Krankschreibungen wegen psychischer Probleme auf dem Höchststand

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Foto: Shutterstock (1351902701)

Abstand, Maskenterror und Einzelhaft im Homeoffice. Die staatlich verhängten Corona-Beschränkungen führen wie erwartet zu massiven seelischen Problemen bei den arbeitenden Bürgern. Im vergangenen Jahr haben die Krankschreibungen auf Grund von psychischen Erkrankungen einen Höchststand erreicht.

Die DAK wertete Daten von 2,4 Millionen Versicherten aus und stellte fest, noch nie fehlten so viele Menschen auf Grund von psychischen Problemen an ihrem Arbeitsplatz. Im Schnitt hatte jeder Versicherte rund 2,65 Fehltage aufgrund von etwa Depressionen oder Anpassungsstörungen. Zum Vergleich: 2019 waren es rund 2,6 Fehltage pro versicherten Beschäftigten, 2010 etwa 1,7 Fehltage.

„Unsere aktuelle Analyse zeigt, wie gerade Menschen mit psychischen Problemen unter den Pandemie-Einschränkungen und -Belastungen leiden“, erklärte Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit gegenüber Bild.

Und die Zeit der Krankschreiben dauert immer länger. Im Schnitt 39 Tage – auch das dein Rekord seit der jährlichen Datenerhebung 1997.

Die Diagnose psychisches Leiden lag im vergangenen Jahr auf Platz zwei der Erkrankungen. Platz eins belegen Muskel-Skelett-Erkrankungen mit rund 3,3 Fehltage Frauen scheinen entweder leichter aus dem psychischen Gleichgewicht zu geraten als Männer oder sie nehmen eher Hilfe in Anspruch. So fehlten bei der DAK-versicherte Arbeitnehmerinnen 2020 im Schnitt an 3,4 Tagen, bei Männern waren es 2,0 Tag.

Wie schon Anfang Februar bekannt wurde, leiden neben Erwachsenen besonders Kinder unter den staatlich verhängten Zwangsmaßnahmen. Fast jedes dritte Kind zeige Hinweise auf eine psychische Belastung, so das Ergebnis der COPSY-Studie („Corona und Psyche“) des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) in einer zweiten Befragung.

„Wir stellten Ängste und Sorgen fest, Kopfweh und Niedergeschlagenheit“, so Professorin Ulrike Ravens-Sieberer, Forschungsdirektorin und Leiterin der UKE-Studie.

Fast 85 Prozent der Kinder finden die Corona-Krise mittlerweile als belastend. In der ersten Befragung im Mai und Juni 2020 seien es „nur“  70 Prozent gewesen. Nicht nur die Kinderseelen leiden, auch die körperliche Gesundheit nimmt ab. Doppelt so viele Kinder wie bei der ersten Befragung erklärten, keinen Sport mehr zu machen, 40 Prozent gaben an, sich gar nicht mehr zu bewegen sondern immer mehr Zeit mit Smartphone oder am Computer totzuschlagen– auch wegen der Zuhause-Beschulung.

Die Wissenschaftler waren von einem Gewöhnungseffekt ausgegangen: „Das war aber nicht der Fall“, so Ravens-Sieberer laut Ärzte-Zeitung. In den Praxen der Kinderärzte zeigt sich nun immer mehr, wie niedergeschlagen die Kinder mittlerweile sind. (MS)

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