„Leichenberge in Sachsen“? Wirklich?

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Särge (Symbolbild: shutterstock.com/Von Maciej Tolwinski)
Särge (Symbolbild: shutterstock.com/Von Maciej Tolwinski)

„In Krematorium Zittau stapeln sich die Särge“. Mit solchen Schlagzeilen heizen die Mainstreammedien die Corona-Angst weiter an. Tatsache ist: Im sächsischen Zittau gibt es eine Übersterblichkeit. Diese liegt jedoch großteils nicht an Corona. Ein Faktencheck, der die verbrecherische Corona-Angstpropaganda beleuchtet. 

Pünktlich zum Heiligen Abend titelt der Privatsender RTL: „Immer mehr Corona-Tote: In Sachsen stapeln sie die Leichen“. Das Zittauer Krematorium stelle die Särge bereits in einer Lagerhalle ab, weil es nicht mit der Einäscherung hinterherkomme. Die unverantwortliche Botschaft im Corona-Panikmodus lautet: Das große Sterben geht um im Erzgebirge.

RT-Autorin Susan Bonath wirft einen Blick hinter die fortgesetzte Angstpropaganda.

Die von RTL verkündete Botschaft, dass die „Sterbezahlen in Zittau explodieren“ würden und daran „Corona“ schuld sei, ist mit dem Zahlenwerk des zuständigen Landkreises Görlitz nicht verifizierbar. RTL behauptet, dass im Dezember 2019 in der 25.000-Einwohner zählenden Stadt 45 Menschen verstorben seien. Im Corona-Dezember 2020 jedoch seien es bis Heiligabend 115 gewesen. Mit den im Oktober und November Verstorbenen zählte Zittau angeblich bis zum 23. Dezember 156 mehr Tote als in den entsprechenden gesamten Monaten des Jahres 2019 – insgesamt mehr als doppelt so viele.

Richtig indes ist: Seit Beginn der Pandemie, von Anfang März bis einschließlich 30. Dezember, sind – laut Datenmaterials des zuständigen Landkreises Görlitz – überhaupt nur 56 Verstorbene mit dem Corona-Virus in irgendeiner Weise in Verbindung zu bringen. Zieht man die sieben Tote ab, die am Heiligabend noch weniger erfasst waren, bleiben 49. Und unter diesen angeblich bis Heiligen Abend erfassten Verstorbenen dürften noch einige sein, die vor Oktober diese Welt verlassen mussten. Das heißt laut der Autorin: „Mindestens zwei Drittel der seit Oktober in Zittau zusätzlich Verstorbenen, wahrscheinlich mehr, sind nicht mit Corona zu erklären, nicht einmal nach der offiziellen Statistik, in die jeder einsortiert wird, der irgendwie – wie auch immer – im Zusammenhang mit einem positiven Test zu Tode kam. Wie man sich im Landkreis Görlitz die zusätzliche Übersterblichkeit ohne Corona erklärt, war zwischen den Feiertagen nicht herauszufinden. Eine Presseanfrage der Autorin ließ dessen Pressestelle bis zum Nachmittag des 30. Dezember unbeantwortet.

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Nun kommt ein weiterer Fakt hinzu: Die ostdeutschen Bundesländer weisen, unter anderem wegen der massenweisen Abwanderung junger Menschen seit den 1990er Jahren, den höchsten Altersdurchschnitt in der Bundesrepublik auf. In Zittau ist die Bevölkerung mit 49,3 Jahren im Mittel besonders alt. Dass mindestens ein Teil der Übersterblichkeit auf eine hochbetagte Bevölkerung zurückzuführen sein könnte, ist jedenfalls plausibel. Zudem wurden die sächsischen, an Corona Verstorbenen besonders alt: Der gewöhnliche Bundesbürger verstirbt laut dem Statistischem Bundesamt sechs Jahre früher. Der Sachse verabschiedet sich durchschnittlich mit 85 Jahren.

Ein maßgeblicher Effekt für die Überlastung der Krematorien dürfte jedoch Zittaus Nähe zur tschechischen Grenze darstellen. So berichtete das  Portal 2020news.de am 28. Dezember: „Durch die Schließung der Grenzen ist die sonst beliebte, weil kostengünstigere Einäscherung in nahegelegenen tschechischen Krematorien nicht mehr möglich“. Hinzu kommen die Corona-bedingt verursachten Engpässe in Standesämtern. Wegen der Überlastung der Gesundheitsämtern wurde dort Personal abgezogen. Die Ausstellung von Todesscheinen kam bei den Standesämter geradezu zum Erliegen. Allerdings nicht das erste Mal: In Sachsen kam es schon häufiger zur Überlastung von Krematorien. So 2018. Damals berichtete das ARD-Magazin Brisant im März über sich stapelnde Särge im Krematorium Meißen. Der Grund: die damals grassierte Grippewelle mit 25.000 zusätzlichen Toten binnen zwei Monaten. Das Krematorium wisse „gar nicht mehr, wohin mit den vielen Särgen“, heißt es in dem Bericht. Man arbeite rund um die Uhr, auch an den Wochenenden – auch aus Berlin würden Tote ins sächsische Meißen zur Einäscherung verbracht, was die Lage noch verschärfte.

RT-Autorin Susan Bonath resümiert in ihrem Faktencheck: „RTL und andere Mainstreammedien haben all die erwähnten Fakten nicht einmal erwähnt, geschweige denn hinterfragt, obwohl die unbeantworteten Fragen auf der Hand liegen. Das Ziel vieler Medienhäuser ist ganz offensichtlich nicht eine sachgerechte Information der Bevölkerung – das der Politik schon gar nicht, wie es scheint. Was hier seit fast zehn Monaten geschieht, ist ein Spiel mit den Ängsten der Menschen“. Diese Kumpanei zwischen der Merkel-Regierung und den Systemmedien, die ihre Aufgabe, kritisch zu hinterfragen, längst schon nicht mehr wahrnehmen, ist nicht nur unverantwortlich und verwerflich. Es ist verbrecherisch, weil Angst gezielt geschürt und instrumentalisiert wird. (SB)

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