Ausgefallene Notfallbehandlungen, leere Kliniken: Wie viele Leichen haben Spahn & Co. im Keller?

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Diverse notwendige Operationen wurden 2020 wegen Corona verschoben - und jetzt erneut (Foto:Imago/VCG)

Während die Bundesregierung die Bevölkerung mit ihrem Zahlen-Ikebana zu Inzidenzwerten und immer verstiegeneren Bedingungen für Teilöffnungen ablenkt, geraten die wirklich alarmierenden Fakten aus dem Blick: Als Folge des Lockdowns und der politisch ausgerufenen Pandemie wird die normale medizinische Versorgung der Bevölkerung immer schlechter – mit unabsehbaren Folgen.

Die Regelbehandlung der Bevölkerung in den deutschen Krankenhäusern (also die Bewältigung all der Erkrankungen, Verletzungen und Gebrechen, mit denen sich Mediziner vor Auftreten dieses sog. Coronavirus befasst haben) ist im vergangenen Jahr in besorgniserregenden Ausmaß zurückgegangen. Davon waren auch und gerade solche Krankheiten betroffen, die schon immer und auch ganz ohne Corona in jedem Jahr die „Kleinigkeit“ von über 900.000 Menschenleben gefordert haben. Zwischen Januar und September 2020 ging die Zahl der Patienten im Vergleich zu den beiden Vorjahren um 15,5 Prozent zurück, heißt es in einer für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erstellten Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Technischen Universität Berlin, über die unter anderem der „Spiegel“ berichtet.

Deutlich weniger Patienten als in den Jahren zuvor wurden demnach in deutschen Kliniken in den ersten drei Quartalen behandelt – wobei der Untersuchungszeitraum der Studie insofern taktisch geschönt ist, als das erste Quartal 2020 (vor Verkündung der „epidemischen Notlage“ und dem ersten Lockdown) ja noch fast regulär lief; zu Bettenfreihaltungen, Terminabsagen und Umrüstung der Kliniken auf einen erwarteten pandemischen Notbetrieb kam es bekanntlich erst ab Mitte März – in Erwartung eines dann nie eingetretenen „Systemzusammenbruchs“ im Gesundheitswesen.

Ebenfalls wurde das letzte Quartal in der Studie ausgeblendet, in das schon größtenteils der zweite Lockdown fiel. Wirklich aussagekräftige, realistische Zahlen über die Pandemieauswirkungen im stationären Kliniksektor hätten sich somit aus einer Untersuchung nicht der ersten, sondern der letzten drei Quartale 2020 ergeben – aus der eigentlichen Corona-Zeit also, in denen die Behandlungsausfälle durch verschobene Operationen, abgesagte Untersuchungen und Regeltherapien besonders hoch waren. Man darf annehmen, dass es sich hier um den Versuch einer gewollten Verwässerung des angerichteten Realschadens im Interesse des Studienauftraggebers, des Bundesgesundheitsministeriums, handelt.

Gefällig zugeschittene Untersuchungszeiträume

Doch auch das, was jetzt all diesen Beschönigung zum Trotz wissenschaftlich ermittelt wurde, hat es in sich: Die errechneten Rückgänge bedeuten nicht weniger, als dass rund jeder sechste Patient wegen ernster „Nicht-Corona“-Leiden nicht behandelt wurde. Dies entspricht einer Größenordnung von 2,1 Millionen Menschen. Die Studie untersuchte hierbei die Folgen der Anweisung des Bundes an die Kliniken im März 2020, planbare Operationen zu verschieben und Kapazitäten für potenzielle Covid-19-Fälle freizuhalten. Der Rückgang der stationären Fälle sei aber „zumindest in diesem Ausmaß unerwartet„, schreiben die Forscher.

Besonders tragisch: Es nahm auch die Zahl der Notfallbehandlungen ab. Die behandelten Herzinfarkte sanken im Vorjahresvergleich um acht Prozent, bei den Schlaganfällen waren es sechs Prozent. Notfallaufnahmen bei Kindern gingen sogar um 19 Prozent zurück. Allerdings, so schreiben die Forscher (vermutlich wieder im Sinne Spahns, was ebenfalls auf den latenten Gefälligkeitscharakter der Studie Hinweis) hätte es diesen Einschnitten zum Trotz „keine Hinweise auf eine systematisch erhöhte Sterblichkeit“ gegeben. Außer natürlich, na logisch, bei Covid-19. Aber dort wieder ja auch anders gezählt (Stichwort „an und mit“)…

Wenn dem tatsächlich so sein sollte, dass die Einbrüche bei lebensnotwendigen Notfallbehandlungen zu nicht mehr Todesfällen führen, dann stellt sich allerdings die Frage, wozu dann Menschen überhaupt noch den Notarzt rufen sollen: Anscheinend passiert dann ja nichts weiter? Ein schierer Wahnsinn, der hier in Kauf genommen und sogar noch schöngeredet wird.

Das Offensichtliche auszusprechen, ist tabu

Jeder Notfallmediziner kann bestätigen, dass die Nichtversorgung von eindeutigen Stroke- oder Infarktsymptomen lebensbedrohlich ist und bei Nichtbehandlung zumindest zu lebensverkürzenden Folgeschäden führt. Deshalb ist – selbstverständlich – der Schluss nicht nur zulässig, sondern zwingend naheliegend, dass die Behandlungsrückgänge Menschenleben fordern.

Genau dieses Fazit darf aber nicht gezogen werden – aus politischen Gründen. Wer hier als Arzt Klartext redet, riskiert seine Karriere und manövriert sich schnell ins gesellschaftliche Abseits – und Journalisten, die eins und eins zusammenzählen und von Todesopfern DURCH den Lockdown schreiben, werden von regierungsfinanzierten Propaganda-„Faktencheckern“ zensiert und diffamiert. Um es bildlich auszudrücken: Man darf aufgrund des Blicks aus dem Fenster sagen und schreiben, dass es tagelang schneit. Daraus aber den Schluss zu ziehen, dass draußen irgendwo Schnee liegt, ist schon Fake-News, denn dafür gibt es „keinerlei wissenschaftliche Grundlage“.

Wer hingegen bei klarem Verstand ist und die Folgen der gesamten Maßnahmen – alleine nur in diesem Teilbereich der medizinischen Regelversorgung – evaluiert und extrapoliert, der muss zwingend zu der Überzeugung gelangen, dass die Regierung zahllose Menschenleben auf dem Gewissen hat. Deren Zahl dürfte die Corona-Toten mittlerweile sogar deutlich übersteigen. Erfahren werden wir es vermutlich nie – jedenfalls nicht zu den Regierungszeiten derer, die uns diese Malaise einbrockten. (DM)

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