Gastronomie-Vernichtungskrieg der Regierung: Nicht nur Tim Mälzer ist am Ende

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Die Zukunft der Gastronomie (Foto: Von Vytautas Kielaitis/Shutterstock)

Selbst prominenten Wirten und Großgastronomen steht das Wasser bis zum Hals: Die perfide, rotzfreche Gleichgültigkeit der Politik gegenüber Gastronomie und Einzelhandel, zugesagte Hilfen zu verweigern (während sie ihnen durch einen Willkür-Lockwon, bar jeder wissenschaftlichen Evidenz und nachweisbare epidemiologische Notwendigkeiten, die Existenz ruiniert), bringt nun auch die vor Corona Erfolgreichsten der Branche ins Wanken. Nachdem TV-Koch Tim Mälzer den Anfang gemacht hatte, wenden sich viele Gastronomen mit dramatischen Worten an die Bundesregierung.

Seine Bankkonten seien inzwischen leergeräumt, alle Rücklagen seien verbraucht, hatte Mälzer kürzlich im „Hamburger Abendblatt“ erklärt. Als völlig unverständlich empfinde er die Tatsache, dass der größte Teil der angekündigten Corona-Hilfen für die Gastronomie bislang nicht angekommen sei; die ihm zugeflossene Vorauszahlung habe allenfalls einen Bruchteil seines wirtschaftlichen Schadens ausgleichen können. Es sei nun an der Zeit, „den Worten Taten folgen zu lassen„, so Mälzer. Der Starkoch hatte schon mehrfach – bereits früh in der Pandemie – von einer drohenden Insolvenz berichtet. 160 Mitarbeiter Mälzers müssen (ebenso wie hunderttausende andere Beschäftigte in der Gastronomie deutschlandweit) bangen, dass sie zeitnah arbeitslos sind.

Passiert ist in den Wochen seit diesen Aussagen weiterhin fast nichts. Und nicht nur Mälzer platzt der Kragen – obwohl er aufgrund seiner Medienpräsenz natürlich deutlich mehr Menschen zu erreichen vermag als selbst die Branchenverbände von Gastronomie und Hotellerie – etwa der Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, um den es in diesem zweiten Lockdown auffallend still geworden ist. Nachdem viele Wirte bei der Ausrufung der neuerlichen Schließungen Anfang November zunächst stillgehalten hatten, weil die von der Regierung versprochenen 70/75-Prozent-Hilfen auf reiner Umsatzbasis mehr Geld versprachen als jeder Öffnungsmonat (womit dann auch gleich etwaige Klagen im Keim erstickt wurden), mussten die meisten Gastronomen mittlerweile einsehen: Die Regierung lässt die dichtgemachten Betriebe am ausgestreckten Arm verhungern.

Wortbruch mit Hintergedanken

Ob die wortbrüchige Verzögerungen bei der Auszahlung der Staatshilfen nun eine Folge der späten Regierungserkenntnis sind und die – wirtschaftspolitisch völlig ahnungslosen und von jeglichen Erfahrungen im freien Markt komplett unbeleckten – Berufspolitiker Altmaier und Scholz als verantwortliche Minister zwischenzeitlich kapiert haben, dass sie einen gigantischen Fehler begingen (der von nicht minder blinden Groko-Abgeordneten im Bundestag abgenickt wurde), oder ob es sich die normale Unfähigkeit dieser prädigitalen Bundesregierung handelt, die Anträge überhaupt zeitnah bearbeiten zu können: Fakt ist, dass von den überlebenswichtigen Geldern nur winzige Tranchen bei den meisten Unternehmen ankamen – und dass viele deshalb, ohne jede Liquidität und Einnahmen, schon jetzt für immer die Tore schließen müssen.

Höchstwahrscheinlich ist genau das die perverse Hoffnung des Merkelkabinetts: Weil Wirtschafts- und Finanzministerium bei der Bemessungsgrundlage zumindest der November- und Dezemberhilfen gigantischen Mist gebaut haben (und damit die bislang größte fahrlässige Veruntreuung von Steuergeldern in der Geschichte der BRD auf den Weg brachten, wenn die Umsatzerstattungen wie versprochen fließen sollten), bedeutet natürlich jeder abgeamselte, zwischenzeitlich pleitegegangene Antragsteller eine Sorge weniger. Die zuständigen Minister und Behördenmitarbeiter müssen es ohnehin nicht eilig haben: Sie, die all die Schließungen im Namen eines behaupteten „Lebensschutzes“ willkürlich und autoritär anordnen, bekommen weiterhin ihre Gehälter – ohne jeden Abzug, krisensicher und rundumversorgt. Für die Leibesfülle eines Peter Altmaier wie auch die Hypothekenraten der Spahn’schen Millionenvilla ist also in jedem Fall gesorgt… auch dann noch, wenn Tim Mälzer seine „Bullerei“ und seinen Catering-Betrieb für immer dichtmachen sollte. (DM)

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