Nächste Etappe im Endlos-Lockdown beschlossen: Die ewige Flucht nach vorne

0
(Symbolbild:Imago/agrarmotive)

„Welches Interesse sollten fast alle Regierungen dieser Welt daran haben, Shutdowns und Corona-Maßnahmen zu verordnen, wenn Pandemie und Gefahr durch das Virus nicht real wären?“ Diesen vermeintlich schlagenden Einwand bekommt häufig zu hören, wer die verfahrene Knockdown-Politik in Frage stellt und auf den zunehmend psychotischen Charakter dieser Krise hinweist. Tatsächlich handelt es sich um ein Scheinargument, das die „Weisheit der Vielen“ mit der normativen Kraft des Faktischen verbinden will. Die Regierenden haben sich heillos in eine Sackgasse verrannt – und fürchten den Exit aus der Pandemie mehr als das Virus selbst. Deshalb stellen auch die heutigen Beschlüsse zur Lockdown-Verlängerung keine Überraschung dar.

Im Gegenteil, es kam wie erwartet: Der als neues Zieldatum gewählte Termin 7. März liegt – psychologisch clever – genau zwischen dem ursprünglichen letzten „Enddatum“ 14. Februar und Ostern am 4. April. Gleich bis Ostern zu verlängern hätten die Ministerpräsidenten nicht mitgemacht, deshalb bietet sich die Aufteilung in zwei Etappen an. Anfang März wird dann die nächste Verlängerung bis Ostern kommen, von da an wird Pfingsten ins Visier genommen. Und so weiter, und so fort.

Die Vorkehrungen dafür wurden bereits geschaffen – mit der erstmals beschlossenen Verknüpfung von Lockerungen nicht mehr nur an zeitliche Fristen, sondern an das konkrete Erreichen bestimmter „Inzidenzwerte“: Unterschreitet der Wert 7 Tage in Folge den Wert 35, so können Museen und Geschäfte wieder öffnen – allerdings nur zu den eingeschränkten Bedingungen, die während  des „Lockdown Light“ bis Mitte Dezember galten (ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Friseure dürfen unter bestimmten Auflagen bereits am 1. März wieder öffnen. Für die Gastronomie ist hingegen nach wie vor keine Öffnungsperspektive in Sicht. Nur für Schulen und Kitas besteht insofern bescheidene Hoffnung, als Merkels Corona-Regiment hier den Ländern deren jeweilige Entscheidungshoheit zugestehen musste.

Doch dass die Inzidenzen perspektivisch sinken, daran will Merkels Corona-Junta selbst nicht glauben – im Gegenteil, und schon jetzt zeichnet sich zudem ab, wie diese nächste Verlängerung dann begründet werden wird: Die „Mutanten“ sollen sich angeblich, nach den von Merkels Beratern vorgelegten Modellierungen, ab Mitte März durchsetzen und dann das Infektionsgeschehen dominieren, warnte die Kanzlerin.

Lügen und Irreführung im Dauerlockdown

Wäre die Politik auch nur ansatzweise objektiv und ehrlich, müsste hier gefragt werden: Na und? In Großbritannien und Irland gingen die Zahlen trotz Mutanten rapide herunter – und auch die aktuelle Entwicklung in Deutschland ist, entgegen der Hysterie und kakophonischen „Bestandsaufnahme“ beim heutigen Gipfel, eigentlich mehr als ermutigend: Die Zahl der aktiven Corona-Fällen in Deutschland beträgt aktuell 163.047 – fast 60 Prozent (!) weniger als der an Heiligabend erreichte Höchststand mit 377.266 aktiven Fällen. Die Intensivbetten sind mit knapp über 4.000 so niedrig belegt wie seit drei Monaten nicht.

Damit sind nicht nur einmal mehr alle Prognosen und Warnungen der Politik bei den letzten beiden Lockdown-Verlängerungen durch die Realität widerlegt; im Gegenteil: es wird uns einfach dreist die nächste Fehlprognose zugemutet. Denn die Aufrechterhaltung des Wahnsinns ist zum eigentlichen Ziel und Selbstzweck geworden; damit kommen wir zurück zur Eingangsfrage, wie denn so viele Regierungen gleichzeitig einen Ausnahmezustand perpetuieren können, wenn dieser nicht alternativlos wäre.

Abgesehen davon, dass es natürlich auch Einflusssphären und interessierte Elitenzirkel gibt, die diese Pandemie als Mittel zum Zweck einer globalistischen, klima-ökologischen oder strukturellen Großtransformation ausnutzen und daher beibehalten wollen, ist das entscheidende Motiv der meisten Verantwortungsträger ein anderes: Blanke Angst. Sie spüren, dass sie einen Point of No Return überschritten haben, von dem es kein Zurück mehr gibt.

Flucht nach vorne aus Angst vor der Erkenntnis des Fehlalarms

Denn jede Beendigung des Notstands, jedes Innehalten oder gar die Rückkehr zur Normalität birgt die explosive Gefahr, dass die angerichteten Schäden dann erst so richtig sichtbar werden und ihre Tragweite wahrgenommen wird. Und dann wird es einen Aufschrei geben – weil die gänzliche Unverhältnismäßigkeit der in Kauf genommenen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Zerstörungen ans Licht kommt. Dies umso eher, wenn – was absolut zu erwarten ist – nach einer Aufhebung der Beschränkungen die große Gesundheitskatastrophe ausbleiben sollte.

Würde morgen das Bundesverfassungsgericht sämtliche Corona-Maßnahmen ausnahmslos kippen und bis auf einen wirksamen Schutz von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen das ganze Land zum „Vormärz 2020“-Zustand zurückkehren: Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit käme es zu keiner Überlastung des Gesundheitswesens – auch, weil die für die Virusausbreitung entscheidenden Maßnahmen von den Bürger eigenverantwortlich und ganz ohne staatlichen Zwang selbst befolgt werden (vor allem Abstand und Hygiene). Wenn dann nach vier bis sechs Wochen nichts geschieht und sich die monatelangen Angstkaskaden rückblickend als unnötig erwiesen haben werden, wird es zu brodeln beginnen – und Schuldige für den gigantischsten Fehlalarm aller Zeiten werden gesucht werden.

Das alles wissen die Verantwortlichen sehr genau, und sie fürchten dieses Szenario – in dem sie zwingend zur Rechenschaft gezogen würden, weshalb sie die Flucht nach vorne antreten. Es ist, als würden sie eine Zentnerlast über ihrem Haupt stemmen und nicht wagen, sie langsam abzusetzen, weil sie dann von ihr erschlagen werden könnten. Deshalb wird weitergestemmt. Ewig werden sie es nicht aufrechterhalten können; doch solange es irgendwie geht, wird nicht der Endsieg über Corona, sondern die Lockdownverlängerung um jeden Preis ihr eigentliches Motiv bleiben.

Nur vordergründig hoffnungsfrohe Inzidenz-Orientierung

Und alles, was zur Legitimierung dieses Zustands nötig ist, wird wahlweise aufgetischt oder abgeräumt – je nach Nützlichkeit: Verdoppelungsintervalle, R-Werte, schwere Verläufe, freie ITS-Betten, fehlende Testkapazitäten. All diese bisherigen Tresholds der Panikmache spielen längst keine Rolle mehr, dafür sind jetzt die „Mutanten“ und Inzidenzwerte Trumpf. Letztlich ist alles willkommen, was wirksam Angst macht. Dazu gehört übrigens auch die Verunglimpfung von Grundrechten als „neue Freiheiten“ oder „Privilegien“, ebenso wie die Verächtlichmachung des Rufs nach Wiederermöglichung des Alltags als „Öffnungsorgien ist schon ein erstaunlich perfides Wort„, schreibt Gideon Böss: „Es unterstellt Zügellosigkeit und damit in der jetzigen Situation Verantwortungslosigkeit. Wer solche Bizarr-Begriffe nutzt, will nicht über eine Rückkehr in den Alltag diskutieren.

Vordergründig mutet die neue Bewertungsgrundlage, fortan nach Inzidenzen zu „lockern“ sinnvoll und flexibel-zielorientiert an. In Wahrheit erlaubt sie der Politik, die endlose Verlängerung noch bequemer, noch einfacher zu beschließen und zu „begründen“: Denn das abstrus willkürliche Zustandekommen der Inzidenzwerte, die sich aus einer nirgends festgelegten Zahl an Tests unter einer nicht repräsentativen, sondern zufällig zustandskommenden täglichen Personengruppe errechnen, erlaubt deren beliebige Manipulationen.

Mehr Tests – an Flughäfen, in Firmen, in Heimen – bedeuten „mehr Inzidenzen“; mehr Sequenzierungen bedeuten „mehr Mutanten“. So lässt sich der 35er-Grenzwert je nach Opportunität reißen oder verfehlen – doch es könnte auch der von Corona-Maniacs wie Karl Lauterbach verfolgte Schwellenwert 25 (oder gar 10) sein, oder Melanie Brinkmanns „ZeroCovid“-Wahnsinnsziel von Null. Diese Experten würden auch bei negativen Inzidenzwerten eine Notwendigkeit für den Lockdown finden. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram