Top frisiert, keine Bewegungsbeschränkungen: Manche betrifft der Lockdown gar nicht

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Gut gestylt durch Corona dank Schwarzarbeit? (Foto:Imago/panthermedia)

Bestens couffierte Politiker, obwohl derzeit alle Friseure zwangsgeschlossen sind (übrigens auf Betreiben besagter Politiker hin), perfekt barbierte und manierierte Fussballstars, „systemrelevante“ Funktionsträger, die trotz Bewegungsbeschränkung kreuz und quer durchs Land oder die Welt reisen, Abgeordnete, die in Landtagskantinen speisen: Manche sind einfach gleicher in dieser Pandemie – und mit ihrer Prominenz führen sie jedermann frech vor Augen, dass für sie entweder Sonderrechte gelten – oder sie sich ebensolche beliebig herausnehmen.

Die weinsaufenden Wasserprediger bemühen sich nicht einmal mehr, den Eindruck einer fortwährenden Verhöhung der untertänigen Corona-Regelbefolger zu vermeiden – und jene Stars, die im Dauer-Rampenlicht stehen oder sich Instagram und anderen Selbstdarstellungskanälen pausenlos in Szene setzen, stören sich offenbar nicht daran, ihre offenkundige Inanspruchnahme von derzeit verbotenen „körpernahen Dienstleistungen“ bildlich zu dokumentieren. Genau deshalb wandte sich gestern der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks per offenem Brief an den DFB – und warf, wie „Bild“ berichtet“, den deutschen Profifußballern vor, sich illegal die Haare schneiden zu lassen: „Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frisch geschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.

In der Tat. Dass „viele Stars der Liga erstaunlich frisch frisiert“ aussehen, wie die Zeitung schreibt, obwohl ausnahmslos alle der rund 80 000 Friseursalons in Deutschland seit dem 16. Dezember lockdownbedingt dichtgemacht sind UND den Friseuren jegliche Hausbesuche untersagt sind, lässt keinen anderen Schluss zu, als dass hier Lockdownbrecher am Werk sind. Und während die Haarpracht der Normalbevölkerung – sofern sie nicht selbst zu Schere und Trimmer greift – immer wilder sprießt und die Leute ungepflegter wirken, da nutzen gerade Politiker und TV-Ansager die Annehmlichkeiten ihrer Berufe, die sie von allen Härten der durch sie selbst verkündeten Zumutungen befreit – dank eigener Visagisten und Stylisten, die für scheinlegale Umgehungstatbestände sorgen. Manche Juristen sprechen hier, im Fall von Kanzlerin und Spitzenpolitikern, zumindest von von einer Grauzone. So adrett geschnitten wie unsere Corona-Schicksalslenker sind sonst nur Vierbeiner: Hundefriseure dürfen nämlich, bizarre Fussnote der Pandemie, trotz Lockdown geöffnet bleiben…

„Triftige Gründe“ für die Eliten des Corona-Regimes

Und so wie die „kritischen Entscheider“, die da hunderttausendfach Unternehmer, Selbständige und Künstler in den wirtschaftlichen Ruin schicken, in ihrer Pandemie selbst keinen Cent weniger auf Konto haben und krisensicher weiterexistierend können, so gelten für sie selbst natürlich auch keine Bewegungsbeschränkungen… weil sie immer „triftige Gründe“ haben. Deshalb liegen Fernsehstudios weiterhin für sie in Reichweite, wo sie ihre Selbstgerechtigkeiten oder Panikparolen absondern dürfen; deshalb sind Wahlkampfauftritte oder unabdingbare Konferenzen auch in Zukunft kein Tabu. Angela Merkel kann weiter beliebig oft nach Brüssel oder Heiko Maas um den Globus jetten, während für unzählige Deutsche faktische Reiseverbote gelten und die Bevölkerung in Werbespots („#stayathome„) aufgefordert wird, zu Hause zu bleiben.

Sie alle gehen in dieser Pandemie pausenlos mit schlechtem Beispiel voran. Sei es, dass sie sich selbst nicht impfen lassen aber gleichzeitig das Volk dazu auffordern (oder bereits subtil mit Impfzwang drohen), oder dass sie selbst kein einziges Lockdown-Opfer erbringen: Wieviel besser würde dieses Land dastehen, gäbe es all diese verlogenen Schwätzer nicht, die bei sich andere Maßstäbe anlegen als bei den von ihnen Eingepferchten. (DM)

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