Die Deutschen sterben aus – nicht länger wegen Überalterung, sondern an Corona

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Auf dem Weg zur Arbeit (Symbolbild:Imago/Stengel)

Die Frage der Corona-Übersterblichkeit wird mittlerweile mit religiöser Verve geführt, als ginge es um den epidemiologischen Gottesbeweis. Jeder Tote mehr ist ein Punkt für die Verfechter des ewigen Lockdowns, des Lagers der Nichts-darf-je-mehr-so-wie-früher-sein-Prediger. Vor allem linke Medien machen aus jedem Indiz auf gestiegene Sterberaten, aus jedem passenden „Body-Count“ eine triumphierende Bestätigung des eigenen Alarmismus. Kurios: Dieselben Medien nahmen prophezeien seit Jahren eine demographische Entwicklung, die eine jährlich Übersterblichkeit zwingend einschließt – um damit ihr Plädoyer für Masseneinwanderung und Flüchtlingsaufnahme zu rechtfertigen.

Vor allem 2015 und 2016 hatte das Narrativ Hochkonjunktur: Die Deutschen überaltern, die Bevölkerung schrumpft. Gegenhalten ließe sich daher nur durch reichliche Zuwanderung. Es war quasi demographische Schützenhilfe für die Pervertierung des Asylrechts und Humanitätsbegriffs, nachdem Angela Merkel den Geist aus der Flasche und Deutschland für sturmreif erklärt hatte. Die „Süddeutsche Zeitung“ etwa stellte ein halbes Jahr vor erstem Ausbruch der Pandemie, im Juni 2019, fest: Ohne Einwanderung lasse sich die Zahl der Erwerbsbevölkerung nicht halten. „Es sterben immer noch mehr Menschen als zur Welt kommen“. Wie viele dies sind, führte das Blatt ebenfalls aus: „Bis 2060 wird die Bevölkerungszahl im Westen voraussichtlich um vier Prozent, im Osten dagegen um 18 Prozent abnehmen“. Dies entspricht einer durchschnittlichen bundesweiten Bevölkerungsabnahme von 5 Prozent.

Obwohl hier bereits die Effekte der gleichzeitigen Zuwanderung – derzeit jährlich 0,3 Prozent – bereits eingerechnet sind (bei denen es sich naturgemäß um jüngere Menschen unter dem Durchschnittsalter handelt) – ohne diese läge die Schrumpfung deutlich höher – bedeutet dies somit, dass in 40 Jahren mindestens 4 Millionen Deutsche weniger in Deutschland leben werden. Pro Jahr sind es rund 100.000 Deutsche mehr, die zusätzlich sterben – entsprechen der zunehmenden Überalterung. Von Jahr zu Jahr erhöht sich somit relativ die Sterblichkeit – was natürlich beim Vergleich der Vorjahressterblichkeit jeweils zu berücksichtigen ist.

Dieselben Agitatoren also, die uns seit Jahren eine Zunahme der Sterblichkeit prophezeien, um so ihre Migrationsagenda zu legitimieren, nutzen jetzt ebendiese von ihnen selbst als natürliche Entwicklung proklamierte Übersterblichkeit aus, um damit die Tödlichkeit von Corona zu untermauern. Ein Zusammenhang der Statistik mit Corona wäre allerdings nur dann plausibel, wenn die vermeldeten, relativ angestiegenen Todesraten atypisch auch deutlich in jüngeren Bevölkerungsgruppen bemerkbar wären. Das ist jedoch gerade nicht der Fall: Das Durchschnittsalter der „an und mit Corona Verstorbenen“ liegt bei beiden Geschlechtern durchgängig über der statistischen Lebenserwartung – womit der Überhang an Verstorbenen im Einklang ist mit der prognostizierten Fallzunahme aufgrund einer immer älteren Durchschnittbevölkerung. Er bleibt sogar unterhalb der erwarteten jährlichen Mehr-Toten durch den Überalterungseffekt.

Ausgeblendeter Überalterungseffekt

Wenn also das Statistische Bundesamt gestern ohne weitere Einordnung verkündet, dass sich die Sterbefallzahlen in Deutschland „immer weiter vom langjährigen Durchschnitt“ entfernten, kann man dies nur als politisch opportunes Stichwortliefern an begierige Katastrophenmedien bezeichnen. So habe es, wie die Behörde laut „dts Nachrichtenagentur““ erklärte, in der 52. Kalenderwoche 2020 insgesamt 5.040 beim Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle gegeben. Aktuell sind es sogar 5.648 „Corona-Tote“ innerhalb von sieben Tagen, was ein weiteres Ansteigen der „Übersterblichkeit“ befürchten lässt.

Schlimmer noch: Die Statistiker wagen sich, unter normalen Umständen und bisher völlig unüblich, neuerdings auch gleich noch an die framing-konforme Interpretation der Zahlen. Bezogen etwa auf den Corona-Horrorhotspot Sachsen – wo in manchen Regionen die älteste Durchschnittbevölkerung Deutschlands lebt – sei die Übersterblichkeit „in absoluten Zahlen demnach nicht weit entfernt von der gemeldeten Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, was einen Zusammenhang nahelegt“, schreibt das Bundesamt.

Die Ausblendung der langfristigen Bevölkerungsentwicklung durch Jahr für Jahr mehr Alte mit ihren Folgen auf eine zwangsläufige Übersterblichkeit ist ebenso angstschürenden Mittel zum Zweck, wie die Manipulation durch geschickt ausgewählte Vergleichszeiträume. Wenn etwa die 2020er-Werte mit den „Vorjahren“ verglichen werden, dann sind nicht ohne Grund als Vergleichszeitraum die vier Jahre 2016 bis 2019 gemeint, um gegenüber dem Jahresmittel dieser Spanne eine leichte Zunahme – sowohl für einzelne Monate als auch das gesamte Jahr – zu konstruieren (trotz der die Grippetoten der Saison 2017/2018). Bereits das Jahr 2015 allerdings passt dann schon nicht mehr ins Bild: Da war die Sterblichkeit – auch ohne die seitdem eingemeldeten Merkelgäste mit 925.200 Menschen gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent gestiegen – eine deutlich stärkere Zunahme als die für die Corona-Pandemie behauptete. (DM)

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