Die Pandemie, die keine ist: Die saisonale Grippewelle 2020/21 hieß Corona

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Ethisches Impfen - Foto: Imago

Wer nach diesen Zahlen immer noch meint, Corona und die saisonale Grippe hätten nichts miteinander zu tun, der glaubt auch an den Weihnachtsmann und Osterhasen in Personalunion: Ganze 414 Grippefälle wurden in der Saison 2020/2021 in Deutschland erfasst. In der Saison 2019/2020 (die keinerlei außerordentliche Grippewelle darstellte) waren es über 58.000 Fälle. Es kann praktisch als gesichert gelten, dass hier einfach nur das als „Pandemie“ bewertet wurde, was es schon immer gab.

In jedem Jahr und schon immer war das, was unter den Begriffen „Erkältungswellen“ , „Virusinfektionen“ oder „jahreszeitliche Grippe“ verstanden wurde, eine ungenaue Sammelbezeichnung völlig unterschiedliche Erreger. Von Jahr zu Jahr prägten andere Erreger das saisonale Infektionsgeschehen: Mal Influenzaviren, mal Coronaviren, oder Kombinationen aus beiden – aber meistens ein dominanter Erreger. Aus diesem Grund muss übrigens auch die jeweilige Grippeimpfung alljährlich neu entwickelt und an die jeweiligen aktuellen Viren bzw. ihre Mutationen angepasst werden.

Alles deutet darauf hin: Im vergangenen Jahr war Sars-CoV2 dieser dominante Erreger. Wäre er nie zur Pandemie ausgerufen worden, hätte man von seiner abenteuerlichen spekulativen Entstehungsgeschichte vermutlich nie etwas erfahren, und wäre er nicht durch WHO-Deklarierung und frühzeitige Berichterstattung über den nächsten potentiell tödliche Erreger in der Nachfolge von Vogelgrippe und MERS schnell in aller Munde gewesen: Dann würden wir mit höchster Wahrscheinlichkeit heute völlig normal unser Leben weiterleben wie immer. Es hätte die aberwitzige internationale Kettenreaktion mit all den politischen Kaskadeneffekten nie gegeben. Schlimmstenfalls hätte man rückblickend von einer besonders heftigen Grippesaison gesprochen, an der außergewöhnlich viele Ältere gestorben sind (wobei die reale Sterblichkeit selbst das fraglich erscheinen lässt). In jedem Fall hätten sich die Politiker, die heute Kerzen anzünden, Fahnenmeere abschreiten und Gedenkfeiern fordern, für diese Toten dann ebenso wenig interessiert wie für die Millionen weltweite Grippetoten, die es sonst in jedem Jahr gab.

Nichts, was es nicht schon immer gab

Umgekehrt, anders ausgedrückt: Ebensogut hätte man in jedem beliebigen Jahr der Vergangenheit schon den gerade grassierenden Erreger isolieren und zur Pandemie erklären können – mit der aufgrund der angewandten Zählmethodik dann automatisch ebenso „gefährlichen“ oder „tödlichen“ Potenz wie Corona, inklusive globaler Massen-Labortest-Manie und verfälschender Definition der wahren Todesursache.

Selbst wenn es sich bei dem aktuellen Corona-Erreger nicht um eine „normale“ Welle gehandelt hätte – was ja unter anderem daran sichtbar wird, dass eben kein einfacher Grippeimpfstoff mal eben so entwickelt werden konnte, sondern die Serumentwicklung ja eine hochspezifische Herausforderung darstellte: Dann ist dennoch nicht gesagt, dass es sich um einen jener wirklich gefährlichen Erreger handelte, wie sie etwa mit der Asia-Grippe 1957 oder der Hongkong-Grippe 1968 über die Menschheit hereinbrachen (und damals übrigens ohne Ausrufung einer Pandemie und ohne Lockdownmaßnahmen). Die Zahlenbasis ist schlicht zu sehr verwässert, weil „Inzidenzen“ mit „Infektionen“ und diese wieder mit Erkrankungen gleichgesetzt wurden, und seit Beginn dieser Krise nicht zwischen „an“ und“ mit“ Verstorbenen nicht differenziert wird.

Unterschiede nur beim immunologischen Gedächtnis

Tatsache ist, dass bislang für Sars-CoV2 kein immunologisches Gedächtnis vorliegt – zumindest scheinen dem Immunsystem besondere Anstrengungen abgefordert zu werden, die für den Großteil der Bevölkerung unproblematisch zu sein scheinen, aber eben nicht für Hochrisikogruppen. Bei Corona war nur eine vergleichsweise geringe Hintergrundimmunität in der Bevölkerung vorhanden. Doch schon an der Frage, ob die Erkrankung wirklich so viel schwerer verläuft als bei den schweren Verlaufsfällen der meisten  saisonalen Grippen, scheiden sich die Geister. Tatsache ist, dass sich in keinem früheren Jahr trotz ebenfalls auftretender Überlastungen von Kliniken kein Kamerateam je beim Intubieren von schwer erkrankten Grippepatienten oder gar beim Einäschern von Grippetoten einfand, und schlicht das mediale Interesse fehlte.

Und es kommt noch etwas Auffälliges hinzu: Sars-CoV2 weist, wie die meisten Coronaviren, viele Ähnlichkeiten zum Grippe-(Influenza)Virus auf; grundsätzlich ist es ähnlich ansteckend und für dieselben Risikogruppen gefährlich. Und die durchschnittliche Virengröße liegt auch in etwa in derselben Dimension. Schon deshalb verfängt das Scheinargument nicht, die naheliegendste Erklärung für das annähernde Verschwinden der Grippe in der auslaufenden aktuellen Saison sei die strikte Einhaltung der AHA-Regeln und Kontaktbeschränkungen. Wäre das der Fall, dann hätten die Maßnahmen auch gegen Corona helfen müssen. (DM)