Erfrischende Offenheit: Drosten-Vorgänger kritisiert Panikmache

0

Wenige Experten in Deutschland verfügen über Status und wissenschaftliche Autorität, um sich mit den heiligen Kühen der Virologie, vor allem dem Sars-CoV2-Säulenheiligen Christian Drosten, anzulegen oder deren Narrative in Frage zu stellen. Einer, der sich dies fraglos leisten kann, ist Detlev Krüger – kein geringer als Drostens Amtsvorgänger als Leiter der Charité-Virologe. Und er hält mit seiner Unabhängigkeit nicht hinterm Berg.

In einem Interview mit der „Welt“ redete Krüger Tacheles über die Panikmache rund um die „Mutanten“ – und kritisiert vehement die die gesamte deutsche Corona-Politik, namentlich das Vorgehen von Politik und Medien. Den von Drosten verfochtenen zunehmend harten Restriktionskurs sieht er mehr als skeptisch und warnt vor Kollateralschäden, die „zu ernstzunehmenden Problemen“ führten.

Wenn Tumorpatienten nicht mehr operiert werden können – in der ersten Welle war das nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft bei 50.000 der Fall – wenn die Suizidrate steigt und wenn Kinder vernachlässigt werden„, dann seien diese Schwierigkeiten nicht von der Hand weisen. Namhafte Psychiater, selbst andere Chefärzte und Institutsleiter der Charité (und damit Kollegen Drostens) bestätigten inzwischen ernsthafte psychische Folgeerkrankungen infolge der Corona-Maßnahmen. Dies dürfe nicht länger außer Acht gelassen werden.

„Lockdown-Bilanz gefordert“

Der Drosten-Vorgänger spricht sich daher für eine überfällige „Lockdown-Bilanz“ aus und befindet, seiner Meinung nach hätte die Politik schon nach dem ersten Shutdown abwägen müssen, „welchen Schaden und welchen Nutzen die einzelnen Anti-Corona-Maßnahmen bewirkt haben“. Das Ziel der gesamtgesellschaftlichen Schadensminderungsklausel müsse in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken. Auch die Einschränkung von Freiheitsrechten sowie die Wohlstandsreduktion durch die steigende Arbeitslosigkeit würden sich letztlich negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken, so Krüger zur „Welt“.

Der Experte geht darüberhinaus hart mit manchen seiner Standskollegen ins Gericht – und attestiert ihnen teilweise „mangelnde Weitsicht„. Man müsse endlich „die gesamte Lage, nicht nur Ausschnitte“ in den Blick nehmen, und die einzelnen Lockdown-Maßnahmen müssen evaluiert und abgewogen werden. Wohl wahr!

Dass sich Krüger derartig wohltuende Widerworte leisten kann, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass er als 70-jähriger Emeritus keine Karrierenachteile mehr befürchten muss – und ihm daher auch erwartbare Anfeindungen wegen Gotteslästerung oder Majestätsbeleidung gefährlich werden können. Der Shitstorm der Drosten-Apologeten in Deutschlands Redaktionsstuben dürfte ihn daher kaum anfechten. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram