Nicht ohne meinen Schnelltest: Lebenswertes Leben nur noch für „Gesunde“

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Schnelltest in mobilem Labor in Hamburg (Foto:Imago/ANE)

Getrost kann man eines schon jetzt prophezeien: Sollte es wider Erwarten doch zu Teilöffnungen oder „Lockerungsorgien“ (worunter die moderate scheibchenweise Rückgabe von Grundrechten verstanden wird) durch aktives Zutun der Regierung kommen, dann werden diese von Schikanen und Auflagen abhängig gemacht werden, die von einem freien und unbeschwerten Leben weit entfernt sind.

Vor allem die Antigen-Schnelltests werden zum Persilschein für jegliche Normalhandlung, die fortan den Charakter von jederzeit widderrufbaren „Privilegien“ haben werden: Ob Urlaube, Restaurantbesuche, Stammtischteilnahme, Gemeinschaftssport, Stadionaufenthalt oder Training im Fitnessstudio – nur noch mit Negativtest soll der Zutritt erlaubt sein, und die so erzielte Konditionierung kann und wird später dann absehbar in einen Impf- oder Immunitätsnachweis transferiert werden (den es angeblich ja nie geben sollte). Die – verglichen mit den zunehmend zweifelhaft gesehenen PCR-Tests noch unzuverlässigeren Schnelltests – werden zum unfehlbaren Viren- bzw. „Gottesbeweis“.

Einmal ganz von den horrenden Kosten abgesehen, die diese Antigentest-Mania als permanentes Zwangs-„Sesamöffnedich“ für Alltagsteilhabe dem einzelnen Bürger auferlegen wird und ihn zusätzlich zum Maskenhorror schröpft: Auf die hinterlistige Masche von Experten und Corona-Hardcoreverfechtern, uns die Tests als das kleinere Übel gegenüber dem Lockdown anzubieten, sollten mündige Bürger gar nicht erst hereinfallen. Dies ist keine Alternative, sondern ein Erpressungsversuch. Beides ist unstatthaft und verfassungwidrig.

Der anlaufende Milliardenmarkt der demnächst auch für den „Hausgebrauch“ überall erhältlichen Tests, auf die dann fortan andauernd „gespuckt oder geschissen“ werden muss (und zwar buchstäblich), ruft schon jetzt immer mehr Profiteure auf den Plan, die nach den Masken- und Desinfektionsmittelproduzenten im vergangenen Jahr das nächste Geschäft ihres Lebens wittern. Spahn und das ihm unterstellte Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte sorgen selbst für diesen Hype: Immer mehr Anträge neuer Hersteller, derzeit 30 neue an der Zahl laut Medienberichten, hoffen auf die Zulassung durch die Behörde.

Krisenprofiteure der neuen Gesundheits-Apartheid

Den Vorstellungen von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin zufolge, die für die Bundesregierung Computersimulationen des Infektionsgeschehens berechneten, sollen fortan Geimpfte und Immune eine dauerhafte Erlaubnis erhalten, frei einzukaufen, einzukehren, Kulturveranstaltungen oder sonstige Alltäglichkeiten auszuüben – und wer diesen Nachweis nicht führen kann, muss sich eben vor jeder Aktion frisch testen lassen. Denn nur dann, wenn es durch Impfung oder Tests gelingen sollte, „neunzig Prozent aller Infizierten zu isolieren“, gäbe es „kein relevantes Infektionsgeschehen mehr“.

Der Kölner Virologe Florian Klein erklärt laut „dts Nachrichtenagentur“: „Die Gültigkeit eines Tests dürfte nur einen Tag betragen.“ Er könnte sich unter strengen Bedingungen die Öffnung von Restaurants vorstellen: „Bei einem Lokal mit gutem Hygienekonzept wäre das eine Möglichkeit.“ Sollten Selbsttests zur Pandemiebekämpfung geeignet sein, sieht der Münchner Verwaltungsrechtler Martin Burgi die Bundesregierung in der Pflicht, dieses mildere Mittel zu fördern. „Die Politik hat eine Verpflichtung, smarte Lösungen zu fördern, und kann nicht immer nur die ordnungsrechtlichen Maßnahmen verschärfen.“ Erste Handelsketten begrüßen bereits derartige Überlegungen.

Ebenso übrigens wie Kinobetreiber, Hoteliers, Veranstaltern Sportverbände. Um den Lockdown zu überwinden, sind weite Teile der Öffentlichkeit inzwischen scheinbar Willens, jedes Opfer zu bringen und jede Kröte zu schlucken. Auch im Tourismus zeichnet sich daher eine alptraumhafte neue Normalität an: Ohne Schnelltests und ständiges „Freitesten“ soll demnächst nichts mehr gehen. Nur noch Gesunde – täglich oder am besten stündlich nachzuweisen – dürfen am Leben teilhaben, der Rest wird ab- und ausgesondert. Wenn das unsere Zukunft sein soll, besteht wahrlich Grund für Depressionen. (DM)

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