Spahn: Wir müssen lockern – irgendwann

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Foto: Jens Spahn (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Nicht ungeschickt. Jetzt tut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) so, als ob ihn die Sorgen der Bürger (besser: der Wähler) irgendwie interessieren würden und hat eine Lockerung der Corona-Beschränkungen angemahnt. „Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Das würden wir als Gesellschaft nicht gut aushalten.“

Bei den Lockerungen seien „auf jeden Fall zuerst Kitas und Schulen dran“, so der Minister. „Das ist wichtig für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Eltern.“ Und danach werde schrittweise auch in anderen Bereichen gelockert.

„Ob das schon ab dem 15. Februar oder erst später geht, wird nächste Woche entschieden“, sagte er mit Blick auf die nächste Ministerpräsidentenkonferenz am 10. Februar. Auf die Nachfrage, ob Lockerungen erst bei einem Inzidenzwert unter 50 möglich seien, sagte er: „Im Zweifel müssen wir sogar noch weiter runter mit den Zahlen. Die Stufenpläne, die in manchen Bundesländern erarbeitet werden, halte ich für klug.“

Spahn nannte die Corona-Zahlen „ermutigend“, es gebe bei den Neuinfektionen einen spürbaren Trend nach unten. „Aber man kann noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen.“ Vor dem nächsten Treffen von Bund und Ländern werde das Robert-Koch-Institut erste Ergebnisse mitteilen, wie sich die Mutationen verbreiten.

„Klar ist: Wir brauchen einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in einen neuen Normalzustand.“

Und wie sieht dieser verantwortungsvolle Übergang dann aus? Darf man beim Inzidenzwert von 10, der wohl niemals erreicht wird, so lange es Grippeviren gibt, mal wieder auf den Friedhof, um sich von seinen Großeltern zu verabschieden?

Ablehnend äußerte sich der Christdemokrat über eine Zero-Covid-Strategie. „Auf einer Insel kann das funktionieren – da ist die Einreise leichter zu kontrollieren. In unserem Land im Herzen Europas geht das nicht“, sagte er. Das oberste Ziel sei und bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern – „und eben nicht, jede Infektion zu vermeiden“. Deutschland müsse deutlich unter 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen kommen. „Aber es auf null Infektionen zu senken und zu halten, das kostet einen unverhältnismäßig hohen Preis in anderen Bereichen des Lebens.“

Ok, dann eben 10 oder 5. Danke für die aufmunternden Worte, Herr Spahn. (Mit Material von dts)

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