Lockdown, weil das RKI nicht rechnen kann: Werden wir aufgrund von Mondzahlen eingesperrt?

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(Symbolbild:Imago/panthermedia)

Ganz gleich, was Bund und Länder heute an neuen Beschlüssen, scheinbaren „Perspektiven“ oder Lockerungsplacebos präsentieren werden – fest steht schon jetzt definitiv: Uns wird vom Staat weiterhin in nie dagewesenem Maße unser soziales Existenzrecht beschnitten, unsere Freiheit eingeschränkt und unsere persönliche Autonomie geraubt. Und, fast noch wichtiger: diese Eingriffe erfolgen auf Grundlage von fahrlässiger manipulierter, künstlich erzeugter Zahlenwerte, die eine weitaus bedrohlichere Situation suggerieren, als sie tatsächlich besteht. Mit einiger lässt sich sagen, dass die Gefahreneinschätzung und damit auch die Maßnahmen in weiten Teilen offenkundig auf Irreführung und Betrug basieren.

Allein was das Robert-Koch-Institut bei der Ermittlung der Inzidenzwerte verzapft, müsste unter normalen Umständen längst ganze Untersuchungsausschüsse beschäftigen. Die Hasslocher Ärztin Katrin Kessler erhielt von der Behörde die Bestätigung, dass jeder, der zum dritten oder vierten Mal zum „Nachtesten“ kommt und dessen PCR-Test immer wieder positiv war, tatsächlich jedesmal NEU als „Infizierter“ in die Statistik aufgenommen wurde – weil die Fälle anonymisiert von den Gesundheitsbehörden nach Berlin gemeldet werden. Vor allem weil nach einer überstandenen Infektion, wenn längst Antikörper vorliegen, die Tests noch für längere Zeit positiv ausfallen, da sie auf inaktiviertes, im Körper noch vorhandenes Virusmaterial anspringen (obwohl der Patient nicht mehr infektiös ist!), führt jeder Versuch des „Freitestens“ zu einer riesigen Zahl von Phantasie-Inzidenzen – ein schier unglaublicher Systemfehler – der zur Folge hat, dass die Lockdown-Maßnahmen aufgrund völlig falscher Zahlenwerte verhängt wurden.

So erklärt sich dann auch das Paradoxon, dass die Gesamtzahl der akut mit Corona-Infizierten im Land (derzeit noch rund 121.000 Personen, gegenüber mehr als 400.000 Ende Dezember) seit Wochen fällt, während zugleich die Neuinfektionen wieder leicht steigen: Da die akuten Fälle den Gesundheitsämter namentlich bekannt sind, die Neuinfektionen jedoch dem RKI als bloße Fallzahlen gemeldet werden, fallen Mehrfachmeldungen natürlich nicht auf – was der alarmistischen Politik nicht unlieb ist. Dass der mittlere Inzidenzwert hingegen oft am selben Tag sinkt, während zugleich die Fallzahlen im Vergleich zum selben Tag der Vorwoche gestiegen sind, liegt daran, dass dieser den gemittelten 7-Tages-Wert abbildet.

Immer weniger akute Fälle, aber steigende Inzidenzen?

Doch nicht nur diese Mehrfachzählungen tragen zu völlig falschen Zahlenwerten bei; es kommt offenbar regelmäßig zu Dopplungen und Additionen der von unterschiedlichen Behörden gemeldeten Fällen. Öffentliche Teststationen in Mittel- und Oberzentren, in denen sich Menschen kostenlos testen lassen können, melden ihre Ergebnisse über das örtliche Gesundheitsamt ebenfalls ans RKI – wo sie dann dem Inzidenzwert der betreffenden Kommune zugeschlagen werden, in der gemessen wurde. Dass die Getesteten jedoch gar nicht nur von dort kamen, sondern aus einem viel größeren Einzugsgebiet, wird unterschlagen. Dies geschah nach Jouwatch-Recherchen etwa im Fall der Teststation auf dem Naumburger Markt, wo die Resultate dem Burgenlandkreis angerechnet wurden, obwohl sich dort Bürger aus ganz Sachsen-Anhalt testen ließen.

In Rheinland-Pfalz erfassen zum einen die Gesundheitsämter, zum anderen die Landesuntersuchungsanstalt für Verbraucher- und Gesundheitsschutz (LUA) alle Infektionen, und melden ihre Zahlen separat ans RKI. Unfassbar: Dort werden die gemeldeten Zahlen offenkundig einfach doppelt gezählt, wie folgendes Beispiel aus Kaiserslautern zeigt: Dort lag am 26. Februar der Inzidenzwert sowohl laut LUA als auch Gesundheitsamt bei 21 für die kreisfreie Stadt Kaiserslautern, für den Landkreis Kaiserslautern jedoch bei 32,1. Die aktuelle RKI-Karte desselben Tages wies nun allerdings für die Stadt den Wert 42 aus, für den Landkreis den Wert 64,2 – die exakte Verdoppelung der realen Werte. Gäbe es noch eine dritte Behörde, die nach Berlin meldet, wären die Zahlen vermutlich dreimal so hoch und so weiter.

Verdopplung der Meldungen

Die sich hier sofort aufdrängende Frage ist: Wo in Deutschland läuft dies noch überall so ab? Handelt es sich dabei nur um Einzelfälle, oder haben diese Zahlentricksereien Methode? Wenn die Schließung kompletter Wirtschaftszweige und die Aussetzung von Grundrechten mit angeblichen kritischen Inzidenzwerten begründet werden, die auf falschen und aufaddierten Zahlen beruhen, ist dies schlicht kriminell. Dies wäre es übrigens auch, wenn die wöchentlichen PCR-Tests irgendeiner klaren repräsentativen Strategie folgten (und nicht einer willkürlichen Vortestprävalenz), wenn endlich symptomfreie positiv Getestete, wie es die WHO empfiehlt, noch einmal nachgetestet würden und vor allem Tests auf Grundlage absurd hochgedrehter PCR-Zyklen (cT-Wert über 35) endlich aus aussagelos aussortiert würden. Da all dies nicht passiert, sondern weiterhin alle noch so fragwürdigen Positivresultate ausnahmslos als „Inzidenz“ geführt werden, ist der zusätzliche Schmu bei deren Erfassung und Zählungen noch unverzeihlicher. Aufschlussreich ist hierbei übrigens, dass die uns seit Wochen angekündigte „Explosion“, die „dritte Welle“ durch Mutanten trotz dieser vorsätzlich oder versehentlich gefakten Inzidenzzählungen nicht eintritt.

Es ist ein Unding für die oberste Virenbekämpfungs- und Seuchenschutzbehörde der Bundesrepublik, dass diese bis heute überhaupt keine Angaben dazu machen kann, wieviele der Corona-Inzidenzen eigentlich Krankheitswert haben, symptomatisch sind (und es sich somit überhaupt um Covid-Fälle handelt). Nicht einmal bei entscheidungsrelevanten Studien, etwa zum Schulsetting, welches im vorab schon online veröffentlichen Epidemiologischen Bulletin vom 1. April 2021 enthalten ist, wird diese wesentliche Information behandelt. „Epoch Times“ recherchierte zur Datenerhebungspraxis des Schulsettings, das Corona-Ausbrüchen zwischen der 32. und 50. Kalenderwoche 2020 untersucht,  und erhielt die Bestätigung vom RKI, dass diesem die Information „nicht übermittelt“ werde, wieviele der in einer Studie aufgeführten Schüler und Lehrer eigentlich tatsächlich an Covid erkrankt waren. Die Forscher untersuchten zwar 1.020 „Schulausbrüche“ mit insgesamt 5.404 übermittelten „Covid-19-Fällen„, die sie fünf Altersgruppen einteilten, und zogen hieraus für die politischen Entscheider Rückschlüsse auf die Risiken von Schulöffnungen – doch sie gehen allen Ernstes mit keinem Wort darauf ein, wer hier überhaupt Symptome hatte – oder nur aufgrund eines Labortests von seiner angeblichen „Infektion“ erfahren hat. Man muss sich das vor Augen führen.

RKI-„Schulsetting“ ohne jede Kenntnis von real Erkrankten

Noch nie gab es so etwas in der Geschichte, dass ein ganzes Volk um sein Aktivleben gebracht wird – auf einer so grotesk unwissenschaftlichen und unseriösen Datenbasis. Die Fülle an Ungereimtheiten und an verzerrenden Zählweisen bei der Ermittlung der Inzidenzen, nach denen auch weiterhin das Infektionsgeschehen ausschließlich beurteilt wird (wenn auch die Grenzwerte fortan flexibler gehandelt werden), deutet nicht darauf hin, dass sich hier ein paar Politiker und Experten zu Ungunsten der Bürger verrechnet haben. Die Fehler haben hier Methode und dienen der Verlängerung eines Zustands, in dem der Staat die Unfreiheit und Isolierung und ökonomische Existenzgefährdung von 83 Millionen Menschen in Kauf nimmt, um durch die Hintertür weitreichende strukturelle, politische und „systemische“ Änderungen zu verwirklichen, was ihm ohne diese Pandemie auf demokratischem Wege kaum möglich gewesen wäre. Gerechtfertigt wird dies mit einer moralisch fragwürdigen Verabsolutierung eines Lebensschutzes, die unzählige Lebensjahre in der jüngeren Bevölkerung opfert und eiskalt eine riesige Zahl an Kollateralschaden und Todesopfern als Folge des Lockdowns in Kauf nimmt, um das Leben jener um ein bis zwei Jahre künstlich zu verlängern, die es bereits hinter sich haben – und die dann an Einsamkeit, in schlecht geschützten Heimen trotzdem starben.

Vergegenwärtigt man sich zusätzlich noch die vielen weiteren schillernden und dubiosen öffentlichen Darstellungen zur Sterblichkeit, vor allem aber zur angeblich so prekären Situation der deutschen Kliniken, die in Wahrheit beide für 2020 – diesem angeblich so katastrophalen Pandemiejahr – keine großen Unterschiede zu den Vorjahren aufweisen (siehe hier bzw. hier); bedenkt man weiter, dass weder für Einzelhandel noch Gastronomie, inzwischen sogar nach Erkenntnissen des RKI selbst auch für Urlaubsreisen kein besonderes Ansteckungsrisiko besteht: Dann erscheint die Unverfrorenheit himmelschreiend, mit der uns die Politik im nunmehr fünften Monat im Lockdown hält und diesen nun – unter allenfalls minimalen „Hafterleichterungen“ – weiterverlängert. Was mit uns hier geschieht, ist schlichtweg monströs. Sicher ist: Nur auf den Tag der Aufarbeitung und Abrechnung zu hoffen, ansonsten die Situation jedoch weiterhin in stoischer Passivität zu ertragen, kann keinesfalls länger die Lösung sein. (DM)

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