Entmündigung jetzt auch schon im Aufzug: Mit dem Gesicht zur Wand in der Eselsecke

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Die fortschreitende Knechtung und Entrechtung der Bürger in der Pandemie hat zur Folge, dass in Deutschland Erwachsene behandelt werden wie Kleinkinder. Man macht uns Vorschriften, die in ihrer Absurdität möglichst gar nicht mehr hinterfragt werden sollen – und das nicht nur in der Öffentlichkeit. Was mit zollstockkonformen Abstandsregeln, Maskenzwang und Sprech-/Singverboten seinen Anfang nahm, hat inzwischen die banalsten Alltagssituationen erreicht – zum Beispiel auch das Aufzugfahren.

Ein Leser wies die Jouwatch-Redaktion nun auf einen besonders bizarren Fall hin (siehe Abbildungen unten): Im Fahrstuhl eines Düsseldorfer Ärztehauses sind Hinweisschilder angebracht, auf denen allen Ernstes den Fahrgästen piktographisch genauestens vorgeschrieben wird, wie sie sich in der Kabine aufzustellen haben – mit dem Rücken zueinander, zur Wand, ohne Blickkontakt. Nicht nur innerhalb der Obrigkeit, sondern inzwischen auch bei nichtstaatlichen Instanzen und Autoritären von Firmen bis hin zu Hausverwaltungen (eben überall, wo Menschen anderen Menschen Vorschriften machen und Regeln bestimmen dürfen) ist anscheinend ein regelrechter Überbietungswettkampf darin ausgebrochen, wer die einfallsreichsten Gängelungen, Disziplinierungen und Maßregelungen verwirklicht. Auf Eigenverantwortung, gesunden Menschenverstand, situative Intelligenz und Verhältnismäßigkeit wird inzwischen überall gepfiffen.

(Fotos:Jouwatch)

Wie unartige Kleinkinder müssen wir gezüchtigt, geschurigelt und nötigenfalls sogar hart bestraft werden. Die konkrete Zweckmäßigkeit von Maßnahmen spielt schon seit langem keine Rolle mehr, es geht um ein muffiges, illiberales Pädagogisieren: Wo Kommunen das Spazierengehen erlauben, das Stehenbleiben jedoch unter Strafe stellen; das Sitzen auf der Wiese zum No-Go erklären, das Sitzen auf der Parkbank jedoch gestatten; wo das einsame Joggen oder Radfahren im Grünen ohne Maske mit Bußgeldern geahndet wird: Da wundert sich bald auch keiner mehr, wenn er wie in der Schule mit dem Gesicht der Wand in die Eselsecke gestellt wird.

Betreutes Denken im Exzess

Schon seit Jahren setzt die zunehmend aufdringliche Volkserziehung von Medien und Politik durch Framing und „betreutes Denken“ alles daran, bei gesellschaftlichen Themen wie Klima und Migration anstelle einer lebendigen Debatte nur noch die eine, „wahre“ Sichtweise zuzulassen – und jede Gegenmeinung als Leugnung, Ignoranz oder Extremismus zu brandmarken. Die Unmündigkeit, die diese Entwicklung beschleunigt hat, begünstigte die sklavische Befolgung von Corona-Regeln, die – so RKI-Chef Lothar Wieler „nie hinterfragt werden“ dürfen. Wieler bezog sich damit auf die AHA-Regeln, doch der dadurch eingetrichterte Reflex funktioniert ebenso reibungslos bei noch so kafkaesken Willkürvorschriften zur Verhaltenskonditionierung.

Soziale Kontrolle und Blockwartmentalität sorgen für selbstorganisierende Herausbildung von Kontroll- und Überwachungsstrukturen, die auch in der Abwesenheit staatlicher Kontrollbüttel funktionieren: Durch keifende Rentner in der Bäckerei, die achtlos neu eintretenden Kunden sogleich fehlende Solidarität und Mordabsicht unterstellen, weil die maximale Personenzahl im Verkaufsbereich überschritten ist; durch Anblaffen von Wartenden in der Schlange am Geldautomat, die kurz die Maske abnehmen; und durch die aufmerksames Alarmieren der Polizei, wenn verdächtig viele Autos vor dem Nachbarhaus parken. In einem solchen Klima wird dann auch die Einhaltung der Stehordnung im Aufzug zur Bürgerpflicht. (DM)

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