Wegen Bikini-Verbot: Deutsches Beachvolleyball-Duo sagt Teilnahme in Doha ab

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Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Julia Sude (Bild: shutterstock.com/Von Mai Groves)
Beachvolleyballerinnen Karla Borger und Julia Sude (Bild: shutterstock.com/Von Mai Groves)

Aufgrund der Scharia-Kleider-Vorschrift beim Beachvolleyball-Turnier in Doha, der Hauptstadt der islamischen Monarchie Katar, nimmt Deutschlands bestes Duo aus Julia Sude und Karla Borger nicht an dem Event teil. Der Weltverband zeigt sich hoch erstaunt über die Absage. Weil man so glücklich darüber war, dass Frauen in der Muslimbrüder-Hochburg erstmal mitspielen durften, erkärte der Verband sich bereit, die „Tradition des Landes zu respektieren. Es geht immer noch ein Stückchen Islam-devoter und frauenverachtender. 

Im März veranstaltet der Volleyball-Weltverband (FIVB) erstmals ein Turnier für Frauen im tief islamischen Wüstenstaat Katar. Der FIVB vollzog dafür einen extra tiefe Verbeugung vor dem Islam und stimmte der Anordnung der Mullah-Behörde zu, die Sportlerinnen in Shirts und knielangen Hosen, statt in Sport-Bikinis an den Start gehen zu lassen. Man wolle ja schließlich die „Tradition des Landes respektieren“ hieß es dazu.

Deutschlands aktuell bestes Team, Karla Borger und Julia Sude, in der Weltrangliste auf Platz 16, wollen unter diesen Umständen nicht teilnehmen und haben bereits ihren Verzicht beim mit 300 000 Dollar (ca. 248 000 Euro) Preisgeld dotierten Turnier mitgeteilt. Gegenüber dem Spiegel erklärten die beiden: „Wir wollen das nicht mittragen“, erklärten die beiden Sportlerinnen, von deren Courage sich jede zweite Kampffeministin eine dickes Scheibe abschneiden könnte.

Thomas Kaczmarek, Trainer des Erfolgs-Duos, nennt gegenüber der Bildzeitung zwei Gründe für die Absage: „Auf der einen Seite hat es politische Gründe, dass Karla und Julia aus Weltanschauungsgründen als Frauen sich solchen Forderungen nicht unterwerfen wollen.“ Auf der anderen Seite habe es sportliche Gründe. In Doha können Temperaturen zu dieser Zeit schon um die 30 Grad Celsius erreichen, erklärte die Sportler Borger gegenüber dem Spiegel weiter: „Unser Sport ist verdammt anstrengend. Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Aber wir sind es einfach nicht gewöhnt, bei solchen Temperaturen mit dieser Kleidung zu spielen.“ Zudem habe der FIVB den Athletinnen extrem wenig Zeit gelassen zu entscheiden, ob sie im Islam-konformen Aufzug spielen wollen oder nicht.

Trainer Kaczmarek macht klar: „Die Nicht-Teilnahme war eine Teamentscheidung, die ich zu hundert Prozent mittrage und mit voller Überzeugung dahinterstehe.“ Auch der Deutsche Volleyball-Verband DVV respektiere die Entscheidung des Beach-Duos, während sich Volleyball-Weltverband hochüberrascht gibt. Man habe nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Spielerinnen hätten die Initiative, zum ersten Mal in Doha ein Turnier abzuhalten, außerordentlich begrüßt.

Das Erstaunen des Volleyball-Weltverband verwundert nicht weiter. Denn der Verband hat ganz offensichtlich keinerlei Skrupel, Turniere in einem Staat abzuhalten, der offen die  Muslimbrüder und anderer radikalislamischer Gruppen sowie Terrororganisationen unterstützt. Es geht halt immer noch ein Stückchen Islam-devoter und frauenverachtender. Deshalb: Hut ab, Karla Borger und Julia Sude! (SB)

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