Bürokraten-Irrsinn in Teltow-Fläming: Golfspielen mit 200 Meter Abstand verboten

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Foto: Von Oranzy Photography/Shutterstock

In diesen Zeiten führen deutsche Behörden und Gerichte mal wieder ins ganzer Bandbreite vor, zu was sie fähig sind. Auf einer Golfanlage, deren Fläche, die sogar größer als Monaco ist, ist das Spielen mit 200 Meter Abstand weiterhin untersagt.

Der Präsident des Golfclubs Gross Kienitz in Brandenburg ist wütend. Das 130 Hektar große Gelände, was in etwa 182 Fußballfeldern entspricht, bleibt weiter geschlossen, seine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Täglich macht er bei beginnendem schönstem Frühlingswetter tausende Euro Verlust. Trotz ausgetüfteltem Hygienesystem für die insgesamt 30 Golfbahnen, die sich auf vier Plätze verteilen.

Die Behördenmitarbeiter des Landkreises Teltow-Fläming tun sich in ihrem freiheitsberaubenden Regulierungwahn besonders hervor: „Seit der fünften Verordnung gilt: zwei Personen oder ein Haushalt auf einer Sportanlage. Und es spielt keine Rolle, ob es sich bei der Sportanlage um einen Tennisplatz handelt oder, wie in unserem Fall, um eine 130 Hektar große 30-Loch-Golfanlage. Das heißt, auch auf unserer Anlage, die etwas größer ist als Monaco, dürfen gleichzeitig nur zwei Leute Golf spielen. Diese absurde Definition des Landkreises Teltow-Fläming führt dazu, dass der Golfsport, wie wir ihn unter den ersten Verordnungen durchgeführt haben, nicht mehr zulässig ist“ ärgert sich Markus Fränkle in einem Interview mit der Welt.

Behördenwahnsinn, der auch noch gerichtlich bestätigt wird. Sein Antrag mit dem Ziel, daß der Spielbetrieb mit entsprechendem Hygienekonzept nicht gegen die Eindämmungsverordnung verstößt, wurde vom Verwaltungsgericht mit dem Verweis auf die Sportanlagen-Definition in der Verordnung abgeschmettert.

„Das Verwaltungsgericht hat sich völlig bürgerfeindlich verhalten und uns darauf verwiesen, ein Normenkontrollverfahren einzuleiten. Also die Gesetzesvorlage gerichtlich überprüfen zu lassen“, erklärt Fränkel. Auch ein Ausnahmeantrag, den er an das Gesundheitsamt gestellt haben, wurde bisher nicht bewilligt.

Das Verhalten der Behörden im Landkreises Teltow-Fläming ist umso unverständlicher, als dass auf anderen Plätzen in Brandenburg der Golfsport durchaus erlaubt ist. In ganz Brandenburg darf mit bestimmten Auflagen der Rasen bespielt werden, nur nicht beim Golfclub Groß Kienitz. Dort hatte man sich beim sogenannten Hygienekonzept große Mühe gegeben, so dass es im vergangenen Jahr offenbar auch gut funktioniert hat.

„Wir haben nach dem ersten Lockdown im März dem Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vorgelegt. Das sieht vor, dass zwei Personen im Abstand von zehn Minuten starten. Diese zeitliche Begrenzung führt dazu, dass die Leute ungefähr 200 Meter Abstand voneinander haben. Nicht einen Meter und 50, nicht fünf Meter, sondern 200 Meter. Das sollte doch ausreichen. Alles natürlich nur nach vorher durchgeführter digitaler Anmeldung, sodass jederzeit nachvollzogen werden kann, wer sich wann auf der Anlage aufgehalten hat. Maskenpflicht vom Parkplatz zum Platz natürlich inklusive. Insofern ist das Infektionsrisiko meiner Meinung nach bei null. Diese Schließungsanordnung ist an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten“, findet der Golfclub-Präsident.

Die Möglichkeit, für zwei Golfspieler zu öffnen, sei betriebswirtschaftlicher Unsinn: „Wir können hier keine Mitarbeiter beschäftigen, damit zwei Leute auf der Anlage spielen. Wir müssen die Parkplatztore aufmachen, und wir müssen Marshalls schicken, die den Spielablauf kontrollieren. Da bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Leute in Kurzarbeit zu schicken – und die Anlage bleibt geschlossen“ so Fränkel gegenüber der Welt.

Verstöße gegen die Anordnungen werden hart bestraft. So drohte der Leiter der Bußgeldstelle Fränkel mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro, sollte er sich nicht an die Verordnung halten.

Ein weiteres aktuelles Beispiel, zu was gut versorgte deutsche Staatsdiener fähig sind, wenn man ihnen die Rahmenmöglichkeiten gibt. Beispiele aus der Vergangenheit git es ja genug. (MS)

 

 

 

 

 

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