Das stimmt doch zuversichtlich: Biontech-Gründer will sich selbst zunächst nicht impfen lassen

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Biontech-Gründer Ugur Sahin (Foto:Imago/Sämmer)

Na sowas, schmeckt hier dem Doktor etwa die eigene Medizin nicht? Zu den vielen „vertrauensbildenden“ Nachrichten, dieser Tage um den Biontech/Pfizer-Impfstoff die Runde machen, trägt auch diese gestrige ganz sicher bei: Der Mainzer Biontech-Gründer Ugur Sahin teilte mit, er habe sich bisher noch nicht impfen lassen und wolle mit seiner eigenen Corona-Impfung noch warten. 

Die erhellende, durchaus vielsagende Erklärung des laut Forbes frisch zum Multimilliardär aufgestiegenen Biontech-Vorstandsvorsitzenden erfolgte passenderweise zeitgleich mit dem Start der gestrigen Massenimpfungen in Großbritannien, wo als bislang einzigem Staat weltweit eine Notzulassung für die Biontec-Vakzine erfolgt war. Als Grund für die eigene Impfzurückhaltung nennt Ugur, es gäbe ja schließlich noch keine Zulassung für Deutschland; zudem gälten für seine Mitarbeiter und ihn selbst natürlich „keine Ausnahmen„: Auch er halte sich an die Vorgaben, für welche Personengruppen der Impfstoff zuerst vorgesehen ist. „Falls wir eine Möglichkeit haben, Mitarbeiter zu impfen, weil sie eine systemrelevante Arbeit leisten, dann würden wir das natürlich sehr schnell und sehr gerne machen„, so Sahin laut „T-Online„.

Besonders glaubwürdig hört sich das nicht an: Denn erstens könnte der Entwickler des Impfstoffs, der diesem einen gigantischen Vermögenszuwachs verdankt (5,1 Milliarden Euro nennt er jetzt sein eigen), mit seiner demonstrativen Impfteilnahme zur Vertrauenssteigerung einer immer impfskeptischer werden Bevölkerung beitragen. Und zweitens könnte wohl kaum einer „systemrelevanter“ als der Hersteller des Impfstoffs sein, von dem sich die Regierungen aller Länder eine Rückkehr zur Normalität erhoffen (bzw. dessen Erfolg sie zur Bedingung für ebendiese machen).

Es sieht also durchaus eher nach Zweifeln und Bedanken als nach nobler Zurückhaltung aus, wenn sich Sahin hier so bescheiden und verzichtsbereit gibt. Mit dem Ergebnis, dass zu der ohnehin nicht unbegründeten Sorge vor Nebenwirkungen nun auch noch weitere Zweifel genährt werden – durch die behauptete Vorsichtigkeit des Entwicklers. (DM)

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