Elende Rassistenbrause: Coca-Cola wird „weniger weiß“

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Rassige Colawerbung - Foto: Imago

Bei dem Getränkehersteller Coca-Cola erhalten die Betriebsangehörigen allerweil ein Online-Training, um „weniger weiß“ zu werden. So viel wurde inzwischen bekannt. Das Trainigsziel: Erfolgreich werden im Kampf gegen den Rassismus. Nicht bekannt ist, ob die süße Brause im Gegenzug weniger schwarz wird. Eine schier unglaubliche Meldung. Kommentiert.

von Max Erdinger

Wie der „Washington Examiner“ meldete, stellte ein betriebsinterner Whistleblower Screenshots eines Online-Trainings ins Netz, auf denen zu sehen ist, mit welchen Behauptungen die Mitarbeiter des amerikanischen Brauseproduzenten von jenem ekelhaften Rassismus geheilt werden sollen, der Weißen qua Geburt inhärent ist.

Zu versuchen, „weniger weiß“ zu sein, bedeutet demzufolge, weniger unterdrückerisch, weniger arrogant, weniger selbstsicher, weniger abwehrend, weniger ignorant, dafür freundlicher und aufmerksamer zu werden, die Apathie zu überwinden und Schluß zu machen mit der weißen Solidarität untereinander.

Eine weitere Behauptung, welche die Betriebsangehörigen von Coca-Cola verinnerlichen sollen, ist die, daß Weiße in den USA und anderen westlichen Ländern in dem Bewußtsein sozialisiert würden, sie besäßen aufgrund ihrer Hautfarbe eine natürliche Überlegenheit. Forschungen hätten ergeben, daß weiße Kinder bereits im Alter von 3 bis 4 Jahren der Ansicht seien, es sei besser, weiß zu sein.

Präzisierung

Auf Nachfrage des „Washington Examiner“ gab Coca-Cola genauere Auskünfte. Das fragliche Trainingsvideo stamme nicht aus dem Fortbildungszentrum des eigenen Hauses, sei allerdings Teil eines Lehrprogramms, welches dabei helfen soll, einen „inklusiven Arbeitsplatz“ zu schaffen. Es bestehe aus einer Anzahl kurzer Abschnitte, jeder ein paar Minuten lang. Das Training beinhalte den Zugang zur Lehrgangs-Plattform von „LinkedIn“ und umfasse eine Reihe verschiedener Themen, darunter Diversität und Inklusion sowie – und jetzt wird es richtig lustig – „equity“. Nicht etwa „equality“. „Equity“ ist das englische Wort für „Eigenkapital“, „equality“ wäre das Wort für „Gleichberechtigung“. Um Letztere dürfte es aber gehen. Jedenfalls stamme das „Weniger-weiß-werden-Video“ von der „LinkedIn“-Plattform, sei aber nicht Teil des firmeneigenen Fortbildungs-Lehrplans. Coca-Cola: „Wir werden auch weiterhin auf unsere Angestellten hören und unsere Fortbildungsprogramme angemessen verfeinern.“

Der oberste Cola-Rassist

Als obersten Cola-Rassisten wird man wohl den weißen Geschäftsmann Asa Griggs Candler (1851 – 1929) begreifen müssen, den Gründer der Firma. Im Jahr 1887 hatte der Weiße Candler das Rezept für die colabraune Dunkelbrause einem anderen Weißen, dem Apotheker John Stith Pemberton, für 2.300 Dollar abgekauft, um in Atlanta die Produktion seines später weltbekannten Rassistengesöffs aufzunehmen. Und weil es damals vor Rassisten fast so wimmelte wie heutzutage, wurde Candler zu allem Überfluß auch noch Bürgermeister von Atlanta. Eine Entschuldigung bei den „Nicht-ganz-so-Weißen“, die seit nunmehr 134 Jahren – schwer unter der weißen Arroganz im Ungeiste des Firmengründers leidend – ihre schwarzen Brötchen bei Coca-Cola zu verdienen gezwungen waren, ist mehr als überfällig gewesen. Wie schön, daß die „Nicht-ganz-so-Schwarzen“ von Atlanta das Versäumte nun nachholen, indem sie sich alle Mühe geben, „weniger weiß“ zu werden.

Weiße sind voller Fehler

Weiße sind bekanntlich voller Fehler. Der größte Fehler, den sie je gemacht haben, heißt es in Rassistenkreisen, sei der gewesen, daß sie ihre technischen, medizinischen und sonstigen Erfindungen den Nichtweißen dieser bunten und vielfältigen Welt zur Verfügung gestellt hätten. Pfui Teufel, so etwas sagt man doch nicht? Diese Rassisten halten es tatsächlich für ein Argument, daß „Nicht-ganz-so-Weiße“ bis heute schwerlich die Mittel hätten, sie für ihren gottverdammten Rassismus zu kritisieren, wenn sie nichts von Buchdruck, Elektrizität und Blinddarmoperation wüssten. Vielmehr könnten sie selbst heute weltweit den Status von Gottheiten haben, argumentieren sie, hätten sie streng darauf geachtet, daß nur Weiße Zugang zu Universitäten, zur modernen Medizin, zu Büchern, Computern, Autos und Flugzeugen erhalten. Tatsächlich ist das aber kein Argument, noch nicht einmal ein schlechtes, sondern es ist Rassismus. Das muß man einfach glauben, wenn man kein Rassist sein will. Und noch nicht einmal nur Rassenrassismus wäre das alles, sondern auch noch Geschlechterrassismus, weil die weißen Rassisten – andere gibt es offiziell nicht – dasselbe nämlich auch in Bezug auf weiße Frauen anführen könnten, jedenfalls in einem generalisierenden Sinn. Möglicherweise ist die Wahrheit rassistisch. Das wäre furchtbar.

Deshalb zwei Klonovsky-Zitate, die den möglicherweise wahrhaftigen Altweißmännerrassismus belegen: „Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.“ – und: „Nachdem sie den Mann verteufelt, geschwächt und entnervt hat, wird die westliche Frau wohl noch hinreichend Gelegenheit für die Feststellung bekommen, dass sie auch keinen Verteidiger mehr besitzt.

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Meiner total antirassistischen Grundhaltung wegen habe ich mir insgeheim schon länger gewünscht, dieser furchtbar weiße Klonovsky möge nach Atlanta umziehen, um sich bei Coca-Cola seinen elenden Altweißmännerrassismus abtrainieren zu lassen. Der Rassenrassismus ist ja eine riesige Dummheit, was man schon daran erkennen kann, daß sich schwarze, antirassistische BLM-Rassisten und weiße Antigeschlechterrassistinnen in ihrem rassistischen Antirassismus rein gar nichts nehmen. Na ja, „rein“ hätte ich jetzt vielleicht nicht schreiben sollen. „Rausnehmen“ wäre besser gewesen. Also „was sich die antirassistischen BLM-Rassisten und weiße Antigeschlechterrassistinnen in ihrem rassistischem Antirassismus alles rausnehmen“.

Haben Sie übrigens mitbekommen, daß das Leben der Ann Boleyn, zweitweiße Ehefrau von Heinrich VIII bis zu ihrer geschlechterrassistischen Enthauptung, neu verfilmt wird? Mit der schwarzen Filmschauspielerin Jodie Turner-Smith in der Hauptrolle? – Ah, haben Sie schon gehört. Ist das nicht toll, antirassistisch wie es ist? Schon, oder? Hoffentlich ist der Scharfrichter im Film nicht wieder weiß, nicht daß es heißt … na, Sie wissen schon.

Aber das haben Sie wahrscheinlich noch nicht gehört: Das Leben von Nelson Mandela soll ebenfalls neu verfilmt werden. Mit Didi Hallervorden in der Hauptrolle. Und ein Remake von „Der Untergang“ steht ebenfalls ins Haus, obwohl der Weiße Bruno Ganz den Hitler im Bunker ganz ordentlich gespielt hat. Bloß seine Hautfarbe war leider rassistisch. Der neue Untergangsfilm wird diesen peinlichen Fauxpas auswetzen. Bill Cosby soll die Untergangs-Hauptrolle übernehmen, wenn er aus dem Knast entlassen worden ist. Das dauert aber noch ein paar Jährchen. Bis dahin schauen Sie sich am besten die Trainigsvideos von Coca-Cola an.

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