Zoff bei den ÖRR: ZDF-Fernsehrat Henneke nennt ARD-Chef Buhrow „schlechten Verlierer“

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Foto: Tom Buhrow (über dts Nachrichtenagentur)

Mainz – Was 86 Cent so alles lostreten können: Hans-Günter Henneke, Mitglied im ZDF-Fernsehrat, hat scharfe Kritik am ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow geübt. Der „Welt“ sagte Henneke, Buhrow habe nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts mit seiner Sparankündigung die „falscheste Reaktion“ verlautbart, die man zeigen könne. Buhrow hatte gesagt, ein Ausbleiben der Beitragsanpassung erfordere gravierende Maßnahmen, die man im Programm sehen und hören werde.

Henneke kritisierte nun: „Wer so reagiert, erweist sich nicht nur als schlechter Verlierer in einer Sache, die gar nicht verlorengegangen ist, sondern kündigt darüber hinaus eine bewusste Selbstschädigung an.“ Minderleistungen im Programm könnten so nicht nachträglich durch „eine kompensierende Mehrausstattung“ noch belohnt werden. Der Jurist, der seit 2002 Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistags ist, forderte von den Verantwortlichen in den Rundfunkanstalten ein „kluges, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit strikt beachtendes Programmmanagement“.

Es sei nun die „vornehmste Aufgabe“ von ARD, ZDF und Deutschlandradio, den Zuschauern und Hörern ein hochwertiges Programm auch ab 1. Januar 2021 zur Verfügung zu stellen, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Es wäre überdies der „beste Beweis“ dafür, im Hauptsacheverfahren belohnt zu werden. Der ZDF-Fernsehrat wird alle vier Jahre gewählt und soll die Einhaltung der Programmrichtlinien überwachen.

Vorher allerdings hatte das linksradikale U-Boot in der CDU, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, noch einmal betont, er könne „null“ nachvollziehen, warum Sachsen-Anhalt dem Rundfunkstaatsvertrag die Zustimmung verweigert hat. „Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs hat eine sehr moderate Erhöhung des Rundfunkbeitrags vorgeschlagen – insofern finde ich das Vorgehen Sachsen-Anhalts extrem bitter“, sagte Günther der „Welt“ (Donnerstagsausgabe). Der Christdemokrat gab zugleich zu bedenken, dass Schleswig-Holstein „seit Jahren“ auf eine Reform der Öffentlich-Rechtlichen dränge.

Man darf gespannt sein, ob das Bundesverfassungsgericht in dieser Sache hart bleibt, oder ob Frau Merkel doch noch einige Telefonate tätigen muss. (Mit Material von dts)

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