht gleich Sowjetunion. Die BRD allerdings erinnert zunehmend an eine wiederauferstehende DDR. Nicht zuletzt wegen solcher Kommentare wie dem von Sebastian Huld.

Der huldvolle Flipp-Flop

Der flippt nämlich gleich völlig aus. Hier, bitte: „Wie niederträchtig muss eine deutsche Partei sein, die sich mit dieser Bande gieriger, skrupelloser und nationalistischer Autokraten einlässt? Wie naiv oder egoistisch muss eine Parteiführung sein, um sich diesen Leuten als Werkzeug und Handlanger anzudienen, und in der Erwartung eines Vorteils Schaden für Deutschland in Kauf zu nehmen? Dass sich diese gewählten Politiker dann noch als einzig patriotische Kraft im Bundestag darstellen, schlägt dem Fass den Boden aus. Das Verhalten der AfD-Führung lässt jeden Demokraten – mal wieder – fassungslos zurück. Das deutschlandfeindliche Verhalten der AfD sollte aber auch der eigenen Wählerschaft zu denken geben.“ – da fällt einem sofort auf, wie schade es ist, daß man in Deutschland zwar über „Würde“ reden kann, nicht aber über den Würdegehalt der Maulschellierungswürdigkeit. Weswegen man auch so tun muß, als habe der Angriffsbeißer von „n-tv“ vor lauter Sorge um sein geliebtes Vaterland etwas Diskutables geäußert. Es ist trotzdem so, daß auch die Niedertracht beim eigentlichen Hofnarren angesiedelt ist.

„Wie niederträchtig“ muß eine deutsche Partei namens CDU sein, die sich erstens um eine Bande gieriger und skrupelloser Maskendealer schart und sich obendrein auch noch eine Autokratin in Gestalt der GröKaZ bieten läßt? Das wäre die Frage gewesen, die einem deutschen Huld wegen seiner Abneigung gegen „Schaden für Deutschland“ hätte einfallen müssen. Es ist nicht das Verhalten der AfD, das jeden Demokraten „fassungslos“ zurückläßt, sondern es ist das Verhalten der Merkelclique und ihrer Gehilfen, sowie das von gewissen Auftragsbeißern bei den treudeutschen Hofberichterstattern, diesen veritablen Hofnarren, welches Fassungslosigkeit generiert. „In Erwartung eines Vorteils Schaden für Deutschland in Kauf nehmen“ – z.B. durch das Einsacken von 650.000 unversteuerten Euronen für die Vermittlung eines „Maskendeals“ – ist ein notorisches Unionsdelikt (Lockheed- & Amigo-Affäre CSU, Spendenaffäre Kohl/Schäuble usw.). Da braucht man nicht erst eine AfD zu bemühen. Auch bei „n-tv“ nicht. Reden muß noch nicht einmal Silber sein, damit Schweigen Gold bleibt. In diesem Zusammenhang.

Und dann noch dieses scheinheilige Relativistengefrage, das neumodische: „Wie niederträchtig … muß sein?“ Daß einer wie Huld selbst die Niedertracht noch nicht einmal Niedertracht sein lassen kann, ohne sich selbst als einen Differenzierungskünstler zu inszenieren, der sogar „niederträchtig, niederträchtiger, am niederträchtigsten“ messerscharf auseinanderhalten kann, spricht Bände über die pseudomoralische Verworfenheit solcher Individuen. Aber gut: Genau die solchen stehen bei Sendern wie „n-tv“ hoch im Kurs, wie es scheint.

Vorgetäuschtes Einlenken

Auch ein Sebastian Huld bei „n-tv“ kann natürlich nicht völlig außer acht lassen, daß einen Ex-Kanzler der SPD gibt, der sich seiner Freundschaft mit Wladimir Putin rühmt und von Gazprom bezahlt wird. Das liest sich dann so: „Darüber mögen auch andere, ehemalige Politiker hinweggehen, die wie der frühere SPD-Politiker Matthias Platzeck um das deutsch-russische Verhältnis besorgt sind. Oder ehemalige SPD-Kanzler, die der eigene Kontostand und die Aufladung der eigenen Bedeutung antreibt„. Das war das Einlenken. Und nun das Zurücklenken: „Aber auch die würden sich nicht neben den genialischen russischen Außenminister Sergej Lawrow stellen, um vor russischen „Journalisten“ zu bezeugen, dass Deutschland der Unrechtsstaat sei – nicht Russland.“ – Merke: Nur Deutsche sind Journalisten, in Rußland sind es „Journalisten“. Und was der Konjunktiv zu leisten imstande ist, führt Huld mustergültig vor. Keiner der Profiteure von guten Beziehungen zur russischen Regierung – außer der AfD – „würde“ behaupten, Deutschland sei der Unrechtsstaat – und nicht Russland. Ist das nicht sagenhaft? Sebastian Huld weiß sogar, was Dritte tun resp. nicht tun „würden“.

Salomonischer Vorschlag: Keiner der beiden Staaten Rußland und Deutschland ist „mehr“ Rechts- oder Unrechtsstaat als der andere. Was an den Russen angenehm auffällt, ist, daß sie sich im Gegensatz zu den Deutschen nicht andauernd aufführen, als seien sie die Exclusivpächter der gesamten Weltmoral. Was richtig liebenswert ist an „Putin und seiner Clique“, das ist, daß sie sich gegen den utopistischen „Horror par excellence“ stellen: Die von Merkel so vergötterte „Neue Weltordnung“. Allein dafür haben sie so viel Kredit auch bei vielen Westeuropäern, daß die AfD gut daran tut, die „merkelistisch“ verursachten Schäden im Verhältnis zu Rußland wenigstens teilweise wettzumachen. Gäbe es die AfD nicht, die russische Regierung wüsste glatt nicht mehr, mit wem sie im hypermoralisierenden Land des deutschen Bigotterieweltmeisters überhaupt noch vernünftig reden kann.

Deshalb fordere ich den „n-tv“ -Kommentator Sebastian Hut dazu auf, mir andächtig den folgenden Satz nachzusprechen: „Froh und dankbar müssen wir sein, daß es eine Partei namens AfD gibt im Land des deutschen Drecks am Stecken, die auch das Positive an Rußland würdigt, anstatt in ständiger Verkennung der eigenen Defizite auf Putin und den Seinen herumzuhacken“. – Hopp!

Wahr ist nämlich, daß sich die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Rußland während der vergangenen 15 Jahre umgekehrt proportional verhält zur Verschlechterung derselben in Merkels Deutschland. Das ist Grund genug, um beim Thema Rußland zwei Gänge herunterzuschalten. Hochmut kommt vor dem Fall – und gänzlich unbegründeter Hochmut kommt vor dem Fall ins Bodenlose.

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