Die armen Frauen: Corona + Benachteiligung = taz

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"Almendinger" & Bierkrüge - Foto: Imago

In der „taz“ gibt es ein Interview mit Jutta Allmendinger. Die Frau ist Soziologin und Präsidentin des Wissenschafts­zentrums Berlin für Sozialforschung. Es geht darum, daß es Frauen wegen der Corona-„Schutzmaßnahmen“ wieder einmal – na, was wohl? – ganz besonders schwer haben. Eine Neuigkeit ist das freilich nicht. Die armen, armen Frauen haben es nämlich in jeder Hinsicht und jederzeit ganz besonders schwer. Weswegen sie ja auch die armen Frauen sind, die dauerbenachteiligten.

von Max Erdinger

Mögen sich die Zeiten auch dergestalt ändern, daß alle Welt in der Postfaktizität lebt, – eines bleibt immer gleich: Daß die Frauen arme, arme Frauen sind, die es ganz besonders schwer haben. Immer und überall. Besonders tragisch ist das deswegen, weil sie im Durchschnitt sechs Jahre länger im irdischen Jammertale verweilen müssen, als die Männer, ehe ein gnädiger Tod sie von der ubiquitären Benachteiligung erlöst. Der Lockdown in Folge des globalen Hirnvirus namens Corona macht es nicht einfacher für die armen, armen Frauen. Ganz im Gegenteil: Er setzt dem östrogenalen Dauerbenachteiligtsein die Krone auf. Deswegen heißt die „Pandemie“ schließlich „Coronapandemie“.

In der taz ist ein Interview mit der Soziologin Jutta Allmendinger erschienen, welches beredt Zeugnis von dem ablegt, was alte Chauvis wie meinereiner partout nicht glauben wollen. Wer das Interview mit der soziologischen Frau Allmendinger geführt hat, steht nicht dabei. Die überaus empathische Art der Fragestellung läßt allerdings vermuten, daß es sich um eine „taz“-Frau gehandelt haben muß. Ich weiß auch nicht, warum mir beim Wort „linkes Interfraueninterview“ immer das alte Sprichwort von der Krähe einfällt, die der anderen kein Auge aushackt.

Artig fragt die mutmaßliche „taz“-Frau: „Frau Allmendinger, kurz nach der ersten Welle der Pandemie haben Sie prophezeit, Frauen würden durch Corona eine „entsetzliche Retraditionalisierung“ erfahren. Sehen Sie das fast acht Monate später noch immer so?

So, die Herrschaften, ich darf um die Wetteinsätze bitten. Was wird die Frau Allmendinger der „taz“-Frau wohl antworten?

Die Frau Allmendinger: „Sogar stärker als damals.

Tja, die Herrschaften, jeder bekommt seinen Wetteinsatz zurück. Ausnahmslos alle hatten auf die richtige Antwort getippt. Wartet irgendjemand auf eine kritische Nachfrage der mutmaßlichen „taz“-Frau? Alle warten stattdessen auf ein ermunterndes Stichwort für die Frau Allmendinger? Sehen „wir“ nach.

Die mutmaßliche „taz“-Frau: „Warum?

Bingo. Wir sind eben alte Linksfrauenkenner, gell?

Die soziologische Frau Allmendinger in ihrer Funktion als interviewte Wissenschaftspräsidentin antwortet deshalb erwartungsgemäß auf das „Warum“ wie folgt: „In vielen Disziplinen liegen nun Studien über den ersten Lockdown vor. Gerade ist ein Artikel über den sogenannten „Mental Load“ erschienen, der aus einer psychologischen Sicht zeigt, dass die Stressfaktoren bei Frauen – und nur bei Frauen – in dem Maß zunehmen, in dem Schulschließungen und Doppelbelastungen auftreten. Währenddessen zeigt sich bei Männern über die Phase des Lockdowns hinweg keine große Veränderung. Zudem haben Frauen viel stärker ihre Arbeitszeit reduziert und haben nach dem ersten Lockdown viel schwerer wieder in den Arbeitsmarkt zurückgefunden.

Wer des Östrogenalsoziologischen nicht so mächtig ist wie menereiner, dem biete ich hier eine deutsche Übersetzung an. In vielen Disziplinen gibt es viele jener Expertinnen und Experten, welche viele Studien produzieren, die ihnen gefallen. Linkssoziologische Studien werden nämlich angefertigt, um linkspolitische Glaubensbekenntnisse pseudowissenschaftlich zu untermauern. Wenn das gelingt, freuen sich die linken Soziologinnen und Soziologen. Diverse Sozis freuen sich natürlich ebenfalls. Innerhalb einer der vielen Disziplinen, in denen viele Expertinnen und Experten Studien veröffentlichen, die ihnen gefallen, hat jemand oder jefraud einen Artikel veröffentlicht, in dem es um die seelische Belastung geht. Weil „seelische Belastung“ aber nicht expertös genug klingt, mußte sie in „Mental Load“ umbenannt werden, schon deswegen, weil sich „Lockdown“ bereits als das bessere Wort gegenüber der „erzwungenen Lahmlegung“ erwiesen hatte, weswegen „Mental Load“ auch besonders wissenschaftlich klingt. In Deutschland gibt es nämlich wenige „Lahmlegungsbefürworter“, so lange die erzwungene Lahmlegung nicht „Lockdown“ heißt. Daß sich die Sache mit dem Stressfaktor – wohlgemerkt nicht mit dem einfachen Stress ohne Faktor – aus psychologischer Sicht irgendwie darstellt, liegt daran, daß sich die Sanitärinstallateure eher selten mit den seelischen Befindlichkeiten gelockdownter Linksfrauen beschäftigen, weswegen die sanitärinstallatorische Sicht auf den „Mental Load“ auch gänzlich unbekannt geblieben ist. Von wessen Geld jene faktorisch gestressten Mentalfrauen während der Lahmlegung der Schulen bei aller Doppelbelastung leben, ist keine Frage, die von den soziologischen Allmendingers dieser Östrogenalrepublik gerne gestellt wird, weil Antworten zu erwarten wären, die den Expertinnen und Experten in den Disziplinen nicht so gut gefallen könnten. Zum Beispiel dann nicht, wenn herauskäme, daß es das Geld der Kindsväter ist, das die gestresstfaktorischen Mütter beim Frühstücksfernsehen versaufen, während die unbeschulten Kinder mangels Aufsicht das Wasser aus der Toilette schöpfen, damit die Hauskatze nicht neben der Glotze verdurstet.

Danken Sie mir nicht. Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, daß ich Linksfrausoziologisch für Sie ins Deutsche übersetze. Wer so viele Linksfrauentexte gelesen hat wie ich, dem fällt das naturgemäß sehr leicht. Jeder tut eben, was er kann. Gern geschehen.

Es geht weiter. Die mutmaßliche „taz“-Frau fragt die soziologische Frau Allmendinger recht hintersinnig: „Jetzt haben Sie ein Buch veröffentlicht, in dem Sie beschreiben, was anders hätte laufen müssen. Was wäre das?

Har-har-har … – nein, die soziologische Frau Allmendinger, Jutta, hat gerade erst ein Buch veröffentlicht? Was das wohl für ein Buch ist? Und was da wohl drinsteht? Was es wohl kostet? Wo man es wohl bekommt? Ob man´s wohl kaufen soll? Bestimmt wird uns die soziologische Frau Allmendinger gleich die Mündin und den Mund wässrig machen. Die Spannung steigt.

Und schon platzt die Bombe: „Ich zeichne in meinem Buch aus meiner persönlichen Sicht und über die Jahrzehnte nach, was hierzulande eigentlich passiert. Mein Großvater, mein Vater, der Vater meines Sohnes: bei ihnen war und ist die Vollzeitarbeit die Norm. Frauen haben ihre Lebensverläufe immer mehr denen der Männer angepasst und tun das auch heute noch. Sie übernehmen immer mehr bezahlte Arbeit. Männer hingegen haben ihre Lebensverläufe nicht verändert.

Und schon wird die nächste Übersetzung vom Östrogenalsoziologischen ins Deutsche fällig. Was „uns“ die soziologische und wissenschaftspräsidiale Frau Allmendinger über den Inhalt jenes Buches sagen will, welches sie gerade erst veröffentlicht hat und welches „wir“ womöglich kaufen sollen, ist Folgendes: „Ich habe aufgeschrieben, wie mir hierzulande seit Jahrzehnten die Vorkommnisse vorkommen. Meine männlichen Vorfahren und der Vater meines männlichen Nachwuchses haben immer das Geld verdient, von dem auch meine weiblichen Vorfahren wenigstens zum Teil gelebt haben. Ein Jammer, daß das heute nicht mehr so üblich ist wie früher. Wir Frauen haben nämlich eine Doppelbelastung, weil der weibliche Tag 48 Stunden hat. Daß uns Frauen vom Geld, das unsere Mäner verdienen, immer weniger bleibt, obwohl unsere Männer noch immer so viel arbeiten wie früher, liegt aber keinesfalls daran, daß wir die höchste Steuerquote der Welt haben. Hierzulande, wo mir die Vorkommnisse vorkommen, wie ich es in meinem Buch aus meiner persönlichen Sicht heraus aufgeschrieben habe, ist die Steuerquote nämlich an überhaupt nichts schuld. So kommt es mir jedenfalls vor.“

Und so geht das immer weiter im Interview der mutmaßlichen „taz“-Frau mit der soziologischen und wissenschaftspräsidialen Frau Allmendinger, Jutta. Als Mann muß man heute aber schon froh sein, daß sich soziologische Wissenschaftspräsidentinnen nicht auch noch mit Männerschicksalen auseinandersetzen, sondern sich ganz auf ihresgleichen beschränken. Nicht auszudenken die Katastrophe, würden sie auch noch das Schicksal des anderen Geschlechts bejammern. Dennoch würde ich gern anmerken, daß dadurch, daß auch allmendingerische Frauen von der seit dem Jahr 1920 aufs Sechfache angestiegenen Differenz in der statistischen Lebenserwartung von Männern und Frauen insofern profitieren, als daß sie satte sechs Jahre länger Renten und Pensionen beziehen, als diejenigen stinkfaulen Unterdrücker, die zu ihren Lebzeiten den Löwenanteil der Beiträge erwirtschaftet haben vor lauter chauvinistischer Lust an der Vollzeitarbeit. Gott bewahre, daß dieser Sachverhalt jemals Eingang in ein linksfrauliches Soziologinnenhirn findet.

Wissen Sie übrigens, wie man im Alpenraum sagt, wenn die Sennerin ordentlich „Holz vor der Hütt´n“ hat? – So: „Die hat zwoa schöne Almendinger“. Und wenn sich eine linkssoziologische Wissenschaftspräsidiale darüber aufregt, nennt man sie eine „hupferte Goaß“. Der Ami sagt derweil: „Tradition rules, buddy!“

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