IfW erwartet wachsende Inflation – Alte und Gebrechliche sollen gefälligst länger arbeiten

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Auf dem Weg zur Arbeit (Symbolbild:Imago/Stengel)

Haben Sie schon mal einen 70-Jährigen gesehen, der auf dem Bau schwere Zementsäcke schleppt oder in einem IT-Unternehmen neue Software programmiert?

Kann sich alles ändern:

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel rechnet für die Zeit nach der Pandemie mit einem Anstieg der Inflation in Deutschland. „Wir sehen bei der Inflationsrate weitere Aufwärtsrisiken“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Forschungszentrums Konjunktur und Wachstum im IfW, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Aktuell hätten bereits die Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer sowie die neue Kohlendioxidbesteuerung die Inflation steigen lassen.

Hinzu kommen werde aber noch der Effekt der in letzter Zeit aufgestauten Kaufkraft. „Die Deutschen haben in der Pandemie Geld zurückgelegt für bessere Zeiten“, sagte Kooths. „Wir reden hier über 200 Milliarden Euro, keine Peanuts.“

In dem Moment, in dem die Corona-Beschränkungen wegfielen, könne sich dies in Nachfrage entladen und die Preise klettern lassen, mit Wirkungen bis ins Jahr 2022 hinein. „Danach, in drei oder vier Jahren, greifen bereits neue preistreibende Faktoren, allen voran Deutschlands ungünstige Demografie“, so der Ökonom. In Deutschland gebe es immer mehr Alte, denen es nicht mehr ums Sparen gehe, sondern um einen guten Lebensabend.

Zugleich gebe es immer weniger Junge, die die von den Alten gewünschten Güter herstellen und die von den Alten gewünschten Dienstleistungen erbringen können: „Höhere Nachfrage trifft auf knappes Angebot: So wird Alterung zum Preistreiber.“ Der IfW-Experte riet dazu, die finanziellen Folgen der demografischen Entwicklung für die Gesellschaft besser einzudämmen. „Gut wäre eine weitere schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit“, sagte Kooths.

„Je früher und klarer die Politik hier Führung zeigt, umso besser. Abschied nehmen sollten wir jedenfalls von der weltweit um sich greifenden Fantasie, die Notenbanken könnten die offenen Rechnungen der modernen Gesellschaften bezahlen.“

Die Logik: Weil die Bundesregierung mit ihrer künstlich gezüchteten, völlig überflüssigen Lockdown-Politik das Land in den Ruin getrieben hat, müssen es dann die Alten und Gebrechlichen ausbaden. Aber natürlich nicht nur die. (Mit Material von dts)

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nanu
nanu
20. Februar 2021 19:32

Da wird mal wieder was an den Haaren herbeigezogen um zu begründen damit die Alten länger arbeiten sollen. Dabei wird überhaupt nicht berücksichtigt das nach der so genannten Pandemie Millionen an Arbeitsplätze weg fallen werden, durch massenhafte Pleiten.

„Die Deutschen haben in der Pandemie Geld zurückgelegt für bessere Zeiten““
Man legt Geld zurück für schlechte Zeiten und nicht für bessere Zeiten. Außerdem sind die hier als bessere Zeiten genannten eigentlich die normalen Zeiten. Wer jetzt Geld weg legen kann, das ist eine Seltenheit. Viele bangen um ihren Arbeitsplatz und werden den Teufel tun das Geld einfach so raus hauen.

Last edited 4 Tage zuvor by nanu
hiroshima
hiroshima
20. Februar 2021 18:29

Nicht nur die Alten, auch die Jungen sollten zur Arbeitsfront herangezogen werden. Jahrelang die Schulbank drücken ist vorbei. In der Schule fangen sich die Kinder sowieso bloß Viren ein. Arabische und afrikanische Fachkräfte erlangen schließlich auch ohne Schulbesuch die Hochschulreife. Das sollte auch in Deutschland möglich sein.