Vom Affen gebissen: Mehrheit für unbefristeten Lockdown

0
Mitarbeiter eines Umfrageinstitutes bei der Arbeit (Symbolfoto: Von TheVisualsYouNeed/Shutterstock)

Berlin – Jetzt, wo die Bürger noch mehr drangsaliert werden, ohne, dass sich an der Corona-Situation etwas verbessern würde, könnte es ja sein, dass auch immer weniger Bürger der Kanzlerin folgen wollen, zumal immer mehr Existenzen bedroht sind.

Aber es gibt ja noch genügend Angestellte im Öffentlichen Dienst, die dann mutmaßlich für regierungsfreundliche Umfragen herhalten müssen. So wie bei dieser hier: Fast zwei Drittel der Deutschen setzen ihre Hoffnung bei der Bekämpfung der Pandemie auf den Lockdown. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar/Emnid im Auftrag des Focus. Demnach befürworten 64 Prozent der Befragten, die Einschränkungen so lange fortzusetzen, bis die Marke von wöchentlich 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern erreicht ist.

30 Prozent sind dagegen. Auffallend sind die Unterschiede bei Anhängern der Parteien. Bei der AfD lehnen 65 Prozent die Lockdown-Strategie ab.

Nur 24 Prozent sind dafür. Auch der Großteil der FDP-Wähler spricht sich dagegen aus (47 Prozent). Am höchsten liegt die Zustimmung bei Unionswählern (84 Prozent), gefolgt von den Grünen (73 Prozent) und der SPD (70).

Für die Erhebung befragte Kantar/Emnid insgesamt 1.017 Personen am 5. und 6. Januar 2021.

1017 Personen – das könnten die Mitarbeiter eines Finanzamtes gewesen sein. Anders ist dieses Ergebnis nun wahrlich nicht zu erklären.

Wenn so ein Umfrageinstitut fragen würde, ob jemand bereit ist, sich umzubringen, um sich ja nicht anzustecken – man könnte wetten, dass sich hier auch eine fette Mehrheit finden würde.

Genau so irre klingt diese Umfrage:

Bei den Bundesbürgern überwiegt über den Rückzug Angela Merkels (CDU) als Bundeskanzlerin und Kanzlerkandidatin knapp das Bedauern. 51 Prozent der Befragten meinen, dass das weniger gut oder schlecht für Deutschland sei, 44 Prozent sagen, der Rückzug sei sehr gut oder gut für Deutschland, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“. Nicht nur in den Reihen der CDU/CSU (32 sehr gut/gut: 63 Prozent weniger gut/schlecht), auch unter den Anhängern von Grünen (32:65 Prozent), Linken (34:59 Prozent) und SPD (39:58 Prozent) herrscht die Ansicht vor, dass ihr Rückzug für Deutschland weniger gut bzw. schlecht ist.

Anders sehen das die FDP-Anhänger (62:33 Prozent), vor allem aber bei den AfD-Anhängern (87:12 Prozent) wird der Rückzug Merkels überwiegend positiv gesehen. Nachdem die Kür des neuen CDU-Vorsitzenden verschoben wurde, steht sie demnächst an. Gut eine Woche vor dem CDU-Bundesparteitag haben weder Bundesbürger noch CDU-Anhänger einen klaren Favoriten: 27 Prozent der Befragten sprechen sich für Friedrich Merz, 22 Prozent für Norbert Röttgen und weitere 18 Prozent für Armin Laschet aus.

Bei den CDU-Anhängern setzen aktuell 29 Prozent auf Friedrich Merz, jeweils ein Viertel bevorzugt stattdessen Armin Laschet bzw. Norbert Röttgen. Auch wer statt Angela Merkel für die CDU/CSU im Herbst als Spitzenkandidat antritt, ist noch offen. Neben den drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz wird auch der bayerische Regierungschef Markus Söder (CSU) immer wieder ins Spiel gebracht.

Von diesen vier in der öffentlichen Diskussion stehenden Kandidaten erfährt Markus Söder nach wie vor die mit Abstand größte Unterstützung – sowohl in der Bevölkerung wie in der Wählerschaft der CDU/CSU. 55 Prozent der Bundesbürger und 80 Prozent der Unions- Anhänger halten ihn für einen guten Unions-Kanzlerkandidaten. An zweiter Stelle im Urteil der Bevölkerung wie der Unionswähler steht Friedrich Merz, den allerdings nur 35 Prozent der Wahlberechtigten und 40 Prozent der Unions-Wähler als guten Unions-Kanzlerkandidaten bezeichnen.

Norbert Röttgen und Armin Laschet gelten bei 34 bzw. 27 Prozent der Bundesbürger als gute Anwärter. In den Reihen der CDU/CSU-Anhänger überzeugen der frühere Bundesumweltminister (35 Prozent) und der NRW-Ministerpräsident (32 Prozent) jeweils etwa ein Drittel. Für die Erhebung befragte Infratest am Montag und Dienstag insgesamt 1.020 Personen.

Oder diese Umfrage hier:

Über den Jahreswechsel ist die Zahl derjenigen, die die Dezember-Regelungen von Bund und Ländern gegen die Corona-Pandemie als angemessen betrachten, von 69 Prozent Mitte Dezember auf 53 Prozent Anfang der Woche gesunken. Im Gegenzug hat die Unterstützung für strengere Corona-Maßnahmen zwischen den Jahren zugelegt, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“. Mitte Dezember empfanden demnach 16 Prozent die geltenden Maßnahmen als nicht weitgehend genug, Anfang Januar sagten 30 Prozent, die geltenden Maßnahmen wären nicht weitgehend genug.

Die Zahl derer, die die Einschränkungen als zu weitgehend empfinden, ist dagegen über den Jahreswechsel mit 17 Prozent (+3) weitgehend gleichgeblieben. Das hat eine Umfrage von Infratest für den ARD-„Deutschlandtrend“ am Montag und Dienstag dieser Woche ergeben, vor dem Beschluss der erneut verschärften Corona-Auflagen. Vor diesem neuen Beschluss von Bund und Ländern sprachen sich 47 Prozent der Befragten dafür aus, die bestehenden Maßnahmen auf jeden Fall beizubehalten.

Ein knappes Drittel (32 Prozent) favorisierte zu Wochenbeginn strengere Corona-Maßnahmen. Auf eine Lockerung des Lockdowns zum 10. Januar bestand dagegen zu Wochenbeginn nur jeder Sechste (18 Prozent). Von Normalität kann in Deutschland aktuell sicherlich keine Rede sein.

Aber die Hälfte der Bundesbürger (50 Prozent) ist optimistisch, dass man spätestens bis zum Ende des Jahres ohne jegliche Corona-Einschränkungen auskommen wird, wobei die meisten mit einer Normalisierung erst zum Herbst bzw. zum Jahresende (31 Prozent) rechnen. Vier von zehn (41 Prozent) sind weniger optimistisch. Sie gehen von einer Normalisierung frühestens 2022 (33 Prozent) bzw. erst in den nachfolgenden Jahren (acht Prozent) aus.

Unterdessen hat sich die Impfbereitschaft der Deutschen deutlich erhöht: Aktuell geben 54 Prozent an (+17 im Vgl. zu November 2020), sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Weitere 21 Prozent sagen, sie wollen sich wahrscheinlich impfen lassen (-13). Die Impfbereitschaft ist in allen Altersgruppen gewachsen, insbesondere aber bei den unter 65-Jährigen und damit in den Altersgruppen, die einer Impfung bislang eher zurückhaltend gegenüberstanden. Nach wie vor aber zeigen sich die jüngeren Deutschen gegenüber einer Corona-Impfung vergleichsweise weniger offen als Ältere.

Ein gutes Drittel der Bundesbürger (36 Prozent) bezeichnet das Tempo der begonnenen Corona-Impfungen als angemessen, die Hälfte (52 Prozent) aber empfindet es als zu langsam, nur wenigen (acht Prozent) ist das Impftempo zu schnell. Von den Deutschen, die sich auf jeden Fall gegen Corona impfen lassen wollen, kritisieren 63 Prozent eine zu geringe Geschwindigkeit bei den begonnenen Impfungen.

Ungeachtet der Kritik am deutschen Impftempo findet das EU-abgestimmte Verfahren zur gemeinsamen Bestellung der Corona-Impfstoffe mehrheitlich Zuspruch: 70 Prozent der Befragten halten das Vorgehen für richtig, 26 Prozent für falsch. Etwa drei Viertel (73 Prozent) sprechen sich gegen Sonderrechte für Geimpfte, 23 Prozent dafür aus. Die Ablehnung überwiegt in allen Bevölkerungsgruppen, sie eint impfbereite wie impfabgeneigte Bundesbürger. Für die Erhebung befragte Infratest am Montag und Dienstag insgesamt 1.020 Personen.

jouwatch hat eine Blitzumfrage bei seinen Redakteuren gemacht: Soll Merkel vor Gericht gezerrt werden? Ergebnis: 100 Prozent sind dafür. Mal sehen, ob die anderen Medien diese Umfrage ebenfalls veröffentlichen. (Mit Material von dts)

 

Keine Zensur: Folgt uns auf Telegram