DDR-Zustände dank Corona: Nur regierungstreue, vom Staat finanzierte Künstler überleben

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Schlechte Aussichten Kür Live-Auftritte (Foto:Imago/AgenciaEFE)

Der finale Untergang der freien, unabhängigen Künstler- und Kulturszene in Deutschland ist bei Fortsetzung des Killer-Lockdowns mit seinem geistigen und inspirativen Kahlschlag nur mehr eine Frage der Zeit. Verzweifelt bäumen sich Kleinkünstler, Musiker, Kabarettisten, Schauspieler und Entertainer, die nicht das Glück haben, an den Fleischtöpfen der öffentlichen Hand oder des zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunks zu sitzen, gegen ihre staatlich verordnete Existenzvernichtung auf. Immerhin erheben nun auch einige Branchengrößen die Stimme gegen die Corona-Politik.

So attackiert etwa das Musical-Unternehmen Stage Entertainment die deutsche Rettungspolitik in der Coronakrise als völlig unzulänglich und ineffektiv. Der riesige Showveranstalter ist selbst schwer betroffen, kennt aber auch die Situation der Bühnenschaffenden und Kreativen. „Im Moment benötigen wir etwa fünf Millionen Euro im Monat, um den Betrieb aufrechterhalten zu können„, erklärt die Chefin von Stage Entertainment, Uschi Neuss, gestern in der  „Welt„: Bisher habe das Unternehmen von Rücklagen gezehrt, in diesen Jahr werde es von seinem Eigentümer, dem New Yorker Familienunternehmen Advance Publications, unterstützt. Nur so kann es überleben.

Für viele Selbstständige und kleinere Anbieter jedoch, denen derartige Notlösungen verschlossen bleiben, bedeutet der Lockdown langsam, aber sicher das Aus. Bestraft werden die großen und kleinen der Branche gleichermaßen. Stage Entertainment als einer der größten deutschen Musicalanbieter habe ein „erfolgreiches Geschäftsmodell und immer gut gewirtschaftet„, so Neuss. Doch jetzt sei es das Opfer eines Berufsverbotes. Zu den Hilfen des Staates sagte die Geschäftsführerin: „Es war ein Fehler, dass sich die Politik vor dem Ausarbeiten der Hilfsprogramme nicht mit unserer Branche beraten hat. Deshalb passen die meisten Unterstützungen nicht.“ Das Unternehmen habe alles probiert, Fachkollegen und Wirtschaftsprüfer hätten alle Fördertöpfe geprüft. „Doch auf uns passt davon nur wenig„, so Neuss laut „dts Nachrichtenagentur“.

Die Staatshilfen für die Branche passen nicht

Am Ende könne Stage Entertainment vielleicht einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag an staatlicher Hilfe bekommen. „Um das einmal in ein Verhältnis zu setzen: Wir werden mindestens ein Jahr den Musicalbetrieb geschlossen haben. Dadurch gehen uns 300 Millionen Euro an Umsatz verloren„, sagte Neuss. Hinzu kommt: Fast alle der etwa 1.500 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit, darunter sämtliche Künstler. Man werde sich von einem Drittel der Verwaltungsmitarbeiter trennen müssen, sagte Neuss. Das Unternehmen müsse dauerhaft niedrigere Kosten in der Verwaltung erreichen. Es werde neben dem Weg über die Rente oder die Fluktuation auch Kündigungen geben. Bei einer Wiederaufnahme des Musicaltheaters brauche Stage Entertainment eine Anwesenheit nahe der Vollauslastung, um wirtschaftlich arbeiten zu können. „Zwischen 50 Prozent und 80 Prozent Auslastung sind die Untergrenzen, je nach Show und Standort„, sagte Neuss.

Zuerst müssen irgendwann die Solo-Selbständigen aufgeben, dann die kleinen Bühnen, dann die mittelständischen und schließlich die großen Betriebe der Branchen. Wer sein Überleben durch Nähe zur Politik und Staatsaufträge rettet, muss rechtzeitig dafür sorgen, auf Linie zu bleiben: Etwa sich im Kampf gegen Rechts zu profilieren, auf bissige Pointen gegen das Totalversagen des Corona-Regimes verzichten, gegen Rassismus und für Buntheit zu trommeln, Seenotrettung und offene Grenzen auch in Zeiten der existentiellsten Notlage thematisieren: Das sind wichtige Pluspunkte, um sich das Überleben im tiefen Linksstaat auch über Corona hinaus zu sichern. Der Rest kann vor die Hunde gehen. (DM)

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