Gesellschaftliche Querspaltung: Die Spaltung quer zur Spaltung

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Regierungsprotest im Libanon - Foto: Imago

Seit Jahren wird die Spaltung der Gesellschaft beklagt. Bislang stellte man sich darunter einen durchgängigen Spalt vor, der zwischen Konservativen, Freiheitlichen und Rechten einerseits – und der zahlenmäßig starken Gewohneheitslinken andererseits verlief. Das ändert sich allerweil und schafft vorläufig unübersichtliche Frontverläufe. Eine Betrachtung.

von Max Erdinger

Es geschehen Zeichen und Wunder. Daß meinereiner sich jemals in der Situation wiederfinden würde, Heribert Prantl von der Alpenprawda („Süddeutsche Zeitung“), Jakob Augstein („SPIEGEL“) oder Sahra Wagenknecht („Die Linke“) in auch nur einem einzigen Punkt zustimmen zu müssen, hätte er vor einem Jahr noch für ausgeschlossen gehalten. Und doch ist es so gekommen. Merkels Coronaregime macht es möglich.

Chapeau, Heribert Prantl für das hier: „Die Leichtfertigkeit, mit der Sie die Grundrechte wegschieben und sagen ´die Grundrechte weg und alles läuft besser`entsetzt mich richtig und macht mir zum ersten Mal in meinen 33 Journalistenjahren richtig Angst. Die Art und Weise, in welcher Expertengremien, zu denen Sie gehören, mit dem Null-Covid-Zeugs die Grundrechte wegschieben, ist für mich ein Desaster, eine Katastrophe.

Chapeau, Cora Stephan, für das hier: „Wir können, was wir jetzt lernen, nämlich mit Panik eine Bevölkerung kirre machen, auch auf ganz andere Dinge anwenden. Das erschreckt mich zutiefst.“

Daß diese Sätze nicht bei den Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland gefallen sind, versteht sich von selbst. Die Schleifung der Grundrechte im Namen von Corona war Gegenstand von „Talk im Hangar 7“, einer Sendung von „Servus TV“, jenem österreichischen Privatsender, welcher boomt.

Jakob Augstein in „Der Freitag“ vor 18 Tagen: „Der Politik ist ein wichtiges Korrektiv verloren gegangen: Anstatt den Kurs zu hinterfragen, begleiten die Medien die Regierenden.“ – Die Grundaussage stimmt, wenn sie auch, tyisch links, wieder geframt ist. Verlust macht traurig. Die Politik trauert aber nicht um den Verlust eines wichtigen Korrektivs. Trotzdem nicht schlecht für einen Augstein.

Der Kölner Stadt-Anzeiger am 22.01.2021: „Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht kritisiert einseitige Auswahl von Experten in Corona-Fragen -´Von Kanzlerin handverlesen`“ – klar, das Virus ist schließlich eher eine politische, als eine gesundheitliche Gefahr. Da kann die Kanzlerin nicht einfach divergierende Expertisen zulassen. Sie ist ja auch nicht Anhängerin mehrerer Neuer Weltordnungen, sondern nur von einer. Und die sieht ziemlich „chinesisch“ aus. Ein Horror. Kontrolle, Überwachung, Denunziation und Bespitzelung so weit das Staatsauge reicht.

Es tut sich etwas

Die „Aachener Zeitung“ zeigt sich entsetzt über Randale in den Niederlanden: „Am Tag nach den schweren Krawallen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in den Niederlanden bieten viele Städte ein Bild der Verwüstung. Straßen und Plätze sind besät mit Glasscherben, ausgebrannten Autos und Steinen. Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte die Gewalt scharf. „Das ist absolut unzulässig, das hat nichts zu tun mit Protesten, sondern ist kriminelle Gewalt“, sagte Rutte am Montag in Den Haag.“ ( … ) „Die Testanlage in Urk wurde in der Nacht zu Sonntag von randalierenden Jugendlichen in Brand gesetzt.“ – wie´s wohl kommt? Dem Herrn Rutte wird schon noch klar werden, was „absolut unzulässig“ ist: Die Transformation des Staates zum Grundrechtskiller. Die Herrschaften in den Regierungen Westeuropas überschätzen ihre Akzeptanz ganz einfach. Daß sie zunehmend Widerstand ernten, ist hocherfreulich.

Auch in den USA ist die letzte Messe noch nicht gelesen. Die Anhänger des gewählten Präsidenten werden sich die antidemokratischen, antifreiheitlichen und absolut „unamerikanischen“ Unverschämtheiten der „Socialistcommie-Truppe“ hinter dem lediglich ernannten Fake-Präsidenten nicht widerstandslos bieten lassen. Die Zeichen stehen allüberall auf Sturm. Noch heißt es im deutschen Medien-Mainstream, die Widerständler seien eine „terroristische Gefahr“. Man darf gespannt sein, wann mehrheitlich die Ansicht vorherrscht, die eigentlichen Terroristen säßen auf der Regierungsbank und in den Redaktionen der weitgehend gleichgeschalteten Presse.

Corona bringt das Faß zum Überlaufen

In Italien mehrt sich der Widerstand der Geschäftsinhaber gegen die regierungsamtlich verfügten Ladenschließungen. Viele machen einfach wieder auf. In Deutschland eskaliert die Lage zusehends bei den Bürgern untereinander. In Soest prügelte ein Maskenverweigerer auf einen Verkäufer ein, in Düren griff einer die Kontrolleure des Ordnungsamtes an, in Halle bezog ein Trambahnlenker Dresche für seine Weigerung, einen Unmaskierten mitzunehmen, in Dortmund traf der Zorn Mitarbeiter der Stadt. Die Liste solcher Vorfälle (in einem anderen Zusammenhang wären sie „Einzelfälle“) verlängert sich täglich mit zunehmender Geschwindigkeit. Da nun „das Verständnis“ eine Tugend ist, und weil meinereiner der tugendhafteste von allen ist, hat er natürlich viel Verständnis für diejenigen, die allmählich ausrasten, weil sie die Schnauze voll davon haben, sich immer weiter entmündigen zu lassen von den Usurpatoren der Macht und ihren erratischen Anordnungen.

Daß überhaupt von einer „Pandemie“ gesprochen wird, ist einer Änderung der Pandemie-Definition durch die WHO im Jahr 2009 geschuldet. Kein Schelm, sondern Realist ist, wer Übles denkt. Die Indizien dafür mehren sich, daß diese Neudefinition elementarer Bestandteil eines seit langem bestehenden Plans sein könnte, die „Weltrevolution“ per Hygienediktatur durchzuführen. Viren wären dazu ideal, denn sie sind die idealen Verantwortungsnehmer für politische Entscheidungen, die – leider, leider – gefällt werden mußten, ohne daß jemand etwas dafür kann. Merkwürdig bleibt dennoch, daß keine Regierung sich bei früheren, tatsächlichen Epidemien mit -zigtausend Toten (Hongkong-Grippe 1969/1970) veranlaßt sah, grundrechtsmörderisch einzugreifen. Man fragt sich also, woran es liegen könnte, daß es heute anders ist. Das weltberühmte Woodstock-Festival fand 1969 übrigens mitten in der Hongkong-Grippe-Epidemie statt. Daß die westlichen „die Menschen“ in ihrer Vollkaskomentalität infantiler geworden sind, als jemals zuvor, und daß die NWO-Freunde sich diesen Umstand zunutze machen könnten, ist bestimmt eine – na, was wohl? – „Verschwörungstheorie“. In den vergangenen Jahren sind leider derartig viele Verschwörungstheorien wahr geworden, daß allmählich ein verschwörungstheoretischer Mangel herrscht.

„Verschwörungstheorie“

Man kann die Infantilität derjenigen gar nicht oft genug erwähnen, die glauben, mit dem Zauberwort „Verschwörungstheoretiker“ für Andersdenkende hätten sie ihren eigenen Durchblick unwiderlegbar dokumentiert. Da fehlt es doch schon insofern, als daß diesen „Supergescheiten“ noch nicht einmal in den Sinn kommt, wie sehr das Wort „Verschwörungstheoretiker“ von der Existenz der Verschwörung als solcher abhängt. Für die „Supergescheiten“ scheint es nie welche gegeben zu haben. Wenn das nicht infantil ist? In der Geschichte gibt es aber Verschwörungen wie Sand am Meer. Nicht wenige hätten vermutlich beizeiten verhindert werden können, wenn die „Supergescheiten ihrer jeweiligen Zeit“ früh genug auf die „Verschwörungstheoretiker ihrer jeweiligen Zeit“ gehört hätten. Aber so ist das eben mit den infantilen „Supergescheiten“: Sie selbst und die Gegenwart sind das Maß aller ihrer Dinge. Fahrradhelmchen auf, dann die Maske – zefix – erst die Maske, dann das Helmchen. Wegen der Ohren.

Es bleibt dabei: Die Amerikaner haben einen nichtgewählten Fake-Präsidenten, und die „Pandemie“ ist ein politisches Instrument zur Erreichung ganz anderer Ziele als Volksgesundheit & Unsterblichkeit. Die neue Querspaltung einer gespaltenen Gesellschaft berechtigt zur Hoffnung. Es gibt auch Linke, die sich ihre Grundrechte nicht einfach mit irgendwelchen schlecht ausgedachten Pseudobegründungen klauen lassen wollen. Dabei sollte man sie unterstützen. Wenn die Grundrechte wieder vollumfänglich hergestellt sind, kann man sich ja im Rahmen derselben wieder mit ihnen fetzen. First things first.

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