Unverschämt: Kretschmer erklärt Handwerker zu Corona-Haupttreibern

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Groß im Sündenbock-Finden: Sachsens MP Michael Kretschmer (Foto:Imago/Political-Moments)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat ein neues Feindbild ausgemacht und glaubt zu wissen, wer die eigentlichen Haupttreiber der Pandemie sind: Die deutschen Handwerksbetriebe, die sich bei ihren morgendlichen Besprechungen als rücksichtslose Super-Spreader aufführten – und für die meisten neuen Ansteckungen verantwortlich seien. Damit schiebt der CDU-Mann ihnen indirekt auch gleich die Hauptverantwortung für den Mega-Lockdown zu.

Letztlich, so lautet hier dann die zynische Botschaft im Subtext, haben es sich bedeutende Teile des deutschen Mittelstandes also selbst zuzuschreiben, wenn sie an den Maßnahmen wirtschaftlich verrecken und pleitemachen. Leistungsträger als Brunnenvergifter, jene, die mit ihrer Arbeitsleistung weite Teile des deutschen Sozialstaats am Laufen halten: Das kommt uns alles wohlbekannt vor aus der Geschichte. Substantiierte Beweise für seine in einem Videogespräch mit der Konrad-Adenauer-Stiftung aufgestellte, steile These lieferte Kretschmer zwar keine.

Aber es klingt eben so schön plausibel, um den Regierungsaktionismus zu rechtfertigen; genauso wie es eingefleischten Corona-Nazis ja auch logisch schien, zuerst Gastronomiebetriebe, dann den Einzelhandel dichtzumachen, weil dort ja so viele rücksichtslose Kontakte stattfanden (obwohl exakt dies nachweislich nicht der Fall war).

Schuldige für die „steilen Kurven“ werden knapp 

Inzwischen werden die angeblichen Schuldigen für die „hohen Fallzahlen“ knapp. Es gibt kaum mehr Branchen, die dafür als „Treiber“ noch gebrandmarkt werden könnten. Neben den Handwerkern nannte der sächsische Ministerpräsident immer wieder auch den „privaten Bereich“ – obwohl dieser bereits durch Kontaktbeschränkungen und Bewegungsradius-Begrenzungen durchreglementiert ist. Es interessiert die Corona-Sheriffs schlichtweg nicht – genauso wenig wie die Tatsache, dass der jetzt bevorstehende „richtig harte Lockdown“ in keinem der Länder signifikant etwas gebracht hat, wo er seit Wochen und Monaten gilt.

Erst wenn alle Stellschrauben ausgeschöpft sind, theoretisch dann nur noch die Einmauerung der Deutschen in ihren Häusern à la „Wuhan-Style“ bliebe und die Zahlen immer noch nicht sinken, dämmert der Politik möglicherweise, dass das Problem hier gar nicht bei den „Infektionen“ liegt, sondern bei den Test und der Erfassungsmethodik in dieser „Pandemie“.

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