Neues aus der geschlossenen Anstalt, Abt. C: Lauterbach, der Lockdown-Lover

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Foto: dts-Nachrichtenagentur

Endlich neigt sich dieses verfluchte Jahr dem Ende entgegen. Doch der Corona-Albtraum wird uns alle auch im nächsten Jahr gefangen halten. Dieses Jahr hat aber vor allen Dingen eins gezeigt: In der Krise versagt diese Bundesregierung.

Noch nie wurde den Bürger so deutlich vorgeführt, dass dieses Land von selbstsüchtigen, geldgierigen und sadistischen Dummschwätzern gelenkt wird.

Hier die neuesten Horrormeldungen aus dem Corona-Irrenhaus Deutschland:

Lauterbach: Impfungen bis Ende März ohne nennenswerten Einfluss

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Debatte um Schwierigkeiten mit Impfstofflieferungen auf eine Verlängerung des Lockdowns gepocht. „Wir sollten die Bevölkerung sehr klar informieren, dass es bis Ende März durch die geringe Menge Impfstoff, die wir haben, keinen nennenswerten Einfluss auf die Infektionszahlen geben wird“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). „Wenn wir stattdessen Hoffnung auf noch nicht zugelassene Impfstoffe oder Lieferungen wecken, die erst viel später kommen, nimmt die Vorsicht der Menschen im Lockdown ab“, warnte er.

Nur der konsequente und verlängerte Lockdown „bestimmt das Schicksal der nächsten Monate und führt zu geringeren Infektionszahlen“, sagte der Mediziner.

„Corona-Neuinfektionszahlen“ wieder auf Vorwochenniveau

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Donnerstagmorgen 32.552 angebliche Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 1,1 Prozent mehr als am Donnerstagmorgen vor einer Woche, als durch das RKI 32.195 „Neuinfektionen“ binnen eines Tages gemeldet worden waren. Außerdem meldete das RKI nun 964 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Damit sind die „Neuinfektionszahlen“ wieder auf dem Vorwochenniveau angekommen, nachdem sie in den letzten Tagen teilweise deutlich nachgelassen hatten. Die Zahl der aktiven Fälle mit Nachweis stieg um 6.100 auf rund 358.600. Auf den Intensivstationen wurden unterdessen am frühen Donnerstagmorgen 5.635 Covid-19-Patienten intensiv behandelt. Am Vortag waren es zur gleichen Zeit noch acht Intensivpatienten mehr.

Ex-Justizministerin bemängelt Vorbereitung auf zweite Corona-Welle

Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat die Regierenden in Bund und Ländern dafür kritisiert, nicht genug dafür getan zu haben, einen zweiten Lockdown zu verhindern. „Man hat nach dem ersten Lockdown viele Chancen nicht genutzt. In den Schulen zum Beispiel“, sagte sie dem Nachrichtenportal Watson.

Das Ziel sei ja immer gewesen, die Schulen offen zu halten. „Aber man hat erst nach Monaten über Luftfilter gesprochen. Dass es an der Digitalisierung in den Klassenzimmern krankt, muss ich eigentlich nicht mehr wiederholen“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Mit Blick auf die Lage in Seniorenheimen sagte die FDP-Politikerin: „Außerdem hat man die Senioren, die am meisten gefährdet sind und die jetzt zurecht als Erste geimpft werden, überhaupt nicht im Blick gehabt. Man hat gesagt, die Altenheime sollen sich kümmern – aber es hat ewig gedauert, bis es dort FFP2-Masken gab.“ Die Leitungen seien allein gelassen worden.

Auf die Frage, ob mit besseren Konzepten für Schulen und Seniorenheim ein zweiter Lockdown hätte verhindert werden können, antworte Leutheusser-Schnarrenberger allerdings: „Das kann im Nachhinein keiner mehr eindeutig belegen.“ Kritisch betrachtet die Ex-Justizministerin, wie sich der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder in der Coronakrise präsentiert. „Bei Herrn Söder zeigt sich: Forsches Auftreten allein macht die Situation noch nicht besser“, sagte sie Watson.

Die Corona-Situation in Bayern sei „nicht glanzvoll“, so Leutheusser-Schnarrenberger. „Die Corona-Tests haben oft nicht funktioniert. Bei den ersten Impfungen hat es nur in Bayern Probleme mit der Kühlkette gegeben.“

 

Jeder vierte Gebäudereiniger-Betrieb musste Beschäftigte entlassen

Die Branche der Gebäudereiniger hat durch die Corona-Pandemie harte Einschnitte erlebt. „Die Mehrheit unserer Unternehmen beklagt Umsatzeinbußen. Jeder vierte Betrieb musste unserer Verbandsumfrage zufolge zumindest vorübergehend Beschäftigte entlassen – die Corona-Pandemie hat demnach schmerzhafte Spuren in unserem industrienahen Dienstleistungshandwerk hinterlassen“, sagte Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fiel das Umsatzminus im dritten Quartal mit 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber moderat aus. „Unterm Strich scheinen wir aber mit einem blauen Auge durch das Jahr 2020 zu kommen“, meint daher Dietrich. Die Gebäudereinigungsbranche ist sehr unterschiedlich von der Pandemie betroffen.

Während in der Industrie und bei Bürogebäuden die Nachfrage teils gesunken sei, habe sie in anderen Bereichen zugelegt. Dietrich hofft nun darauf, dass die Pandemie dazu führen wird, die Sichtbarkeit des mit rund 700.000 Mitarbeitern beschäftigungsstärksten Handwerks zu erhöhen und zu einem höheren Anteil an Tagesreinigungen zu gelangen. „Tagesreinigung heißt zuerst einmal: Weg vom verborgenen Heinzelmännchen-Image hin zu mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für unser Dienstleistungshandwerk“, sagte Dietrich.

„Daneben kann es in der Praxis eine Win-Win-Win-Situation sein: Beschäftigte freuen sich über familienfreundliche Arbeitszeiten, Unternehmen hilft es beim Recruiting, und Auftraggeber können direkt und kurzfristig vor Ort mit uns kommunizieren.“ Auch sei die Reinigung am Tag in puncto Nachhaltigkeit ein Argument, da sich so Stromkosten für Licht oder Heizungen einsparen ließen.

Mittelstand will mehr Unterstützung für Kulturschaffende

Der Mittelstand hat die Bundesregierung aufgefordert, Kulturschaffende stärker zu unterstützen, um einer Verarmung der Kulturszene entgegenzuwirken. „Für sehr viele der 1,8 Millionen Kunst- und Kreativschaffenden geht es derzeit um das wirtschaftliche Überleben“, mahnte der BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger in einem Brief an Staatsministerin Monika Grütters (CDU), über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben) berichten. Konkret schlägt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) vor, „dass die November- und Dezemberhilfen von betroffenen Betrieben schon bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent beantragt werden könne“.

Da die Kreativwirtschaft weit über Deutschlands Grenzen hinaus vertreten sei, müssten auch die aus dem Ausland stammenden Umsätze des Jahres 2019 einberechnet werden können, fordert der Verbandschef. Zudem sollte die einmalige Betriebskostenpauschaule der Überbrückungshilfe III für Solo-Selbstständige (Neustarthilfe) von 25 auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes erhöht werden. Unter der Schließung von Theatern, Opern, Museen und dem Veranstaltungsverbot litten auch zahlreiche mittelständische Betriebe wie Tanzschulen.

Aber auch viele Soloselbstständige seien seit Monaten zur Untätigkeit verdammt, schreibt Jerger. „Zum Verlust der persönlichen Existenz kommt der volkswirtschaftliche Schaden.“ Die Bruttowertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft lag 2019 bei rund 106 Milliarden Euro, rechnet der Mittelstandsverband vor.

Nur der Fahrzeugbau und der Maschinenbau habe eine höhere Bruttowertschöpfung verzeichnet. Umso erschreckender seien die jüngsten Prognosen, wonach die Wertschöpfung in den Teilbereichen Darstellende Kunst (-75 Prozent), Film (-72 Prozent) und Kunstmarkt (-64 Prozent) dramatisch eingebrochen seien.

Merz verlangt mehr Rechte für Corona-Geimpfte

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Geimpften größere Freiheitsrechte in der Pandemie zu gewähren. Man könne einer immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe von Geimpften, Gesunden und Genesenen „nicht pauschal die Grundrechte vorenthalten, weil eine immer kleinere Gruppe nach wie vor durch das Virus gefährdet ist“, sagte Merz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Es ist daher keine Diskriminierung, denen die Freizügigkeit zurückzugeben, die sich selbst und andere nicht mehr gefährden.“

Das gehe entweder durch den Nachweis einer Impfung oder einen Negativtest. „Dadurch wird auch eine faktische Impfpflicht ausgeschlossen, die wir alle nicht wollen. Aber diejenigen, die sich bewusst gegen eine Impfung entscheiden, müssen akzeptieren, dass sie, solange dieses Infektionsrisiko besteht, zumindest einen Schnelltest machen müssen, bevor sie zum Beispiel in ein Konzert oder ein Fußballstadion gehen“, sagte der CDU-Politiker.

Tourismusbeauftragter will Regelungen für Winter- und Skitourismus

Ski- und Winterurlaub ist nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), im Moment schwer vorstellbar. „Die Branche wird auf jeden Fall stark beeinträchtigt“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Von der Ministerpräsidentenkonferenz am 5. Januar erwarte er „ein klares Signal und Regelungen für den Winter- und Skitourismus“.

Die betroffenen Regionen bräuchten Hilfszusagen für den Fall, dass der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert werde. „Die Branche muss wissen, woran sie ist und auf was sie sich einstellen muss“, forderte Bareiß. „Die Unternehmen wie auch die Verbraucher brauchen Planungssicherheit.“

Für viele Regionen vor allem in den Alpen sei der Skitourismus die jährliche Haupteinnahmequelle. „Die Gesundheit geht vor, keine Frage. Aber als Tourismusbeauftragter liegt mir viel daran, dass bisher gesunde Unternehmen die Auswirkungen der Pandemie überstehen“, so Bareiß.

Im Frühjahr hatten sich Skiurlauber aus ganz Europa im österreichischen Ort Ischgl mit Corona angesteckt.

Krankenhausgesellschaft für Verlängerung des Lockdowns

Angesichts drohender Überlastung der Kliniken durch die Corona-Pandemie fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns. „Wir verzeichnen weiterhin eine steigende Belegung der Krankenhäuser mit Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Mittlerweile sind es etwa doppelt so viele wie in der ersten Welle“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

Hinzu kämen zwischen 20.000 und 25.000 Patienten mit Covid-19 auf den Infektionsstationen. „Die Zahlen werden frühestens ab Mitte Januar zurückgehen, wenn denn der Lockdown wirkt“, warnte der DKG-Chef. Die Impfungen könnten sich nicht vor Mitte Februar bemerkbar machen.

„Auch in den nächsten Wochen werden sich also immer wieder Kliniken von der Notfallversorgung abmelden oder Patienten verlegen müssen.“ Die Kliniken müssten immer wieder mit Personalengpässen rechnen: „Die Mitarbeiter hatten keinerlei Ruhe über die Feiertage. Viele müssen selbst in Quarantäne oder infizieren sich“, so Gaß.

Angesichts der Meldungen über den mutierten Virus-Typen müssten Kontakte noch stärker eingeschränkt werden. „Die klare Forderung der Krankenhäuser an die Politik lautet: Es muss bei den Kontaktbeschränkungen über den 10. Januar hinaus bleiben. Ansonsten wird es zu einer Überforderung der Krankenhäuser kommen.“

Bericht: Biontech beantragt neue Zulassungsbedingungen bei EMA

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) offenbar eine Veränderung der Zulassungsbedingungen beantragt. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eigene Informationen. Demnach setzt sich Biontech dafür ein, dass Ärzte künftig sechs statt nur fünf volle Impfdosen zu je 0,3 ml aus den bereitgestellten Durchstechfläschchen mit insgesamt 2,25 ml fertigem Impfstoff herausholen dürfen, sofern sie diese aufziehen können.

Die EMA hatte am Dienstag dem „Spiegel“ mitgeteilt, sie werde einen solchen Biontech-Antrag „rapide“ prüfen und im Falle einer positiven Bewertung ihre Zulassungsbedingungen ändern. Bisher weist die EU-Behörde die Impfenden an, den Rest des Fläschchens nach fünf Dosen wegzuwerfen.

Virologe Streeck bringt Aufschub von zweiter Impfung ins Spiel

In der Diskussion um den knappen Corona-Impfstoff bringt Hendrik Streeck, Chef des Instituts der Virologie an der Uniklinik Bonn, eine spätere Auffrischungs-Impfung ins Spiel. „Die Daten haben gezeigt, dass nach der ersten Impfung schon ein Großteil der Menschen geschützt ist vor der schweren Erkrankung, also über 50 Prozent geschützt sind“, sagte er dem „RTL Nachtjournal“. Und wenn man jetzt die Auffrisch-Impfung später gebe, könnte man durch die ersten Chargen der Impfdosen die Impfkapazitäten verdoppeln.

„Aber es müsste erstmal diese Diskussion geben, diese Entscheidung geben, und das hat eben viele Pros und auch Kons“, so der Virologe. Einfach sei die Entscheidung nicht, aber es wäre eine Möglichkeit, schnell mehr Menschen zu impfen. Auf die Frage, was Deutschland noch machen könne, damit die Infektions- und Todeszahlen durch Corona heruntergehen und man das Virus besser im Griff habe, sagte der Wissenschaftler: „Ich plädiere ja schon seit dem Sommer dafür, dass wir viel besser Alten- und Pflegeheime schützen müssen.“

Man habe gesehen in den letzten Tagen, dass der Großteil der Todesfälle wieder in den Alten- und Pflegeheimen passiert. „Wenn wir dort das Personal frequent testen, alle zwei, drei Tage z.B., Wenn wir dort aber auch die Besucher jedes Mal wie in einem Schleusensystem testen, verpflichtende FFP2-Masken für jeden haben, dann könnte man zumindest die größeren Einträge in diese Heime vermeiden und auch eine Verbreitung unter den Bewohnern.“ Das müsste durch den Bund oder die Länder gezahlt werden.

„Tübingen ist da im Moment Vorreiter, hat viel auch dort schon erreicht.“ Es gebe keine weiteren großen Einträge in die Alten- und Pflegeheime. „Und wir werden dort sehen, wie gut so eine Strategie funktionieren kann“, sagte der Virologe.

MPK-Chef Müller: „Bei so hohen Zahlen werden wir verlängern“

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz Michael Müller (SPD) hält eine Lockdown-Verlängerung bei den aktuellen Infektionszahlen für unvermeidbar. Mit Blick auf die kommende gemeinsame Sitzung der Bundesländer mit der Bundeskanzlerin am 05. Januar sagte der Regierende Bürgermeister von Berlin der RTL/n-tv-Redaktion am Mittwoch: „Wenn die Infektionszahlen so hoch bleiben, dann gehe ich davon aus, dass wir mindestens diese Maßnahmen, die wir jetzt haben, auch verlängern werden.“ Die Länder sieht Müller gut vorbreitet auf die angelaufenen Impfungen, verlangt bei der MPK kommende Woche aber Antworten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf die Frage, wie die Produktion der Impfstoffe hochgefahren werden kann: „Der Impfstoff wird das große Thema der Ministerpräsidentenkonferenz sein.“

Man sei gut vorbereitet in den Ländern. „Wir können allein in Berlin rund 20.000 Impfungen pro Tag vornehmen in diversen Impfzentren.“ Bundesweit hätten sich die Länder gut vorbereitet – und jetzt fehlten die entsprechenden Impfdosen.

„Wie wir schnell die Produktion und die Kapazität erhöhen können, das wird uns der Bundesgesundheitsminister beantworten müssen.“

Bürgermeister von Winterberg besorgt über Touristen-Ansturm

Der Bürgermeister von Winterberg, Michael Beckmann (CDU), hat bei der NRW-Landesregierung erfolglos um ein Ausflugsverbot gebeten, um den Besucher-Ansturm auf das Wintersportgebiet einzudämmen. „Das wäre mein Wunsch gewesen, das gab es auch im Sommer in Mecklenburg-Vorpommern. Aus dem Gesundheitsministerium hat man mir aber gesagt, dass das nicht geht“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Onlineausgabe).

Das gebe die Coronaschutzverordnung von NRW nicht her. „Selbst wenn ein Ausflugsverbot rechtlich möglich wäre, würde man es praktisch nicht kontrollieren können“, so Beckmann. „Man müsste dann jedes einzelne Auto anhalten und überprüfen, ob die Insassen aus Winterberg kommen, Verwandte besuchen oder Tagesurlauber sind.“

Ein Massenandrang von Tagesbesuchern hält die Stadt im Hochsauerlandkreis seit dem Wochenende in Atem, zwischenzeitlich gab es bis zu 45 Kilometer Stau. „Die Sehnsucht nach Urlaub und Schnee war stärker als unsere Appelle“, sagte Beckmann über den Ansturm. Es seien eben nur Appelle.

„Alle Städte in Deutschland, die gerade Schnee haben, stehen vor ähnlichen Problemen wie wir.“ Immer wieder hatte der Lokalpolitiker in den vergangenen Tagen darum gebeten, dass die Menschen nicht nach Winterberg kommen sollen, auch weil Hütten, Skilifte und Gastronomie wegen des Lockdowns geschlossen sind. „Wer sonst an Weihnachten in den Skiurlaub gefahren oder nach Mallorca geflogen ist, konnte das dieses Jahr nicht“, sagte Beckmann der Zeitung.

„Dazu gibt es Schnee, den es zu dieser Jahreszeit bei uns schon lange nicht mehr gegeben hat. Lockdown, Weihnachtsferien und Schnee: Das ist alles zusammengekommen.“

Gewerkschaften gegen Schulstart im Regelbetrieb

Gewerkschaften und Lehrerverbände haben davor gewarnt, nach dem 10. Januar zum Regelbetrieb an den Schulen zurückzukehren. „Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht im Regelbetrieb wäre bei dem derzeitigen Infektionsgeschehen in vielen Regionen völlig verantwortungslos“, sagte Ilka Hoffmann, für Schulen zuständiges Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der „Welt“ (Donnerstagausgabe). „Wir fordern schon seit langem die Umsetzung der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, also Wechselunterricht in kleinen Gruppen und mit Abstand.“

Es werde gelegentlich so getan, als seien die Schulen der einzige Ort, an dem es keine Ansteckungen geben kann. „Das ist natürlich nicht so.“ Die Kultusminister seien aber wenig einsichtig.

„Sie beten das Mantra des Präsenzunterrichts herunter und wollen damit verdecken, dass das Thema Digitalisierung und Hybridunterricht in der Vergangenheit verschlafen wurde.“ Ähnlich äußerte sich der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. „Da die Infektionszahlen nach wie vor sehr hoch sind, kann sich der Deutsche Lehrerverband nicht vorstellen, bereits Mitte Januar wieder zum vollständigen Präsenzunterricht zurückzukehren, übrigens auch an den Grundschulen nicht.“ Er mahnte, „endlich wieder einen Hygienestufenplan für Schulen vorzulegen, der an wissenschaftsbasierte Inzidenzwerte gekoppelt ist“.

OVG bestätigt Silvester-Demonstrationsverbot in Berlin

Versammlungen an Silvester und Neujahr in Berlin bleiben verboten. Das teilte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg am Mittwochabend mit. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte gestern einen gegen diese Regelung gerichteten Eilantrag abgelehnt, das OVG wies die hiergegen erhobene Beschwerde einer Antragstellerin mit Beschluss vom Mittwoch zurück.

„Angesichts der speziell zu Silvester besonders gesteigerten Gefahr infektiöser Kontakte und der aktuellen Infektionslage mit einem Höchststand an Toten im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Virus sowie der angespannten Situation auf den Intensivstationen ist das auf zwei Tage beschränkte Verbot nicht zu beanstanden“, hieß es in einer Mitteilung des OVG unter anderem zur Begründung.

Verfassungsjurist: Privilegienverbot für Geimpfte zeitweise möglich

Privilegien für Geimpfte könnten nach Einschätzung des Verfassungsrechtlers Christoph Möllers für eine Übergangszeit durch ein Gesetz des Bundestags unterbunden werden. Grundsätzlich stehe es Privatbetrieben wie etwa Restaurants oder Touristikunternehmen zwar frei, Personen von ihren Angeboten auszuschließen, sagte Möllers, Professor für öffentliches Recht an der Berliner Humboldt-Universität, der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Damit könnten theoretisch auch Menschen ohne Impfpass abgewiesen werden.

„Dennoch dürfte der Gesetzgeber es anders sehen und das Anti-Diskriminierungsrecht ergänzen.“ Zwar hätte eine solche Änderung verfassungsrechtliche Grenzen. Aber für eine Übergangsphase von einigen Monaten genieße der Gesetzgeber hier einen Spielraum.

Die Entscheidung darüber, in welcher Reihenfolge geimpft wird, müsste nach Einschätzung des Professors ebenfalls vom Bundestag getroffen werden. „Es ist sehr seltsam, dass eine Priorisierungsentscheidung, die das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit unmittelbar betrifft, nicht vom Gesetzgeber vorgegeben worden ist.“ Denn damit verbinde sich „die sehr reale Möglichkeit, dass Personen, die später geimpft werden, gesundheitliche Schäden davontragen“.

Möllers warb zudem dafür, Demonstrationen auch in schwierigen Zeiten nicht vollständig zu verbieten. „Man kann eine Gesellschaft auch anästhesieren, indem man sagt, eigentlich gilt Versammlungsfreiheit, aber gerade jetzt dürft ihr nicht demonstrieren.“ Natürlich spreche man solche Gedanken ungern aus, „wenn man all die Aluhüte und Corona-Leugner sieht“.

Dennoch sollte man es nicht nur als Problem abtun, dass die Menschen immer noch auf die Straße gingen. „Mir wäre die Vorstellung fast noch bedrückender, die Freiheit würde eingeschränkt und niemand protestierte dagegen.“

Patientenschützer kritisiert Regierungsvorgehen bei Impfungen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat das Vorgehen der Bundesregierung bei den Corona-Impfungen kritisiert. „In der ersten Impfgruppe sind viel zu viele Menschen. Acht Millionen, die bereits jetzt auf eine Impfung warten“, sagte Vorstand Eugen Brysch der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).

Das könne „nur zu Frustrationen und sinkender Impfbereitschaft führen, weil der Impfstoff knapp ist und die Logistik aufwendig“. Die Größe der ersten Prioritäts-Gruppe sei auch eine politische Entscheidung: „Die Kleinteiligkeit brächte mehr Klarheit. Doch der Bundesgesundheitsminister wäre mit einer solchen besseren Entscheidung angreifbarer gewesen“, sagte Brysch.

Die einzelnen Impfgruppen müssten aus seiner Sicht hingegen viel weniger Menschen umfassen und klarere Prioritäten vorsehen: Zuerst die Pflegebedürftigen in den Heimen, dann jene zu Hause, danach die über 80-Jährigen und als letzte in der ersten Gruppe das Pflege- und das medizinische Personal in Heimen und auf den Corona-Stationen der Krankenhäuser. „So, wie es jetzt geplant ist, haben vor allem über 80-jährige immobile Patienten das Nachsehen, die zu Hause wohnen. Wo sind die mobilen Teams, die versprochen wurden, um diese Menschen aufzusuchen“, sagte Brysch. (Mit Material von dts)

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