Unser Song für Rotterdam „I Don’t Feel Hate“: Jetzt wird auch der ESC zur linken Nabelschau

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Jendrik in seinem Video von "I Don't Feel Hate" (Screenshot:Youtube)

Neues aus der Abteilung „Talentfreie Zone mit Überzeugung“: Dass die politisch korrekte „Botschaft“ wichtiger ist als die künstlerische Schöpfungshöhe, hat inzwischen bereits in allen Kulturdisziplinen zu einer Ausbreitung von Trash, Mittelmaß und Unästhetik geführt. Ob Film, Theater oder „kreative“ Werbung: Das Dogma der Diversität, der Exzesstoleranz, und Buntheit steht im Vordergrund, egal wie unbegabt, uninspiriert und einfallslos die Art der Darbietung ist. Der messermenschliche Zeitgeist hat nun auch den European Song Contest erfasst, einem der letzten großen Wettbewerbe zwischen Nationen, wo der Gedanke der kosmopolitischen Menschheitsversuppung noch keine Blüten geschlagen hatte.

Zumindest was den deutschen Beitrag betrifft, ist in diesem Jahr nicht mit einem musikalischen Senkrechtstarter, einem Überraschungshit, einem besonders originellen Bühnenplot und schon gar nicht mit einem authentischen, unbändigen Individualkünstler zu rechnen – obwohl sich die ihn abfeiernden öffentlich-rechtlichen Entertainmentjournalisten genauso versuchen darzustellen: „quirlig, offen und authentisch“ nennt das Erste Jendrik Sigwart, der bei „Unser Song für Rotterdam“ als deutscher Vertreter feststeht.

Wer ist eigentlich heute nicht „offen“ bzw., was ist überhaupt das Gegenteil dieser Offenheit? Mit Sigwart ein austauschbarer, angepasster Retorten-Hedonist an, dessen oberflächliche Message „gegen Hass“ so klischeehaft daherkommt wie das Standardbekenntnis der Miss-Universum-Kandidaten „für den Weltfrieden“. Allen wohl und niemand wehe, Konsens-Sauce und billigen Applaus für soviel „couragierte“ 08/15-Gesinnung sind garantiert, wenn „Jendrik“ also Deutschland beim ESC 2021 in Rotterdam vertreten wird: Sein Song trägt den irre einfallsreichen Titel „I Don’t Feel Hate„.

Passend zum Thema ist das dazu produzierte Video in „knallbunten“ Farben gehalten – Achtung, Symbolik! Darin dürfen natürlich auch jede Menge „People of Color“ nicht fehlen, ebensowenig wie eine  junge Muslima mit Burkini im Whirlpool. Mit dem Song will der Interpret, na was wohl, ein „klares Zeichen“ und „Statement setzen“ – gegen was? Na logisch: „Gegen Hass, Mobbing und Diskriminierung.“ Denn auf Hass, den man selber bekommt, sollte man nicht mit Hass reagieren, sagt Jendrik. Gut gebrüllt Löwe, bzw. fein aufgesagt, Bubi. Gähn!

„Couragierte“ 08/15-Gesinnung zum Einschlafen

Weil es, wie die ARD-Webseite zum ESC ausführt, in diesem Jahr leider keine Pre-Partys gebe, auf denen „die Acts ihre Songs schon vor dem ESC den Fans präsentieren“ könnten, werden nun eben alle digitalen Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Titel international zu bewerben – bevor es dann am 22. Mai 2021 „ernst“ wird. Eher seicht war das ESC-Repertoire ja schon immer – doch wie im Finale, steht natürlich auch schon bei den Vorabdarbietungen nicht etwa der musikalische bzw. Unterhaltungswert im Vordergrund, sondern diesmal Jendriks waaaaahnsinnig innovative, ja noch niiieeeeee gehörte Botschaft: „Ich fühle keinen Hass!“ Und noch wichtiger als die Menschen mit seinem Song anzusprechen, ist ihm die Verbreitung seiner „Message“ – in „vielen kleinen Videos„, die er produzieren möchte.

Was die deutsche Politik mit ihrer sogenannten Energiewende sowie in der Flüchtlingspolitik in ihrer selbstangemaßten Pionierrolle ständig penetrant gegenüber dem euroäpäischen Ausland vorexerzieren möchte, um mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger anderen die richtigen Prioritäten zu verdeutlichen, das soll jetzt mit anderen Mitteln auch auf der musikalischen ESC-Bühne fortgesetzt werden: Deutschland lebt nicht nur das Bunte und nimmt alles Bunte in sich auf, es erbricht diese Buntheit förmlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Bestimmt freuen sich schon die anderen Teilnehmerländer, deren Künstler sich in ihren Songs gewiss trivialeren Themen widmen, auf diesen nächsten deutschen Regenbohnenfahnenappell für mehr „Diversität“ und „gegen Hass„…. und statt einem Fünferle ins Phrasenschwein gibt’s ja womöglich ein paar Extrapunkte für Jendriks gesungenes Statement, welches so flach daherkommt, dass es von der Antifa bis Bischof Woelki durchweg konsensfähig ist. Gut möglich wäre allerdings auch, dass es aus dem Ausland für diese nächste deutsche Gesinnungsmission, diese Sonntagspredigt in Gesangsform, für soviel linken Gratismut am Ende heißen wird: „Germany – Zero Points!“. Egal: Es zählt allein die Haltung, und die wird Jendrik gegen jeden Shitstorm feien. (DM)

 

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