Zero-Covid-Drosten: Fragen Sie Herrn Dr. Sommer

0
Drosten sonnt sich im Glanz der Medien (Foto:Imago/xim.gs)

Dass ein ganzes Land im Zustand der Agonie verharrt, weil ein zum Hohepriester des Corona-Opferkults erkorener Hofvirologie Visionen oder Vorahnungen hat, sollte im 21. Jahrhundert eigentlich ein Anachronismus sein, ein schieres Ding der Unmöglichkeit – doch genau so geschieht es: Am Freitag gab Professor Christian Drosten wieder einmal die aktuellsten Unkenrufe zur Pandemieentwicklung bekannt. Er habe „schlimme Befürchtungen, was im Frühjahr und Sommer passieren könnte“ – und warnte vor „Fallzahlen von 100.000 pro Tag.

Unter normalen Umständen wäre es völlig schnuppe, welche Zukunftsängste ein verschrobener Weißkittelträger artikuliert; was kann im Frühjahr, im Sommer, in zwei Jahren oder morgen nicht alles passieren? Für Entscheider sind – weder in der Wirtschaft noch in der Politik – nebulöse Stimmungsbilder oder Ahnungen kein guter Ratgeber, selbst wenn sie aus noch so berufenem Munde kommen. Doch im Corona-Panikhype liest die mit diktatorischen Vollmachten ausgestattete Bundesregierung ihren Auguren von den Lippen ab, als seien ihre Corona-Berater die Neuauflage des Orakels von Delphi.

Wenn es nach Drosten geht, dann ist jede Rückkehr zu einer vor-pandemischen Normalität absehbar für alle Zeiten versperrt, da sie an illusorischen Vorbedingungen geknüpft werden sollte: Abwegige, bei den angewandten Testverfahren gar nicht erreichbare Inzidenzschwellen von 0,1 Promille innerhalb sieben Tagen, wie sie Merkel perspektivisch fordert, genügen nicht mehr; jetzt soll die gänzliche, finale Beseitigung des Virus erreicht werden. Neben seiner ebenfalls zur Kanzlerflüsterin aufgestiegenen Standeskollegin Melanie Brinkmann outete sich auch Christian Drosten als Sympathisant der „ZeroCovid“-Bewegung (dieses Ziel sei „absolut erstrebenswert“). Und das, obwohl es eigentlich treffender „ZeroEconomy“ heißen müsste – handelt es sich in Wahrheit doch um eine linksradikale, systematisch revolutionäre Initiative, die das Virus nur als Vorwand für den Great Reset nimmt, für den der totale Lockdown mit Gesamtzusammenbruch der Wirtschaft billigend in Kauf genommen wird.

Subtile Fürchtemacherei

Drosten ist ein ganz Schlauer. Er hält sich listig stets bedeckt, gibt sich in seinen Podcasts und Interviews verbindlich als Aufklärer, äußert sich kryptisch und stets von der scheinbar wissenschaftlichen Warte aus – und macht doch mit gezielten Äußerungen vorsätzlich die Pferde scheu, jagt Publikum und Politik gleichermaßen Angst ein. Wenn die Regierenden seinen Entscheidungen folgen und es kommt dann ganz anders als prognostiziert, zieht er sich aus der Affäre mit dem linkischen Hinweis, so sei Wissenschaft eben: prozessual und unvollkommen, es gäbe nur Momenterkenntnisse und nie ein Richtig oder Falsch. Irrtum: So ist Wissenschaft eben gerade NICHT. Hypothesen werden falsifiziert oder verifiziert – alles andere ist Spekulation. Und da, wo Drosten mit seinen Studien Entscheidungsgrundlagen schuf, erwiesen sich diese als sehr wohl fragwürdig und teilweise hochumstritten – etwa zur Infektiosität von Schulkindern und seinem Votum für flächendeckende Schulschließungen im ersten Lockdown, aber auch bei der fehlenden Zuverlässigkeit des von ihm entwickelten Corona-PCR-Tests.

Gegen Angriffe oder auch nur subtile Vorwürfe wird Drosten dabei stets bis aufs Messer verteidigt von regierungsergebenen Mainstream-Medien, die sich einer enthemmten Panikberichterstattung zur Lockdown-Ertüchtigung der Bevölkerung verschrieben haben – und jegliche Kritik an ihrem wichtigsten Kronzeugen als Blasphemie empfinden. Die Verächtlichmachung von Alternativ- oder Gegenpositionen fällt etwa beim Spiegel mit einer derart kriecherischen Distanzlosigkeit zusammen, dass es sogar Drosten selbst unangenehm wird:

Dabei besteht fernab des verinnerlichten Lagerdenkens durchaus Anlass, die Glaubwürdigkeit bzw. das Urteilsvermögen dieses virologischen Doyens zu hinterfragen. Tatsächlich gibt es nämlich eine Entsprechung aus dem Vorjahr zu der apokalyptischen Prognose von 100.000 Fällen pro Tag, durch die der nette Herr Drosten den Deutschen gleichmal die Hoffnung auf Frühjahr und Sommer versaut. Im vergangenen April hatte er schon einmal „Befürchtungen“ für den nahenden Sommer – als es um die Corona-Auswirkungen in der Dritten Welt ging: Es werde in Afrika zu einem Massensterben kommen, wie wir es „nur aus Kinofilmen“ kennen, orakelte er. Im Sommer 2020 werde es „Szenen geben, die wir uns so heute nicht vorstellen können. Und ich bin mir nicht sicher, was das dann bei uns auslöst.

Das damalige deutsche Angstpublikum, noch unter dem Eindruck der Bergamo-Horrorbilder und in Erwartung der im eigenen Land zeitnah prophezeiten hunderttausenden Toten inklusive Klinik-Triagierungen, zweifelte nicht am Eintreten der Prognose. Bekanntlich trat dann nichts davon ein, im Gegenteil – doch statt dies zum Anlass für gesunde Skepsis zu nehmen, vertrauten Medien und politische Krisenmanager auch weiterhin blind Drostens Mutmaßungen und „lauten Gedanken“. Deshalb druckte auch jede deutsche Zeitung seine 100.000 Fälle pro Tag brav ab. Bloß keine Frühlingsgefühle oder Hoffnungen auf Lockerungen aufkommen lassen!

Drostens laute Gedanken

Dabei ist das, was Drosten substanziell vorträgt, für einen einflussreichend Regierungsberater in dieser (hausgemachten) schlimmsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik, inmitten eines selbstzerstörerischen Lockdowns, eigentlich erschreckend dürftig: „Ich kann ansonsten relativ wenig an Zahlen nennen, ich habe zwar einiges an Zahlen stehen in meinen Aufzeichnungen, aber eigentlich ist das nicht seriös…darum ist es zum Teil etwas anekdotisch, was ich Ihnen hier erzählen kann„, so Drosten vorgestern wörtlich in der Bundespressekonferenz. Anekdoten statt Hard Facts: So erklärt sich dann auch die objektiv unzulängliche Datengrundlage für das Herunterfahren ganzer Wirtschaftsbranchen, die Stilllegung von Kitas und Schulen, Kontaktverbote und die Einschränkung von Grundrechten.

Er selbst, so redet sich Drosten übrigens gerne heraus, gebe stets nur wissenschaftliche Empfehlungen und „Einschätzungen“ ab; die Entscheidungen träfe immer die Politik. Es ist eine präventive Apologetik, im Prinzip die Mentalität eines Schreibtischtäters, der da sagt: ich erfülle nur funktionell meinen Auftrag; verantwortlich sind die, die die Befehle geben.

Und später, wenn alles in Scherben liegt, wird wieder einmal keiner schuld gewesen sein. (DM)

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram