Höchst brisant: Homo sapiens – Homo deus?

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Nicole Höchst vom AfD Landesverband Rheinland-Pfalz; Foto: Screenshot Youtube
Nicole Höchst vom AfD Landesverband Rheinland-Pfalz; Foto: Screenshot Youtube

Chronik eines sich Bahn brechenden Größenwahns / von Nicole Höchst
Am 28.3.2013 erschien auf dem Blog „Sein.de“ ein unglaublich akkurater und zukunftsweisender Artikel zum Thema „Transhumanismus: Die größte Gefahr für die Menschheit?„. Tenor: Im Zuge der von Internationalisten angestrebten „großen Transformation“”, der Globalisierung und der Neuen Weltordnung (NWO) wird sprichwörtlich kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Nicht nur die Frage, wie wir leben, von was wir leben, wie wir als Gesellschaft miteinander funktionieren wollen, sondern buchstäblich alles soll auf den Prüfstand gestellt werden – auf dem Weg in eine „bessere Zukunft“. Eine neue Evolutionsstufe hat der Mensch für den Menschen erdacht und schrittweise ganz offen vorbereitet.

Was ist Transhumanismus?

Der Transhumanismus will die Verschmelzung des Menschen mit Technologie. Cyborgs sollen den Homo sapiens ablösen und das menschliche Leben auf Erden in eine völlig neue Dimension katapultieren. Was sich liest wie Science-Fiction, wird sich in nicht allzu ferner Zukunft als Fluch und/oder Segen für den Menschen und die Gesellschaft erweisen. Schon jetzt gibt es Herzschrittmacher, künstliche Gliedmaßen, Hirnimplantate, künstliche Befruchtung, künstliche Gebärmuttern. Der Glauben an sich selbst als größte Schöpfungskraft auf Erden nimmt stetig auch gesetzgeberisch zu, seitdem Menschen sich hormonell und operativ selbst gestalten können. Immer mehr Menschen erteilen nicht nur der Kirche, sondern auch Gott eine Absage und setzen sich selbst mit dem Slogan „Gott ist tot“ absolut.

Der ideale, neue Mensch liebt sich selbst am meisten, ist jung, schön, konsumorientiert und zumeist sexuell aktiv. Menschlichkeit wird zunehmend zur Egomasturbationshilfe. Das Gute wird plakativ getan – veröffentlicht – nicht nur, damit es wahr werde, sondern damit man sich darin sonnen kann. Eitelkeit, Egozentrik und Egomanie greifen Raum. Jeder ist dermaßen individuell, dass Partnerschaften, die auf Lebenszeit angelegt sind, oft am zeitgeistlichen „Ich“ scheitern. Beziehungen, Geschlechtlichkeit, Nähe, Liebe, Zuneigung: Viele Menschen erfahren sie nur noch online, mit Hilfe von Maschinen oder müssen sich diese in Jahrtausende bewährten sozialen Grundfunktionen auf dem freien Markt kaufen.

Symptome für diese Entwicklung sind z.B. Alexa und Siri – oftmals die einzigen Intelligenzen, die mit sehr alleinstehenden Individuen dauerhaft im Hier und Jetzt kommunizieren. Die ganzheitliche Flucht ins Virtuelle treten gerade jetzt, in Zeiten von Coronabeschränkungszeiten, immer mehr Kinder und Jugendliche an. In den Weiten des Netzes lassen sich dort Tage und Nächte verbringen, ohne sich schmutzig, müde, viral krank oder kaputt zu machen. Man ist dort anonym, oder wer und was immer man gerade sein möchte. Identität, Aussehen und Geschlecht lassen sich nach Belieben ändern. Doch wie praktisch, dass all dies zunehmend auch in der analogen Realität gelebt werden kann; dass virtuelle Freuden allerdings weniger intensiv sind als gelebte Realität, werden wohl viele Kinder und Jugendliche gar nicht mehr erfahren).

Puppen als Ersatzpartner

Denn Einsamkeit und sexueller Frust müssen auch nicht mehr sein: Für weniger als 2.000 Euro kann man Puppen erwerben, die nicht nur der Realität immer näher kommen, sondern sogar lächeln, blinzeln, stöhnen können. Sie sind körperwarm, betreiben intelligente Konversation – und überraschen am nächsten Morgen mit neuen tollen Features, weil sie über Nacht über W-LAN geupdated werden. Von dort ist es zur Puppe, deren Aussehen und Funktionen man selbst bestimmen kann UND die zusätzlich auch noch den Haushalt macht und den Rasen mäht, sicherlich nur noch ein kleiner Schritt.

Und es ist doch so praktisch: Endlich ein künstlicher Sozialpartner, der einen nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht mehr kritisiert, oder der will, dass die Socken aus dem Wohnzimmer weggeräumt werden; keine üblen Gerüche, keine störenden Geräusche, keine alters- oder kilobedingten Veränderungsprozesse. Man muss nicht einmal nett sein oder irgendwelche Umgangsformen wahren. Wer sich eine solche Zukunft mal anschauen möchte, sieht sich am besten nochmals die Dystopie „Bladerunner“ an: All die dort schon gezeigten Visionen werden von vielen als Chance und Segen wahrgenommen.

Von anderen aber auch als Gefahr. Denn bei allem, was wir zu gewinnen glauben, verlieren wir doch den Kern unseres Seins: Unsere Menschlichkeit. Um welchen Preis wird der Mensch diese abstreifen wie eine Hülle, die zu klein geworden ist? Ganz klar: Für nicht weniger als für das Versprechen der eigenen Göttlichkeit. Transhumanismus bedeutet die Überwindung des eigenen Menschseins – in sich selbst und mit anderen. „Es ist die Befreiung von den Grenzen des Fleisches, von den Qualen, Mängeln und Begrenzungen eines biologischen Körpers: Tod, Krankheit, Makel – all das wird bald Vergangenheit sein. Wir werden sein wie Götter. Allmächtig, unsterblich und unbegrenzt. Nun ja, zumindest eine kleine Elite von uns: Eine selbstgeschaffene Rasse, welche künftig die Vorherrschaft über diesen Planeten übernehmen wird, während der erbärmliche Homo sapiens langsam aus der Geschichte des Universums getilgt wird.Das zumindest ist der Glaube der sogenannten Transhumanisten. Es klingt nicht bloß wie eine Religion, es ist eine. Es ist die kompromisslose Religion des Materialismus, der ultimative Triumph des Menschen über die Natur. Nicht Spiritualität soll den Menschen erlösen, sondern Technologie. Nicht dem Mensch gehört die Zukunft, sondern den Gott-Maschinen“. Soweit „Sein.de“.

Singularität als Schwellenerfahrung

Das gesamte Wissen der Menschheit, insbesondere über Gentechnik, Nanotechnologie, Neurologie und Kybernetik, wird sich im Punkt der Singularität zur Geburt der neuen Über-Spezies vereinen: „Die Singularität ist eine Zukunft, in der das Tempo des technologischen Wandels so schnell und weitreichend voranschreitet, dass die menschliche Existenz auf diesem Planeten irreversibel verändert wird. Wir werden die Macht unserer Gehirne, all die Kenntnisse, Fähigkeiten und persönlichen Macken, die uns zu Menschen machen, mit unserer Computer-Macht kombinieren, um auf eine Art zu denken, zu kommunizieren und zu erschaffen, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Diese Verschmelzung von Mensch und Maschine, mit der plötzlichen Explosion der Maschinen-Intelligenz, wird im Verbund mit rasend schneller Innovation in den Bereichen der Gen-Forschung sowie der Nanotechnologie zu einer Welt führen, wo es keine Unterscheidung mehr zwischen dem biologischen und dem mechanischen Leben oder zwischen physischer und virtueller Realität gibt. Diese technologischen Revolutionen werden es uns ermöglichen, unsere gebrechlichen Körper mit all ihren Einschränkungen zu überwinden. Krankheit, wie wir sie kennen, wird ausgerottet. Die menschliche Existenz wird einen Quantensprung in der Evolution durchlaufen. Wir werden in der Lage sein zu leben, solange wir wollen“, erklärt Ray Kurzweil, einer der Vordenker der Transhumanisten.

Ja, ich weiß: Das klingt alles ganz unglaublich. Und doch passiert es vor unseren Augen. Nehmen wir das nicht wahr? Wollen wir das so? Haben wir solch eine unstillbare Sehnsucht nach Göttlichkeit – oder dem, was wir dafür halten, selbst um den Preis unserer Menschlichkeit? Es sind Teile der globalen Eliten, die diese neue Religion des Transhumanismus vorantreiben. Transhumanisten sitzen an den Schalthebeln der Macht, sie lenken nicht nur die größten Firmen der Welt wie Google, Microsoft, Apple usw., sondern sie leiten die Forschung an den größten Universitäten. Sie machen Politik, sie haben Geld und bestimmen entweder selbst oder mit von ihnen kontrollierten NGOs oder Stiftungen das Weltgeschehen. Sie sind es, die die wahre globale Macht ausüben – nicht anstelle von, sondern gemeinsam mit den gewählten Regierungen (nur sehr selten passieren „Ausrutscher“ wie Wahlergebnisse wie in Thüringen oder zuletzt in den USA, die nötigenfalls offen oder verdeckt „rückgängig“ gemacht werden müssen).

Ein Weltprojekt der Eliten

Es sind also offenkundig die Reichen und Mächtigen dieser Erde, die die Segnungen des Transhumanismus preisen. Dieser verheißt perspektivisch nicht weniger als Unsterblichkeit und Allmacht. Die Transhumanisten propagieren ganz offen ihren unerschütterlichen, positivistischen Glauben an Fortschritt und Technologie: Geschickt heben sie ihre Forschungsprojekte auf die Agenden von Universitäten und Konzernen. Längst wird weltweit im Auftrag der Transhumanisten geforscht. Die Nachfragewelle an Technik und Virtualität ist ungebrochen; ein Trend, der den ihnen scheinbar Recht gibt: Denn Nachfrage bestimmt den Markt, und wie man diese kreiiert und am Leben erhält, hat die digitale / IT-Branche bis zur Perfektion gelernt.

Es geht letztlich darum, die Evolution zu überwinden, die Regeln der Existenz selbst zu bestimmen – als Cyborg. Es soll nun eine neue Form von Intelligenz und Bewusstsein entstehen; eine künstliche, hervorgebracht durch den Menschen, der mit ihr zu einer neuen Entität verschmelzen wird. Seine erschaffene Technologie wird lernen, die Mechanismen der Natur zu nutzen, jedoch unendlich effizienter, schneller und ohne die Gebrechlichkeit organischer Lebewesen. Technik wird überwiegend zum Siegeszug verklärt.

Doch lässt sich hier wirklich von einem Triumph sprechen?Vielleicht wird jedermann bald schon Rechner günstig erwerben können, deren Leistung die aller menschlichen Gehirne übertreffen. Hieraus ergeben sich jedoch weitreichende Fragestellungen, die nicht nur die globale Wissenschaft alarmieren müssten: Wie viel Macht dürfen Computer haben? Wie soll der Mensch mit womöglich rivalisierender künstlicher Intelligenz umgehen? Welche Rechte dürfen intelligente Computer haben? Wo/wie kann man in der Not den Stöpsel ziehen?

Die Gefahren sind groß. Roboter und Computer übernehmen schon heute immer größere Bereiche unseres Lebens: Ob im Privaten, in der Produktion, in Medizin oder Militär – künstliche Intelligenzen und Roboter sind allgegenwärtig. Was passieren kann, wurde in pessimistischen Science-Fiction-Romanen oder Filmen umfangreich durchgespielt: „Terminator“, „I Robot“, „Matrix“ und viele mehr. Der Rekurs ins Künstlerische und Fiktionale wirft durchaus ethische Probleme auf, mit denen wir Menschen uns in zu geringem Maße auseinandersetzen. Wir rennen unbewusst, achtlos  drauflos konsumierend mitten hinein ins Messer des Transhumanismus.

Wir „ersetzen“ uns zunehmend

Kybernetik, Neurologie, Robotik, Nanotechnologie, Gentechnik: All diese Disziplinen  fusionieren vor unseren Augen, gestalten unsere Zukunft und verändert unser Menschsein für immer. Die Entwicklung erscheint unumkehrbar: Technologie in Form von Computern, Tablets, Smartphones, Siri, Alexa und intelligenten Haushaltsgeräten werden immer raffinierter und komplexer, sie rücken immer näher an uns heran, imitieren und ersetzen uns selbst – nicht nur in der Interaktion, sondern ganz wörtlich: Schon  längst wird sie in uns selbst verbaut – in Form von intelligenten Herz- und Hirnschrittmachern, künstlichen Knochen oder per im 3D-Druck produzierten Prothesen.

Auch die Schnittstelle zwischen dem Gehirn und Computern werden immer nahtloser – ob in der Implantattechnik, beim elektronischer  Identitätsnachweis oder beim Zahlungsverkehr. All dies dient konkreten Zwecken, von der bequemen Erleichterung es Alltags bis hin zum Überleben oder der Gesunderhaltung, und erweitert unsere Möglichkeiten merklich. Doch damit steigt auch die Möglichkeit der totalen Überwachung und Kontrolle des einzelnen Individuums: Bei fehlender Zuverlässigkeit, Gefügigkeit und Wohlverhalten können dann theoretisch auch ganz schnell der Stecker gezogen oder die  Konten gesperrt werden.

Der Mensch ist längst zur Nummer geworden, Namen sind eh Schall und Rauch; sie können ebenso leicht gewechselt werden wie das Geschlecht und die Identität. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist sicherlich die Verschmelzung der analogen und der virtuellen Realität. Die Schnittstelle hierfür ist die Anfang des Jahres 2021 im Bundestag beschlossene Bürgernummer: Alle Lebensdaten – ob sie Abstammung, Familie, Gesundheit oder Konsum betreffen – können perspektivisch über sie hinterlegt und abgerufen werden. Der ganze Mensch wird gläsern, sein Äußeres, sein Innerstes, sein Verhalten, seine Bewegungsmuster, seine Vorlieben. Ein feuchter Traum für zukünftige Weltenherrscher mit Großmannssucht und totalitärem Anspruch.

Und weil nun mal Technik nicht für alle gleichermaßen erschwinglich ist, werden wohl zwei Klassen Menschen auf der Erde nebeneinander und miteinander existieren: Reiche, mit Technik verschmolzene Wesen, und arme Homo Sapiens. Herrscher und Beherrschte. Die Privilegierten werden mit ihren technisch gesteigerten Fähigkeiten den Armen unendlich überlegen sein; sie mögen sogar in ihrem Bestreben nach Unsterblichkeit Erfolg haben, wenn es erst möglich sein wird, das Gehirn und alle Informationen eines Menschen auf einen Chip herunterzuladen und in neue Körper zu transferieren.

Ethische Fragen nur en Passant gestreift

Denn letztlich sollen alle Grenzen zwischen Geist und Körper, zwischen Hard- und Software fallen – und damit auch der Unterschied zwischen Realität und Cyberspace. Der Mensch soll sich seinem erweiterten Bewusstsein in virtuellen Welten ausbreiten, soll dort Welten erschaffen und beherrschen können. Evolution geschieht fortan durch gezielte Schöpfung neuer Intelligenzen. Kaum jemand versteht das Ausmaß und die exponentielle Geschwindigkeit dieser Entwicklung. Deshalb werden ethische Fragen zu dieser Entwicklung nur en passant gestreift und eigentlich überfällige Diskussion darüber wird in der Mitte der Gesellschaft wohl nicht ankommen (und ohne konkrete Notwendigkeit wohl auch nie  geführt werden). Hingegen sind Forschungsmittel zur Unterstützung singulärer Entwicklungsakte leicht zu beschaffen – denn sie werden nicht auf linearen Linie und im Kontext des transhumanistischen Fahrplans gesehen (außer von den Transhumanisten selbst, versteht sich).  Das Ergebnis bleibt das gleiche.

Hier noch einige wissenswerte Informationen aus dem oben zitierten Artikel von „Sein.de“: „2013 hat die EU den größten jemals für ein Forschungsprojekt verteilten EU-Etat von einer Milliarde an Steuergeldern in das transhumanistische ‚Human Brain Project‚ gesteckt – einer der wichtigsten Bausteine: die Simulation eines kompletten menschlichen Gehirns als Computerschaltkreis durch die Nachbildung der neuronalen Struktur des menschlichen Gehirns. In etwa 10 bis 20 Jahren soll das menschliche Gehirn fertig sein. Die Rechenpower von Computern hat die des Gehirns bis dahin vielleicht bereits um das millionenfache überflügelt. Wo stehen wir heute? Die Robotik, insbesondere die Prothetik soll herausfinden, wie man Maschinen direkt an Nerven anschließen kann, um den Menschen mit künstlichen Gliedmaßen und Sinnesorganen zu erweitern. Forschungsgelder gibt es dafür von Medizin und vom Militär in Milliardenhöhe. Die Neurologie soll helfen, das Gehirn zu verstehen und ein Gehirn-Computer-Interface zu bauen. Ein solches gibt es bereits, es wurde an Tieren erfolgreich getestet und wird nun erstmals in Menschen verpflanzt. Die Nanotechnologie macht immer kleinere Schaltkreise möglich – und Roboter, die so klein sind, dass siein der menschlichen Blutbahn leben können.“

Und Ray Kurzweil fasst die Entwicklung wie folgt zusammen: „Die Revolution der Nanotechnologie wird uns ermöglichen, unseren Körper und unsere Gehirne Molekül für Molekül neu zu gestalten – weit über die Grenzen der Biologie hinaus. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz innerhalb unseres biologischen Systems wird für die Menschheit einen evolutionären Sprung nach vorne markieren, aber es bedeutet auch, dass wir mehr ‚Maschine‘ sein werden als ‚Mensch‘. Milliarden von Nanobots werden durch die Blutbahnen in Körper und Gehirn reisen. Sie werden Krankheitserreger zerstören, DNA-Fehler korrigieren, Giftstoffe beseitigen, und viele andere Aufgaben erfüllen, die unsere körperliches Wohlbefinden steigern. Als Ergebnis werden wir in der Lage sein, auf unbestimmte Zeit zu leben, ohne zu altern. Trotz des wunderbaren Zukunftspotenzials der Medizin wird Unsterblichkeit nur erreicht werden, wenn wirunsere biologischen Körper vollkommen ablegen. Während wir uns in Richtung einer Software-basierten Existenz bewegen werden, gewinnen wir die Fähigkeit, ‚Backups‘ von uns anzulegen (Speicherung der Muster unseres Wissen, unserer Fähigkeiten und Persönlichkeit in einer digitalen Form), wodurch wir virtuelle Unsterblichkeit erlangen. Dank Nanotechnologie werden wir einen Körper haben, den wir allein durch unseren Willen nicht nur verändern, sondern in völlig neue Formen verwandeln können. Wir werden um 2020 in der Lage sein, unsere Körper in Full-Immersion-Virtual-Reality-Umgebungen zu verändern und etwa um 2040 auch in der physischen Realität.“

Was wollen wir wirklich?

Dies also ist die laufende Entwicklung, bereits seit vielen Jahren. Wann reden wir endlich offen darüber, ob wir sie wollen und wenn ja, was davon? Und ob wir als Individuen, aber auch als Gesellschaft insgesamt die Vorstellungen der Transhumanisten überhaupt teilen möchten? Hinter der Blendgranate der Covid-19 Pandemie vollziehen sich gerade Quantensprünge – im Umbau der Wirtschaft, in der Digitalisierung, in der Transformierung unserer Gesellschaftsordnung. Es wird höchste Zeit, dass wir aus der gesamtgesellschaftlichen Angststarre und allgemeinen Verweigerung kontroverser Diskussionen herauskommen, und stattdessen gemeinschaftlich über unsere Zukunftsvisionen streiten!

Denn nichts von all dem oben skizzierten „Fortschritt“ ist alternativlos. Wir können und sollten bestimmen, an welcher Stelle wir wo abbiegen wollen! Und selbst wenn ich mit diesen Vorbehalten für viele für einen scheinbaren Anachronismus stehe, so möchte ich doch kritisch den folgenden Kinotipp abgeben: Schaut euch den Film „Gott ist nicht tot“ an. Er wird gelobt und gehasst, doch ich finde die Debatte darüber sehr wichtig – zeigt der Film doch, wie weit uns Bildung und Lehre heute im Normalfall, völlig unwidersprochen, immer weiter weg vom Christentum führen, hin zum Menschen als Zentrum der Schöpfung.

Und Menschen wohnt das Streben nach Transzendenz inne, und dieses macht uns leider auch anfällig für immer neue Glaubensgebilde, Sekten, und andere Heilsversprechen. Ebenso wie für Ideologien: die Klimaretter-Ersatzreligion , Q-Anon und andere Verschwörungstheorien fallen deshalb auf fruchtbaren Boden. Und so ist auch der Transhumanismus letztlich eine fragwürdige, quasireligiöse „Heilslehre“, die alle christlichen Werte und die darauf fußenden Grundsätze der Aufklärung, unsere Werte- und Rechtsordnung und letztlich das freie Menschsein an sich peu à peu unterlaufen wird und als „überkommen“ eliminieren will.

Der Mensch will Gott sein. Darüber müssen wir reden.

Zur Person:
Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und zog 2017 über die Landesliste Rheinland-Pfalz für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach) in den 19. deutschen Bundestag ein. Dort ist sie unter anderem als Obfrau der Enquete-Kommission für Berufliche Bildung, als Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie im Unterausschuss für Bürgerliches Engagement tätig. Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist Schatzmeisterin des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

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