Vertuschen, mauern, abwiegeln: Der Staat führt uns beim Thema Intensivstationen seit Monaten hinters Licht

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Intensivstation: Warten auf den "Kollaps" (Foto:Imago)

Seit den frühen Corona-Tagen, als die ersten zweckopportunen Schlüsselbilder aus Bergamo und wenig später New York über die Flatscreens und Monitore der Republik flimmerten und sich im kollektiven Panikgedächtnis als Fanal dieser Pandemie in die Hirne einbrannten, wird uns vom Zustand in den Kliniken ein Bild gezeichnet, das mit der Wirklichkeit in den seltensten Fällen übereinstimmte. Vor allem im zweiten Lockdown, im November Dezember verging kein Tag, an dem nicht der unmittelbare Kollaps der Intensivstationen akut bevorzustehen schien.

Belegungszahlen wurden und werden uns weiterhin akribisch mitgeteilt  – nicht jedoch, wieviele Patienten dort eigentlich wirklich ursächlich wegen Covid behandelt wurden – respektive wegen etwas ganz anderem, bei lediglich vorhandenem positiven PCR-Test. Auch wurde systematisch verschwiegen, dass es sich bei den Belegungsspitzen um normale saisonale Auslassungen handelte, die es in allen Jahren zuvor auch immer wieder gab, bis hin zur Überlastung und Annahmestopp für Patienten. Und schließlich wurde die Öffentlichkeit vorsätzlich darüber im Unklaren gelassen, wer eigentlich auf in den Kliniken liegt. Nur durch Zufall kam gestern ans Licht, dass die meisten Covid-Patienten in den Kliniken (90 Prozent) Migrationshintergrund haben und zu mehr als der Hälfte muslimisch sind, somit also statistisch um mehr als den Faktor zehn gegenüber der Duschschnittsbevölkerurng überrepräsentiert sind. Diese wesentliche – und für die Ermittlung der hauptsächlichem Pandemietreiber im Land brisante und essenzielle – Information wurde aus Feigheit verschwiegen; weder wollen sich die Klinikträger und Gesundheitsbehörden „rassistisch-diskriminierend“ zeigen noch Populisten Munition liefern.

Die schlimmste und besorgniserregende Tendenz ist hierbei, dass Organe eines Staates mit verfassungsrechtlich garantierter Presse- und Informationsfreiheit selbst gegenüber Medienvertretern geschwiegen und taktisch mit Nichtwissen argumentieren, um „ihr“ Wunschbild der Pandemie aufrechtzuerhalten. Monatelang wurde vor allem de gesamte Lockdown mit einer außergewöhnlichen Überlastung der Intensivmedizin begründet, die angeblich unmittelbar bevorstand. An den offiziellen Zahlen jedoch „ließ sich diese Gefahr nie ablesen„, schreibt B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius, der sich die Situation der Berliner Kliniken näher ansah.

Unveränderte Belegungen

Auch in der Hauptstadt, bei der dortigen enorm hohen Ausländer- und Migrantendichte, wurde gemauert: Dem Robert-Koch-Institut war längst bekannt, dass ungewöhnlich viele der schwer kranken Corona-Patienten Menschen mit Migrationshintergrund waren und sind. Diese Tatsache wurde absichtlich verschwiegen und kam erst jetzt ans Licht. Und auch die Kardinalfrage der Pandemie muss neu beantwortet werden, ob seit der Ausbreitung von Covid-19 „tatsächlich jemals eine größere Überlastung der Intensivstationen drohte, als es sie bisher schon im Falle der Grippewellen gegeben hatte„, und ob jene „völlig neue und unbeherrschbare Überlastung“ wirklich vorlag, mit der der nunmehr im fünften Monaten laufenden Dauerlockdown gerechtfertigt wurde. An den Zahlen der Webseite der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) kann man diese Gefahr nämlich nicht ablesen: Laut ihnen war die Belegung der Intensivbetten trotz der zweiten Corona-Welle etwa gleich hoch wie zuvor.

Schupelius verweist darauf, dass am 16. Juli 2020 – als es fast eine Null-Inzidenz im Land gab – etwa insgesamt 1.022 Menschen auf den Berliner Intensivstationen lagen; Am 6. Januar 2021, auf dem Höhepunkt der zweiten Welle, waren es dann auch nur 1.060 (gerade 38 mehr). Trotz der Zahlenschwankung  blieb die Gesamtbelegung fast gleich – und zwar deshalb, weil offenkundig Nicht-Covid-Patienten einfach von den Intensivstationen genommen wurden, und womöglich auch, weil geplante Operationen verschoben wurden, um die Belegung von Intensivbetten zu reduzieren. Exakt das, was auch für jede Grippewelle üblich ist.

Der Skandal ist somit gleich doppelter Natur und wiegt auch zweifach schwer: Nicht nur ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit entscheidend, ob also überhaupt die Gefahr einer Überlastung der Intensivstationen jemals bestand. Sondern auch die, mit welchem Recht in einer Krise mit so weitreichenden Einschnitten nicht etwa maximale Offenheit und Transparenz seitens der Regierenden im Vordergrund stehen, sondern Journalisten und Öffentlichkeit wesentliche Informationen vorenthalten werden. (DM)

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