Manche sind gleicher: Trautes Politiker-Beisammensein in der Gaststätte trotz Lockdown

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Bitte mehr davon! (Symbolfoto:; Von Krakenimages.com/Shutterstock)

Für manche in diesem Land geht die frühere Normalität auch im Lockdown weiter: Ihr Gehalt fließt pünktlich und krisensicher weiter aufs Konto, Existenznöte sind ihnen fremd, Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen sind eher Kür als Pflicht – und sogar der gemeinsame Restaurantbesuch mit Freunden und Kollegen ist drin. Oh, wait: Es handelt sich bei diesen Privilegierten auch noch genau um die Kaste, die uns die ganzen Maßnahmen einbrockt – die Politiker mit ihrer angeblichen Vorbildfunktion.

So verwundert es überhaupt nicht, dass nicht nur die Bundestagskantine weiter geöffnet hat – sondern auch die Kantinen der Länderparlamente, wo sich die Abgeordneten – analog zu den Werktätigen im Land – nach ihrer harten „Arbeit“ und den Strapazen des Berufsalltags stärken dürfen. Und bestimmt schmeckt es gleich doppelt so gut mit dem Bewusstsein, dass alle anderen Deutschen über viele Monate keine Speiselokale, Cafés und Kneipen mehr besuchen können – und allenfalls kurz durch den Supermarkt huschen dürfen, um sich dort mit dem Nötigsten zu versorgen, das sie dann alleine zu Hause vertilgen können.

(Screenshot:Bild)

Für besonders gute Laune, insbesondere bei den hunderttausenden Gastronomen und ihren Beschäftigten, die um ihre Zukunft bangen oder bereits planmäßig ruiniert sind, sorgen da Fotos aus der natürlich weiterhin geöffneten Landtagsgaststätte in Stuttgart, die „Bild“ veröffentlichte: Nicht nur lassen es sich da die grüne Landtagspräsidentin Muhterem Aras, ihr Büroleiter und ein CDU-Abgeordneter gut gehen; auch die Abstandsregeln scheinen hier so gar keine Rolle mehr zu spielen. „Die drei saßen an einem kleinen Tisch, redeten. Offenbar ist das erlaubt. Aber nicht ungefährlich„, schreibt die Zeitung.

Erlaubt? 1,50 Abstand sind eigentlich nach den Hygienevorschriften einzuhalten – was sogar der Kantinenleiter der baden-württembergischen Landtagskantine bestätigt. Deshalb darf in den Kantinen, die zur „Aufrechterhaltung des Arbeitsbetriebs“ weiter offen bleiben, ja auch nur ein Teil der Tischkapazitäten geöffnet sein. Diese Distanz wurde hier jedenfalls erkennbar unterschritten. Öffentliche Empörung? Anscheinend Fehlanzeige. Wasser predigen, Wein saufen: Mit den weggesperrten Trotteldeutschen kann man’s ja machen… Diese Gewissheit hat sich inzwischen parteiübergreifend durchgesetzt. (DM)

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